Adrian Pohl arbeitet seit 2008 im Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz). Er ist Koordinator der Arbeitsgruppe der Open Knowledge Foundation zu Open Bibliographic Data und Vorstandsmitglied der OKF DE. In diesem Interview mit der Zeit Online berichtet Adrian über die Infrastruktur für offene bibliographische Daten:

Worum geht es bei Open Bibliographic Data (OBD)?

Adrian Pohl: Wir orientieren uns an der Open-Access-Bewegung. Deren Idee wird bereits weitgehend in der Bibliothekswelt unterstützt: Ergebnisse öffentlich finanzierter Wissenschaft sollen auch jedem öffentlich zugänglich sein. Bibliotheken sind ebenfalls meist aus öffentlichen Geldern finanziert. Deshalb sollten die von ihnen produzierten Daten auch offen zugänglich und wiederverwendbar sein. Mit den “Prinzipen zu offenen bibliographischen Daten” haben wir in der Open Knowledge Foundation klare Anforderungen für die Freigabe solcher Daten formuliert, insbesondere im Hinblick auf die Wahl der Lizenz. Bibliotheksdaten können vielen von Nutzen sein.

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Wie würden Sie die OpenBib-Szene in Deutschland beschreiben?

**Insgesamt ist die Szene noch eher klein, dafür aber stetig wachsend. Das Thema wird von vielen interessiert beobachtet. Vor Kurzem wurden etwa die ”Empfehlungen zur Öffnung bibliothekarischer Daten“ einer deutschlandweiten Forschungsgruppe veröffentlicht. Auch die Herausgabe eines Leitfadens durch das hbz soll Open Data in der Bibliothekswelt voranbringen. Der Leitfaden wurde von dem Juristen Till Kreutzer verfasst und enthält Informationen zu rechtlichen Hintergründen von Open Data in der Bibliothekswelt.