Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie openscienceASAP.

Das letzte Monat im Rückblick

Zukünftig sollen auch Software und Rohdaten die verdiente Würdigung erfahren und einfach auffindbar sein. Beides zitierbar machen, dazu haben sich Figshare, das Mozilla Science Lab und GitHub zusammen geschlossen. Wie das am besten geht, dazu wurde auf GitHub diskutiert. Weitere Kriterien für eine erfolgreiche Umsetzung sind Versionierung, Qualitätssicherung, Nachvollziehbarkeit, Wiederverwendbarkeit und persistente Identifikatoren, so das GeoForschungsZentrum.

Die beiden Open Research Data Projekte DataBib und r3data.org schliessen sich zusammen um wissenschaftliche Daten-Repositories einfach auffinden zu können. So sollen mehr innovative Features entwickelt werden und die Nachhaltigkeit der Idee gesichert werden.

DNAdigest setzt sich für das Teilen von genomischen Daten ein - und hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Das erhoffte Geld soll dabei für verschiedene Community-Aktionen (Edithons, Hackathons u.ä.) genutzt werden.

** Open Science 2.0 öffnet den Weg zur Kommerzialisierung des Wissens.** Philip Mirowski greift dazu in der FAZ Effizienz und infrastrukturelle Aspekte heraus. Es existieren jedoch noch andere Denkschulen sowie Aspekte, und so dürfte es nicht lange dauern bis Kommentare folgen.

Auch die Berliner Gazette setzt sich kritisch mit dem Openness-Begriff auseinander, ihr Kommentar differenziert zwischen Offenheit und Offenheit zur Tarnung von Geschlossenheit.

Annual Summit 2013, cc by-nc-sa 2.0 Open Data Institute

Research Gate bietet nun einen Open Review an. Damit soll über das soziale Netzwerk transparent, offen und in Echtzeit die Qualität gesichert werden, wie in einem ersten Fall aus der Stammzellenforschung schon gezeigt wurde.

Einen Testlauf für Peer Review mit Twitter und Storify hat Robin Wharton durchgeführt. In ihrem Fall einer Online-Hybrid-Klasse helfe das auch der digitalen Alphabetisierung.

„79% der Befragten sind der Ansicht, dass die Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt werden sollten.“ Diese und weitere Ansichten der europäischen BürgerInnen wurde in einer aktuellen Studie der EU erhoben. Österreich nimmt bei der Frage jedoch eine Schlussposition ein.

Um den Status in Österreich zu verbessern, wurde eine Petition für eine ausreichende Finanzierung öffentlicher Wissenschaft gestartet. Bisher haben knapp 49.000 UnterstützerInnen unterzeichnet, die Petition läuft noch weiter.

3.400 Euro pro Zeitschrift - das ist der Uni Konstanz zu teuer. Sie kündigt die Lizenzverhandlungen mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier wegen dessen „aggressiver Preispolitik“ auf.

Wie lang ist zu lang? Überlegungen zu Embargo-Perioden stellt Ben Johnson an, und befindet dass nur wenig gegen Zero-Day-Embargos spricht. Und nein, das hat nichts mit Zero-Day-Exploits zu tun.

Jetzt haben auch BiologInnen einen eigenen Preprint Server - bioRxiv. Der seit November 2013 aktive Service ermöglicht das Onlinestellen von Publikationen, noch bevor diese in Journals veröffentlicht werden. Übernommen wurde die Idee, wie schwer zu eraten ist, von Arxiv.

Einiges an Videos und weiteren Inhalten zu Konferenzen ging diesen Monat online: Die Science Online Conferenz zu Wissenschaftskommunikation im Netz in Raleigh (USA) stellte die Keynotes zum Nachsehen online, die Science 2.0 Conference in Hamburg teilte alle Präsentationen zur Nachschau und die FOSSGIS 2014 in Berlin hat eigentlich alles veröffentlicht.

Das World Wide Web wird 25. Der Erfinder Tim Berners-Lee formuliert aktuelle Herausforderungen für das WWW und setzt Offenheit, Privatsphäre und den Digital Divide dabei ganz oben auf die Agenda.

Und damit die praktischen Skills nicht verloren gehen: Der Python Guide für Open Data Dateiformate.

Ein Blick nach Vorne

Der Open Commons Kongress 2014 findet vom 20. - 21. Mai in Linz statt und hat auch heuer wieder einen Schwerpunkt zu Wissenschaft und Bildung. Neben zahlreichen anderen Talks und Workshops wird es sich um Open Science in Österreich, Open Educational Resources und Open Education drehen.

Das Programm der re:publica vom 6. - 8. Mai in Berlin ist online und bietet wieder eine Menge an Inhalt rund um das Web und dessen gesellschaftlichen Auswirkungen an. Open Science und Open Data ist in diversen Talks enthalten, und es gibt sogar eine eigene Open Science Subconference.

Im Juni wird Peter Murray-Rust einen Wien-Besuch absolvieren. Geplant sind - in Zusammenarbeit zwischen OKF-AT und FWF - Event rund um Content Mining und Open Science. Stay tuned!

openscienceASAP

Open Access an der Uni Wien sowie Open Source und Open Data in der Mobilitätsforschung, das waren die Themen im Open Science in Aktion Podcast im letzten Monat. Und wenn man schon beim Thema ist, muss auf die geniale Folge des OpenScienceRadio zu Reproduzierbarkeit verwiesen werden.

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Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.