Dass offene Daten Auftrieb haben, wird nicht zuletzt durch Initiativen wie die Open Government Partnership oder jüngste Bestrebungen der Koalition deutlich, Datenbestände der Verwaltungen zu öffnen. Auch die International Open Data Conference (IODC) zeigt, dass das Konzept von Open Data mehr und mehr Einzug in die Gesellschaft hält. Jährlich treffen sich Vertreter aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Unternehmen, um sich über neueste Entwicklungen in der Open-Data-Community auszutauschen. Im Rahmen der IODC werden vielfältige Themen im Kontext von Open Data diskutiert. Wir waren mit mehreren Themen auf der Konferenz vertreten.

Themen auf der IODC:

Wie wichtig für viele Bereiche heutzutage die Arbeit mit offenen Daten geworden ist, spiegelt die Vielzahl an Themen wieder, die auf der IODC im Zeichen von Open Data thematisiert wurden. Offene Daten und Wahlen, Antikorruption, Accountability und International Aid waren nur einige Panels, die die Themen offene Daten und Demokratie verknüpften. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie offene Daten zu einem transparenteren Regierungsstil führen können, indem Verantwortlichkeiten durch die Bevölkerung eingefordert werden können.

Aber auch auf andere Bereiche haben offene Daten längst einen Einfluss gefunden. Fragen nach der Wirtschaftlichkeit von offenen Daten und deren Innovationsgehalt, deren Einfluss auf die Landwirtschaft oder Nutzen für Katastrophenmanagement waren nur einigen von vielen Aspekten, in denen Organisationen konkrete Beispiele vorstellten. Wer sich die Panel -Diskussionen anschauen möchte, wird hier fündig.

2030 Watch – Datenpaten für SDG Indikatoren:

Das Projekt 2030Watch konnte sich in zwei sehr interaktive Sessions einbringen. In einer engagierten Diskussion die von Stefaan Verhulst und Danny Lämmerhirt geleitet wurde ging es um zukünftige Forschungsbereiche zu offenen Daten. Im Panel “Measuring Open Data Together”, von Open Knowledge International, wurden Projekte diskutiert, in denen sich Bürger und Zivilgesellschaft aktiv in Datenprojekte einbringen. Hier haben wir unser Konzept der Datenpaten vorgestellt, bei dem Fachorganisationen für einen bestimmten SDG-Indikator Zielwerte aufstellen und Daten bereitstellen können.

FragdenStaat – Wie der Bundestag seine Archive öffnete:

Im Panel zu Data and Accountability diskutierten wir gemeinsam mit OpenDataSoft, Global Wittness und Follow The Money Nigeria wie Regierungen mittels offenen Daten effektiver zur Rechenschaft gezogen werden können. Dabei stellten wir konkrete Fallbeispiele und Strategien vor wie Regierungen durch Civic-Tech zur Öffnung von Daten gebracht werden können.

Open Budgets – Support budgeting and spending data:

Wie Korruption durch offene Daten aufgedeckt und bekämpft werden kann, diskutierten wir im Panel zu Data and Budgets. Hier berichteten wir von unseren aktuellen Ergebnissen bezüglich der Studien zu EU-Transparenz und Budget Data, unserer Journalismus Fallstudie sowie dem Participatory Budgeting Portal. Die gesamte Session findet man hier: Data + Budget.

ODINE – Wirtschaftsförderung durch Open Data:

Im Panel “Learnings from open data incubator for Europe (ODINE)’ stellten wir u.a. die Vorzüge und Potenziale von offenen Daten für Unternehmen vor. Dabei zeigten wir, wie eine frühzeitige Förderung der neuen Generation digitaler Businesses helfen kann, ihre Produkte effektiv auf den Markt zu bringen. Durch ODINE werden aktuell 7 deutsche Open Data Firmen mit bis zu 100.000 Euro unterstützt. Weiters wurde mit den Panelteilnehmer KAS, DeutscheBahn und Implisense wichtige Entwicklungen der letzten 12 Monaten in Deutschland aufgezeigt. Dies unterstreicht, dass die Forderung nach einem Open Data Gesetz nicht nur ein Anliegen der Zivilgesellschaft, sondern auch ein grosses Anliegen von wirtschaftlichen Akteuren ist.

Die Potenziale offener Daten für wichtige Bereiche der Gesellschaft wurden auch bei der diesjährigen IODC wieder unter Beweis gestellt. Bis zum nächsten Mal in 2018, dann in Buenos Aires.