Bildungsgerechtigkeit ist ein wichtiger Indikator für die gesellschaftlichen Perspektiven in Deutschland. Das Bündnis freie Bildung (BFB) hat heute ein gemeinsames Positionspapier zum Thema freie und offene Bildungsmaterialien verabschiedet. Das Bündnis stellt dabei fest, dass die bisherigen Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Verfügbarkeit freier und offener Bildungsmaterialien, bisher unzureichend sind und eine klare Strategie zwingend notwendig ist.

Freie Bildungsmaterialien werden als ein Mittel für eine gerechtere und partizipativere Bildung gesehen. Zum einen sollen durch Steuergelder finanzierte Bildungsmaterialien für die Allgemeinheit nutzbar sein, zum anderen eröffnen sich mit freien Bildungsmaterialien auch neue und innovative Möglichkeiten des Lernens und Lehrens. Das veröffentlichte Positionspapier enthält konkrete Handlungsempfehlungen. Diese richten sich primär, aber nicht ausschließlich, an die Legislative und Exekutive in Deutschland – soweit Regulierung, Entwicklung und Einsatz von Bildungsmaterialien in den verschiedenen Bildungssektoren Teil ihres öffentlichen Auftrages sind – insbesondere also an die Bildungsministerien und -behörden sowie die Parlamente und Regierungen auf Bundes- und Landesebene.

„Während in der Digitale Agenda der Bundesregierung der Themenbereich der freien und offenen digitalen Lehr- und Lernmaterialien gänzlich ausgelassen wurde, hat die Bundesregierung jetzt die einmalige Chance sich klar zu einer Bildungsgerechtigkeit im digitalen Zeitalter zu bekennen“, sagt Christian Heise, Vorstandsmitglied der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.

Das Bündnis sieht es als Pflicht der öffentlichen Hand, sich klar zu freien Bildungsmaterialien zu bekennen und eine umfassende OER-Strategie zu entwickeln. Der öffentlichen Hand obliegt es auch, die Rahmenbedingungen und Strukturen zur Förderung von OER zu schaffen und nachhaltig auszugestalten. Es bedarf in der gegenwärtigen Phase einer gezielten Förderung der Erstellung und Nutzung von OER, bei der die öffentliche Hand mit den entstehenden OER-Communities zusammenwirken kann und sollte.

Das Positionspapier kann auf der Internetpräsenz des BFB abgerufen werden: http://buendnis-freie-bildung.de/positionspapier-oer/

Über das Bündnis:
Das Bündnis Freie Bildung (BFB) ist eine Koalition von Organisationen und Personen mit dem gemeinsamen Ziel, freie Bildungsmaterialien (engl. “Open Educational Resources”, kurz OER) und ihre Förderung in Politik und Gesellschaft zu verankern. Das Bündnis wurde auf Initiative von Creative Commons Deutschland, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland gegründet und versteht sich als Forum für Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich für offene Lizenzen in der Bildung einsetzen. Das Bündnis Freie Bildung hat den Anspruch, als Netzwerk die Debatte um freie Bildungsmaterialien in der Öffentlichkeit voran zu bringen und konkrete Vorschläge zu machen, wie OER als Teil der Lehr- und Lernlandschaft gestärkt werden können.