Annähernd 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zur Open Aid Data Konferenz in Berlin. Die Veranstaltung führte zu spannenden Diskussionen, wie offene Daten für mehr Transparenz in der Entwicklungshilfe genutzt werden können. Am Vortag der Konferenz gab es ein Datenbank-Training von AidInfo und einen Hackday.

In diesem Beitrag fasse ich den spannenden Austausch und die Ergebnisse des Hackdays zusammen. Neben Programmierern kamen zum Hackday auch Teilnehmer mit anderen Kenntnissen, die in verschiedenen Teams über den Tag an folgenden Fragen zusammen arbeiteten:

  • Was müssen wir wissen um Open Data für Transparenz in der Entwicklungshilfe zu nutzen?
  • Welche Daten sind bereits vorhanden?
  • Wer profitiert von Entwicklungshilfe?
  • Wie kann man Open Data in eine Organisation einführen?

Marek Tuszynski vom Tactical Technology Collective half uns eine spannende Diskussion mit vielen Fragen und einigen Antworten zu führen. Hier ist der Link zu einem kleinen Protokoll der Diskussion. Und hier eine kleine Liste von bestehenden Datensätzen.

Eine Gruppe erarbeitete direkt auch ein Dokument, das eine erste Orientierung zur Einführung von Open Data in einer Organisationen liefen soll. Andere Teams schauten sich den Stand der Daten an. Um es gleich vorweg zu nehmen. Der Bestand an Daten zur Entwicklungshilfe ist enttäuschend: Informationen sind verstreut, kaum Daten sind in offenen Formaten vorhanden und eine Aufschlüsselung von Finanzdaten, wie Projektausgaben werden bisher nicht veröffentlicht.

Leider ist es auch unmöglich eine Liste von Organisation zu erhalten, die von dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert werden. Wir reden hier immerhin von 6 Milliarden Euro, deren Verwendung nur sehr grob angegeben wird. Deshalb war ein Resultat des Hackday eine Anfrage im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes an das BMZ zu senden.

Ein weiteres Team fand heraus, das es auch keine Übersicht gibt, wo deutsche Organisationen weltweit aktiv sind. Die Alternative ist die Suche auf Webseiten von hunderten von Organisationen, um mehr Details über die verschiedenen und nicht selten überlappenden Aktivitäten zu bekommen.

Aber es gibt dann doch noch eine Datenbank, die mit sehr interessanten Ergebnissen aufwartet. Die OECD bekommt von ihren Mitgliedsländern, wie Deutschland wenigstens Zahlen zu jedem geförderten Projekt die Teil der Official Development Assistance (ODA) sind. In dem Creditor Reporting System (CRS) werden viele verschiedenen Aktivitäten fest gehalten. Das sind für die Jahre 1995-2009 immerhin über 50 tausend Projekte.

Für einen besseren Überblick habe ich eine Karte aufgesetzt, die all diesen Daten nach der Verteilung auf die einzelnen Länder darstellt. Dazu kommt noch eine Markierung der Länder, die nach dem Democracy Index des Economist als autortitäre Staaten eingestuft sind.

Link zur Karte

Die Karte zeigt einige interessante Dinge, so dass zum Beispiel Russland, Irak und China die größten Empfänger von Geldern in den letzten 15 Jahren waren. Interessant ist auch, dass annähernd 200 Ländern von der deutschen Regierung Zuwendungen erhalten haben und ein substantieller Anteil ging an autoritäre Regime. Wir werden in den nächsten Monaten diese Daten weiter erforschen und planen bereits weitere Anwendungen für mehr Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit.