Zum Jahresende: Was für ein Jahr!

    Rueckblick_2020_photo_by_glen_carrie_unsplash

    Das Jahr kann jetzt wirklich einmal zu Ende gehen. Uns reicht es jetzt. 2020 hat uns alle heftig mitgenommen. Ein Wunder, wie entspannt wir alle auf der digitalen Weihnachtsfeier waren. Noch nie schleppte sich ein Jahr so zäh dahin oder ist es doch in Windeseile verflogen? 2020 geht in die Geschichte ein als ein Jahr, in dem alles ein wenig anders ist. Für viele von uns, ist es eine erstaunliche Erfahrung, unsere Gewohnheiten und unseren Alltag anzupassen, um unsere eigene Gesundheit zu schützen, sowie die Gesundheit von unseren Familien, Freunden und allen anderen.

    Auch für die OKF lief es dieses Jahr etwas anders als geplant. Henriette, unsere neue Geschäftsführerin, hat seit ihrem Beginn im Januar nur eine kurze Bürophase mit entspanntem Kennenlernen erlebt. Dafür kennt sie nun viele Wohnzimmereinrichtungen aus dem Team. Ähnlich geht es unseren neuen Vorstandsmitgliedern Lea Gimpel, Stefan Heumann, Gabriele Klug, Julia Reda, für die die OKF 2020 bisher leider nur aus vielen Videocalls und einer Menge Dokumente besteht. Der lang ersehnte Retreat musste ausfallen. Das ist besonders schade für die neuen Teammitglieder, die gerade vor oder mitten in der Pandemie angefangen hatten.

    Wir vermissen die leuchtenden Augen der Jugendlichen bei Jugend hackt Events, die live Aktionen von FragDenStaat, die Gespräche auf dem Demo Day des Prototype Fund und vieles mehr. Schmerzlich wird uns auch bewusst, wie sehr wir den persönlichen Austausch zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Menschen unserer Communities vermissen, zum Beispiel bei den Community Summits.

    Wir haben 2020 aber auch viel geschafft. Wir haben neue Formate entwickelt, wie den Public Interest Podcast und den Community Talk, virtuelle Veranstaltungen wie das Forum Open Education und das Forum Offene Stadt konzipiert und durchgeführt und neue Kampagnen gestartet, wie Topf Secret und Klimagebäudecheck. In allen Projekten haben wir viel Energie freigesetzt und Neues ausprobiert. 2020 war das Jahr, in dem wir unsere erste mehrjährige Kernfinanzierung mit Luminate festzurren konnten. Ein großer Erfolg für unsere harte Arbeit. Desweiteren haben wir in diesem Jahr die ersten Meilensteine unseres neuen Governance Modells umsetzen können, um uns als Organisation besser und nachhaltiger aufzustellen. Wichtigstes Element ist die Einführung von Zirkeln, die quer über die Projekte gehen, und übergreifende Themen wie Personal und Kommunikation behandeln. Dies hat sich gerade in der Pandemie als sehr hilfreich und funktional erwiesen und den Teamgeist gestärkt.

    Die OKF arbeitet seit vielen Jahren an Themen wie digitale Souveränität, Open Source, Digital Literacy, Offene Verwaltungsdaten und Informationsfreiheit; 2020 war das Jahr, in dem zumindest einige dieser Themen weit oben auf der politischen Tagesordnung zu finden waren: die Bundesregierung hat zumindest einen Entwurf für eine Datenstrategie vorgelegt und die deutsche EU-Ratspräsidentschaft wollte die digitale Souveränität voranbringen. Das ist schon mal ein Fortschritt. Wir wollen jetzt dranbleiben und daran arbeiten, dass politisch Verantwortliche den schönen Worten auch Taten folgen lassen. Das Superwahljahr 2021 steht vor der Tür und wir werden uns dafür einsetzen, dass mehr Transparenz in die Politik kommt, die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft nicht nur ein Lippenbekenntnis der Politik ist und die Demokratisierung der digitalen Transformation immer wieder in den Mittelpunkt von Debatten gerückt wird!

    Ohne unsere Mitglieder und Ehrenamtlichen wären die Erfolge der letzten Jahre nicht möglich gewesen. Ohne die Mitstreiter:innen in den OK-Labs wären Open Government, Open Data und Co in vielen Kommunen noch heute bloß theoretische Konzepte. Ohne unsere Mentor:innen und Coaches wären Projekte wie Jugend hackt und der Prototype Fund nicht denkbar. Und die vielen Geldgeber:innen und Spender:innen machen unsere Arbeit mit kleinen und großen Beiträgen erst möglich.

    Unterstütze uns gern mit deiner Spende. Spenden ermöglichen es uns, unabhängig, überparteilich, interdisziplinär und nichtkommerziell zu arbeiten. In diesem sympathischen Video (von Ende 2019) erklären wir unsere Arbeit.

    Bleibt gesund und ein friedliches Weihnachtsfest uns allen.

    Wir sagen Tschüß 2020!