Energie für eine effiziente Stadt! Am 12. und 13. Oktober fand der vierte Energyhack von Stromnetz Berlin und der Open Knowledge Foundation statt.

Video: Lea Pfau.

Ziel des Hackdays war es, innerhalb von 24 Stunden mit offenen Daten aus dem Energiesektor kreative Projekte umzusetzen, um die Gesellschaft stärker für die Themen Strom-, Energienetze und Energiewende zu sensibilisieren und Anwendungen für diese Bereiche zu entwickeln. Wie im Vorjahr fand die Veranstaltung im Kontext des Forschungsprojekts WindNODE statt. Dadurch hatten wir die Chance, weitere Betriebe der Daseinsvorsorge wie die Berliner Wasserbetriebe als Unterstützer und Bereitsteller von offenen Daten zu gewinnen.

Mit dem Infralab Berlin auf dem EUREF-Campus hatten wir den perfekten Ort für die Veranstaltung. Der Campus, das Micro Smart Grid und das Gasometer boten vielfältige Möglichkeiten, die Energiewende live zu erleben.

Kick-Off und Impulse

Auf der Auftaktveranstaltung am Freitagnachmittag hatten wir die Gelegenheit, Energie- und Datenexperten, Entwicklerinnen und Forscher an einen Tisch zu bringen. Nicolas Zimmer von der Technologie Stiftung Berlin legte mit einen Impulsvortrag: Blick über Tellerrand zu Energie, Daten und Smart City. Kunst, Kultur und Diversity? los.

Nicolas Zimmer - TSB

Bei der anschließenden Paneldiskussionen „Smart City ohne Strom geht nicht - Aber effizient muss sie sein!“ mit Felix Groba (SenWEB), Regina Gnirss (Berliner Wasserbetriebe), Daniel Hesse (BVG) und moderiert von Claudia Rathfux (Stromnetz Berlin) wurden Fragen von Datennutzung und innovative Ansätze zur effizienten Energienutzung in der Stadt von morgen diskutiert.

Hackday

Dabei stellten die Diskutantinnen heraus, wie wichtig die Einbindung der „Datenanforderer“ in den Prozess der Datenbereitstellung von Daseinsversorgern sein könnte. Benjamin Horn von Berlin Partners stellte die WindNODE Challenge vor.

Hackday
Eröffnung mit Thomas Schäfer und Staatssekretär Christian Rickerts

Zum Auftakt des Hackathons um 18 Uhr füllte sich das InfraLab noch einmal deutlich. Sebastian Meier von TSB gab einen Vortrag zur Datenvisualisierung. Neben Stromnetz Berlin und SenWeb mit dem Energieatlas stellten diesmal u. a. die Berliner Wasserbetriebe und Robert Hinterberger Daten (CO2-Stromerzeugungsdaten) vor und füllten das WindNODE-Datenportal.

restart - Tag 2

Nach dem gelungenen Auftakt ging es am Samstag mit den Pitches der Projekte weiter. Wer wollte, konnte im Laufe des Tages an Workshops rund um das WindNODE-Spiel teilnehmen oder sein smartes Strombärchen, dass alle Teilnehmerinnen als Bausatz bekamen, zusammenlöten.

Energieatlas
Energieatlas präsentiert von Felix Groba, kleines Video

Projekte und Preise

Trotz der vielfältigen Ablenkungen (herrliches Wetter und die große #unteilbar-Demo am Samstag) arbeiteten die Teilnehmerinnen konzentriert an über neun tollen Projekten. Darunter auch einige von den jugendlichen Teilnehmern, die dem Charme des Strombärchens erlagen.

Jugendtrack

Der Jury aus Betül Özdemir (SenWEB), Lea Pfau (OKFDE), Felix Groba (SenWEB), Markus Graebig (WindNODE) und Thomas Schäfer (Stromnetz Berlin) fiel es dementsprechen schwer, ihre zahlreichen Favoriten zu küren. Am Ende setzen sich folgende Projekte durch:

Die Gewinner der Hacking-Boxen von projektzukunft.berlin.de waren:

IOB internet of Bears
Internet of Bears - Open Source IoT-Lernplattform für Schülerinnen und Schüler auf Basis des Strombären.
Team: CMS crew & OK Lab Potsdam (Benni, Forian, Bernd, Martin, …)

Simspeicher
Simspeicher - Versucht, mit einem Speicher Euren Stromverbrauch zu optimieren! Malte Viefhues und Mario Pilz

Wer oder was bin ich?
Wer oder Was bin ich? Ein Datenratenspiel von Johannes Filter und Andreas
Die große Frage, aus welchem *werk stammen die Daten?

SmartCityServices
SmartCityServices, ein Datenanforderungsfeedbackkonzept für Unternehmen der Daseinsvorsorge von Lislis und Nadine Evers


Sonderpreise:

Preisverleihung

Simulation der Berliner Klärwerke und Stromnetze
Das Projekt ist bereits beim letzten Energy Hack entstanden und wurde dieses Mal von Team Tursics reloaded 2.0 (Thomas und Julian) weiterentwickelt.

EVDensity
Das Projekt nutzt FIS-Laternendaten und Google Popular Times, um daraus Modelle für die erwarten Nutzungsmuster für öffentliche Ladeinfrastruktur für die unterschiedlichen Ladetypen „Regelmäßiges Laden“, „Zusatzladen“ und „Schnellladen“ zu erstellen. Die Daten werden geeignet visualisiert und bieten so eine detaillierte Perspektive als der aktuelle Energieatlas. Weiterentlickung des Projekt von Vorjahressieger Marcus Voss vom DAI-Labor

ISEMS - Independent Solar Energy Mesh System (ISEMS)
Elektra verfeinerte das unteilbare Projekt, ein unabhängiges Solarnetzwerk zu betreiben.

Aus Compliancegründen ging die Hackingbox von SmartcityServices an Team Tursics reloaded 2.0. Der Metapreis ging an ISEMS. Florian T. bekam den Jugendpreis. Marcus Voß und Team Tursics qualifizierten sich für die WindNODE Challenge von Stromnetz Berlin (nächsten Schritte für die 30.000). Das IoB Internet of Bears Team wurde von Hr. Graebig von WindNODE zu weiteren Gesprächen eingeladen.

Eine Übersicht zu allen Projekten findet ihr hier im Hackdash. Wir laden die Teams ein, aktuelle Weiterentwicklungen dort zu dokumentieren. Von einigen Teams wissen wir bereits, dass sie weiter an ihren Projekten arbeiten. Wir hoffen euch in einem Jahr beim nächsten Event wieder zu sehen.

Die Erfahrungen aus den letzten Hackdays zeigen, dass die weiterhin nutzbaren offenen Daten den Teilnehmerinnen ermöglichen, ein nachhaltiges Projekt zu entwickeln.

30.000.- Euro für die Weiterentwicklung von Projekten

Im Rahmen von WindNode wollen wir noch mindestens ein weiteres Community-Event rund um offene Energiedaten in den nächsten Jahren durchführen. Um interessante Projekte zwischen den Veranstaltungen von der Idee auf dem Hackathon zum fertigen Prototypen und funktionierenden Demonstrator entwickeln zu können, hat Stromnetz Berlin im Rahmen von WindNODE ein Budget von 30.000 Euro eingeplant. In den nächsten Wochen werden wir einzelne Projekte mit nachhaltigen Potenzial für die Energiewende ansprechen und darüber ins Gespräch kommen, was ihr braucht, um euer Projekt fertig zu stellen. Damit wollen wir den Hackday-Effekt abschwächen und fördern das langfristig tolle offene Softwareprojekte umgesetzt werden.

Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr zeigt, dass offene Software-Lizenzen die Vertragsvereinbarung unheimlich erleichtern können.

Danke an die Unterstützer

Hackingbox

Harvest
Besonderen Dank auch an Julian Oliver für sein sehr cooles Project H A R V E S T (Finanzierung von Klimaforschung durch windpowered crypto-mining) und weitere Lichtinstallationen.

Danke auch an Ivonne, Luca und Frank für die Kinder- und Jugendbetreuung, die wieder zeigte, dass Kinder und Jugendliche noch mehr einbezogen werden sollten. Und vielen, herzlichen Dank an die TeilnehmerInnen und Helferinnen, die diese wunderbaren zwei Tage ermöglicht haben.

Alle Fotos vom Energyhack „“Energyhack^2 - Energie für eine effiziente Stadt” kann man sich hier anschauen. Dankeschön an unseren Fotografen, Leonard Wolf für die schönen Bilder. Wir hatten viel Spaß! Wir sehen uns hoffentlich beim nächsten „Energyhack“ bzw. bei der kommenden Veranstaltung im Rahmen des WindNODE-Projektes für ein entspanntes Verschmelzen u.a. der Projekte IoB und CityServices.

Blinki
Updates und weitere Ressourcen:

Präsentationen Slides:

High Five!