Ob Kredite, Handyverträge oder Wohnungsbewerbungen - bei wichtigen Verbraucherfragen spielt der Schufa-Score eine zentrale Rolle. Wer zu wenige Punkte hat, geht oft leer aus. Das Scoring-Verfahren des Privatunternehmens Schufa ist allerdings höchst intransparent. Als Geschäftsgeheimnis ist es der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Das wollen wir ab heute mit dem Projekt OpenSCHUFA ändern. Gemeinsam mit AlgorithmWatch wollen wir den Algorithmus der Schufa mit Reverse Engineering rekonstruieren.

Dazu rufen wir zur Datenspende auf: Alle Menschen können unter selbstauskunft.net/schufa bei der Schufa ihren kostenlosen SCHUFA-Score anfordern und die Daten anschließend an das Projekt spenden.

Kommen ausreichend Datenspenden zusammen, können wir möglicherweise nachweisen, ob der SCHUFA-Score diskriminiert: Welche Auswirkungen hat das Geschlecht oder der Wohnort einer Person auf den Score? Ist der Algorithmus überhaupt zuverlässig? Verstärkt er Ungerechtigkeiten?

Crowdfunding für die Auswertungs-Software

Etwa zehn Prozent der 70 Millionen Personen, die laut eigenen Angaben der Schufa dort ein Profil haben, haben einen oder mehre negative Einträge. Überprüft werden diese bisher kaum. Zu möglichen Fehlern im Schufa-Algorithmus kommen noch fehleranfällige Schnittstellen zu etwa 9.000 Vertragspartnern in Banken, Telekommunikationsanbietern und anderen.

Zur Entwicklung der Auswertungs-Software machen wir außerdem ein Crowdfunding. Bis zum 15. März sammeln wir 50.000 Euro, um ein möglichst einfaches Interface zu entwickeln, in dem Menschen ihre Schufa-Auskunft per Smartphone einscannen und zusätzliche Daten einpflegen können. Dabei wollen wir vor allem darauf achten, dass die neue Software datenschutzfreundlich ist - also Übertragung und Speicherung der Daten sicher ist. Die Datenspende soll anonymisiert ablaufen, soweit dies im Rahmen der Schufa-Daten möglich ist.

zur Selbstauskunft bei der Schufa
weitere Infos und jetzt spenden

Update, 19.02., 0:00 Uhr: Bisher haben mehr als 7.500 Menschen ihre Schufa-Selbstauskunft beantragt. Es kamen mehr als 24.000 Euro im Crowdfunding zusammen. Das freut uns sehr - weiter so! Wir brauchen insgesamt 50.000 Euro und 10.000 Anfragen!

Pressekontakt: Arne Semsrott, arne.semsrott@okfn.de, 030 57703666 0