Ein Stadtarchiv besteht aus Unmengen an Dokumenten aus vielen Jahrhunderten, die die Geschichte lebendig machen. Doch viele Bürgerinnen und Bürger wissen nicht viel davon, zudem muss man in Persona dahin, um die Dokumente einzusehen, und eine archivübergreifende Suche ist erst recht schwierig. Das geht besser - mit OpenData.

Ein Team aus dem Kerpener Stadtarchiv, dem KDVZ Rhein-Erft-Rur und der OKF haben in den vergangenen Monaten im Rahmen einer OpenNRW-Förderung die Daten aus der Archiv-Software extrahiert und diese in eine schnell und komfortabel durchsuchbare Form gebracht. Gestern wurde die Plattform nun veröffentlicht:

mein-stadtarchiv.de

Eine Besonderheit sind hierbei die Medien (oder wie Archivare das nennen: Digitalisate), welche in voller Auflösung unter einer freien Lizenz bereitgestellt werden. Schon wenige Stunden nach dem Start der Plattform waren erste Bilder auf Wikipedia zu finden.

Ebenfalls neu daran ist die Möglichkeit, als Bürgerin oder Bürger mithelfen zu können. Kommunale Archive bekommen immer wieder Dokumente vermacht, die nicht ganz klar eingeordnet werden können. Das gemeinschaftliche Gedächnis der Stadt könnte hier helfen, um das Archiv zu verbessern. Diese Öffnung gegenüber der Zivilgesellschaft ist neu, da Archive bislang vor allem fertig eingeordnete Dokumente veröffentlicht haben. Die Dokumente können in der Suche eingesehen werden.

Mein Stadtarchiv reiht sich in eine Reihe an Archiv-Projekten der Open Knowledge Foundation ein. Der wohl wichtigste Anlaufpunkt wäre Coding da Vinci, ein Hackathon für Kultur-Daten. Und natürlich wäre dieser Blogbeitrag unvollständig, wenn man nicht die Deutsche Digitale Bibliothek nennen würde, welche Dokumente aus verschiedensten Bereichen sammelt und mit einer komfortablen Suche bereitstellt - auch aus Archiven. Mein Stadtarchiv basiert übrigens auch auf dem von der DDB genutzten Standard EAD-DDB.

Kerpen soll übrigens nicht die einzige Stadt auf Mein Stadtarchiv bleiben: die Plattform ist von Anfang an darauf ausgelegt, andere Archive ebenfalls zu öffnen. Bei Interesse schreiben Sie dem Projektteam doch einfach eine E-Mail!