Bereits am 18. Mai ist mit dem Haushalt von Berlin die zweite Version unserer Seite OffenerHaushalt ans Netz gegangen. Wer die alte Seite kennt, dem erscheint das neue System zunächst sehr vertraut:

Unter der Oberfläche hat sich dabei jedoch eine Menge getan: OffenerHaushalt ist mit dem britischen OKFN-Projekt WhereDoesMyMoneyGo.org zu einem neuen Projekt unter dem Titel OpenSpending zu einer gemeinsamen Platform fusioniert.

Zwar wird OffenerHaushalt in der nächsten Zeit weiterhin unter der gewohnten Domain und im bekannten Look & Feel erreichbar sein, im Hintergund passiert hier jedoch etwas spannenderes: OpenSpending ist eine übergreifende Platform, die es einfach und ohne technisches Wissen erlaubt, beliebige Haushalts- und Ausgabeninformationen durchsuchbar zu machen und visuell aufzubereiten.

Unser Ziel ist es damit, OpenSpending zu einer Art Open Street Map für Staatsfinanzen zu machen - jeder kann teilnehmen, indem er oder sie zur Kämmerei der eigenen Stadt geht, auf eine maschinenlesbare Version des eigenen Haushalts besteht und diese anschließend in die Platform einpflegt. Diese Fußarbeit wird nicht nur helfen, Haushalt in Deutschland und überall transparent zu machen und langfristig eine gewisse Vergleichbarkeit zu ermöglichen - sie bietet auch einen guten Anlass auf den verschiedenen staatlichen Ebenen um eine Öffnung einzustehen und damit Open Data in Deutschland voran zu treiben.

Ein gutes Beispiel dafür ist München: durch den Munich Open Government Day waren in der bayrischen Metropole die Voraussetzungen geschaffen um eine Öffnung der Stadt einzuleiten. Dennoch hat es eine Weile gedauert, bis die Kämmerei der Stadt Thomas Pfeiffer die notwendigen Daten übergeben hat. Am Ende passierte es dann jedoch: Die Stadt übergab die Daten, die nun im eigens entwickelten OH-Clone unter muenchen.offenerhaushalt.de zu sehen sind. Klar wird hier, dass die entstandene Diskussion über die Bereitstellung von Daten hierbei genauso wichtig ist wie deren eigentliche Veröffentlichung.

Auch in Berlin diente ein Event als Anlass: früh schon wurden uns die Haushaltsdaten von Berlin in der Vorbereitung auf den Berlin Open Data Day übergeben. Die Informationen sind jedoch bislang unvollständig und bieten sich noch nicht für eine umfassende Auswertung an - das jedoch bedarf eines eigenen Blogposts zur Erläuterung.

Wer jetzt Interesse hat das selbst einmal auszuprobieren, der sei herzlich auf die Mailingliste des Projekts eingeladen: gemeinsam können wir sicher bald noch den einen oder anderen Haushalt öffnen!