Open Science

Der Begriff Open Science (Offene Wissenschaft) bündelt Strategien und Verfahren, die allesamt darauf abzielen, die Chancen der Digitalisierung konsequent zu nutzen, um alle Bestandteile des wissenschaftlichen Prozesses über das Internet offen zugänglich und nachnutzbar zu machen. Damit sollen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft neue Möglichkeiten im Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen eröffnet werden.

Die deutschsprachige OKF-Arbeitsgruppe »Open Science«

Für den Bereich Wissenschaft konstituierte sich am 16.7.2014 im Rahmen des OKFestivals in Berlin eine deutschsprachige Open Science Arbeitsgruppe. Ziel der Arbeitsgruppe ist die Vernetzung von Aktiven im Bereich Öffnung von Wissenschaft und Forschung (Open Science) und die Erarbeitung rechtssicherer Rahmenbedingungen für das Veröffentlichen von Forschungsergebnissen. Zusätzlich soll die Arbeitsgruppe die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Open Science Gruppen koordinieren und als Ansprechpartner für Forscher, Institute, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zum Thema Open Science fungieren.

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Website: www-ag-openscience.de

Mission Statement der deutschsprachigen Open Science AG

Zur internationalen Open Access Week 2014 haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe folgendes Mission Statement (Version 1.0) veröffentlicht.

Science – Open by default

Version 1.0, Oktober 2014

Offenheit ist ein immanenter Bestandteil der Wissenschaft. Der Zugang zu bewährtem Wissen und aktuellen Informationen entscheidet über Qualität, Inhalt und Anschlussfähigkeit von Erkenntnis und Innovation. Die Digitalisierung bietet der Wissenschaft neue Chancen im Umgang mit Wissen und Informationen. Neue Verfahren des Austausches von Publikationen, Forschungsdaten, Programmcode und Lehrmaterialien über institutionelle, geografische und fachliche Grenzen hinweg haben auf Basis des Internets Eingang in Forschung und Lehre gefunden.

Der Begriff Open Science bündelt in diesem Zusammenhang Strategien und Verfahren, die allesamt darauf abzielen, die Chancen der Digitalisierung konsequent zu nutzen, um alle Bestandteile des wissenschaftlichen Prozesses über das Internet offen zugänglich und nachnutzbar zu machen. Damit sollen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft neue Möglichkeiten im Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen eröffnet werden.

Ob Publikationen, Daten, Programmcode oder Lehrmaterialien – weltweit haben ForscherInnen damit begonnen, unter dem Attribut Open und Begriffen wie Open Data, Open Source, Open Methodology, Open Peer Review wie auch Open Access wissenschaftliche Informationen frei im Web zugänglich zu machen. Diese Entwicklung findet in den wissenschaftlichen Communities unterschiedlich schnell und auf verschiedene Arten statt. Je nach Disziplin sind unterschiedliche Herausforderungen und fachspezifische Fragen bei der Öffnung von wissenschaftlichen Informationen zu berücksichtigen und zu klären.

Eine der zentralen Herausforderungen von Open Science ist, die langfristige Nutzung von wissenschaftlichen Verfahren und Erkenntnissen in neuen Zusammenhängen zu ermöglichen. Hierfür müssen rechtliche, technische und kulturelle Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Publikationen, Methoden und andere Objekte des Forschungsprozesses sind so zu öffnen, dass sie transparent, nachvollziehbar und nachnutzbar sind. Durch die vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen fördert Open Science die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Ziele

Ziel ist es, Open Science zum Standard in den deutschsprachigen Forschungsgemeinschaften zu machen. Wir wollen dieses Ziel erreichen, indem wir offene Lösungen für Forschung und Lehre entwerfen, Wege zur Realisierung von Open Science aufzeigen und die Schaffung von geeigneten politischen und operativen Rahmenbedingungen fördern.

Die Open Science AG unterstützt WissenschaftlerInnen bei der Arbeit mit digitalen Ressourcen und Methoden in Forschung und Lehre. Die AG will Kooperationsweisen, Methoden und digitale Werkzeuge optimieren, so dass Open Science ohne erheblichen Mehraufwand realisiert werden kann. Dazu gehört ebenfalls, dass WissenschaftlerInnen entsprechende Anerkennung für die Öffnung der eigenen Forschung erhalten.

Wir befürworten Transparenz, Vielfalt und neue Wege bei der Veröffentlichung und Bewertung von Forschungsergebnissen wie auch dem Forschungprozess selber. Der Austausch soll nicht nur innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft gefördert werden, sondern auch mit einer breiten Öffentlichkeit. Geplante Aktionsbereiche

Konkrete Maßnahmen und Aktivitäten adressieren besonders die folgenden Themen:

  • Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit: Offenlegung von detaillierten Prozeduren und Materialien in wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Redaktions- und Reviewprozessen
  • Bewertung von Qualität und Reputation: Lösungen im Umgang mit reputationsfördernden Möglichkeiten der Veröffentlichung, die nicht offen sind, z.B. bei zugangsbeschränkten Zeitschriften mit hohem Impact-Faktor
  • Nachnutzbarkeit: Nutzung von Forschungsergebnissen durch andere Forschungsgruppen, aber auch durch kommerzielle Unternehmen
  • Öffnung: Entwicklung und Einsatz offener Methoden und Schnittstellen, z.B. für Text und Data Mining, sowie Aufbau und Zugang zu offenen Infrastrukturen
  • Vernetzung und Integration: Einbeziehung von Stakeholdern mit unterschiedlichen Interessen und Anforderungen, z.B. in den Bereichen Citizen Science, Politik, und NGOs
  • Verbreitung: Entwicklung und Nutzung von Tools und Diensten zur Verbreitung von Methoden und Ergebnissen
  • Finanzierung: Entwicklung und Förderung von Modellen für die offene und freie Verbreitung von wissenschaftlichen Ergebnissen und Informationen über Open Access Zeitschriften hinaus

Über uns – Die deutschprachige Open Science AG der OKF

Die Open Science AG ist eine offene Initiative, welche die Idee freier und offener Wissenschaft und Forschung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik unterstützt.

Das Mission Statement dient uns zur Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von Open Science und aktuellen Problemen in Wissenschaft und Forschung und soll uns einen Rahmen für geplante Aktivitäten im deutschsprachigen Raum geben. Genauso wie die Arbeitsgruppe ist das Dokument offen für Veränderungen und ruft zum Mitmachen und Diskutieren auf. Mitglieder der AG:

  • Dr. Konrad Förstner
  • Marco Tullney
  • Martin Hammitzsch
  • RA Dr. Daniel Hürlimann
  • Mario Parade
  • Christian Heise, OKF DE / CDC
  • Ulrich Herb
  • Katharina Meyer, OKF DE
  • Dr. Markus Neuschäfer
  • Dr. Thorsten Rissom
  • Dr. Peter Kraker, Know-Center/OKF-AT
  • Stefan Kasberger, OKF-AT
  • Claudia Koltzenburg
  • Rene Kaiser
  • Prof. Dr. Björn Brembs
  • Dr. Guido Scherp, Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0
  • Dr. Daniel Mietchen
  • Benedikt Fecher
  • Marcel Hebing
  • Lambert Heller
  • Andreas E. Neuhold
  • Felix Lohmeier, SLUB Dresden
  • Jens Nauber, SLUB Dresden
  • Sascha Foerster
  • Christoph Lutz
  • Matthias Fromm
  • Rene König, ITAS, KIT
  • Heinz Pampel
  • Andreas Leimbach
  • Thilo Paul-Stüve, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Prof. Dr. Sascha Friesike

www-ag-openscience.de