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Veröffentlichung Open Definition 2.0 & deutsche Übersetzung

Christian Heise - 21. Oktober 2014 in offene Daten, Open Knowledge Foundation

open-definition-deBereits vor knapp zwei Wochen wurde die zweite Version der Open Definition veröffentlicht. Sie definiert die Grundprinzipien für Open Data/Open Content und ist unsere Grundlage für Offenheit bei Open Data und offenen Inhalten aller Art jenseits von Open-Source-Software. Seit 7. Oktober ist sie in der überarbeiteten Version 2.0 verfügbar.

Ziel der Open Definition war und ist es rechtliche Probleme auf Grund der Verwendung falscher oder nicht kompatibler Open-Lizenzen präventiv zu verhindern und OpenWashing zu vermeiden. Mit der Überarbeitung der Lizenz und der Webseite wurde auch die Daten-Deutschland-Lizenz 2.0 als kompatible Lizenz mit aufgenommen (wie bereits angekündigt).

Auch wenn es bereits Kritikpunkte an der neuen Version der Defintition gibt, bitten Christian Hauschke und Adrian Pohl um Hilfe bei Übersetzung der Version 2.0 in die deutsche Sprache. Dabei sollen die eventuellen Schwächen in der Definition nicht Aufgabe der Übersetzung sein. Wir unterstützen diesen Aufruf. Bei der Übersetzung kann im Pad unter https://pad.okfn.org/p/OpenDefinitionde mitgeholfen werden.

Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Open Data Charter der G8 (G7)

Christian Heise - 24. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten, Positionen

g8-aktions-plan - open-dataGrundsätzlich begrüßt die Open Knowledge Foundation Deutschland, dass die Bundesregierung mit fast einem Jahr Verspätung und als letztes der G7-Mitglieder endlich seinen nationalen Open Data Aktionsplan (PDF) veröffentlicht hat. Der veröffentlichte Aktionsplan enthält einige sehr gute und für das Thema Open Data in Deutschland recht progressive Ansätze. Allerdings gehen diese Ansätze aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland nicht weit genug. Anfang 2014 hat die Open Knowledge Foundation einen Empfehlungskatalog für den nationalen Aktionsplan an das federführende Referat im Bundesinnenministerium (BMI) übermittlet. Von diesem Empfehlungskatalog wurden allerdings nur einige wenige Punkte übernommen.

Positiv hervorzuheben sind die Ankündigungen, dass eine “gesetzliche Open-Data-Regelung” angestrebt wird, dass “alle Ressorts bis zum Ende des dritten Quartals 2014 eine Open-Data-Ansprechpersonen benennen” und die Erwähnung der Open Definition als rechtliche Grundlage für Open Data in Deutschland. Auch die Feststellung der Bundesregierung “weiterhin den Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zu suchen” ist nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre grundsätzlich positiv zu bewerten, sollte aber ebenso selbstverständlich sein.

Alles in allem ist der Aktionsplan der Bundesregierung aus Sicht der Open Knowledge Foundation jedoch inhaltlich zu begrenzt. Die Veröffentlichung von “mindestens zwei Datensätze (…) jeder obersten Bundesbehörde sowie jeder Bundesober- und Bundesmittelbehörde”, und die aufgelisteten 40 bis Ende 2015 zu veröffentlichten Datensätze sind weder qualitativ noch quantitativ ausreichend, um Deutschland ernsthaft “zu einem Vorreiter für die Bereitstellung offener Verwaltungsdaten” zu machen. Außerdem bleiben einige Punkte des 22-seitigen Aktionsplans zu abstrakt für einen “Aktionsplan”. Schließlich fehlen auch Aussagen zur Open Government Partnership sowie zur Finanzierung der genannten Vorhaben.

Neben der Kritik an dem Aktionsplan selber ist aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland besonders problematisch, dass eine direkte Konsultation zur Ausgestaltung des nationalen Aktionsplans mit allen Gruppen der Gesellschaft ausgeblieben ist, dass eine zentrale Clearingstelle fehlt und dass die Erarbeitung des Aktionsplanes nicht in bestehende Aktivitäten im Bereich Open Government eingebettet ist. Auch fehlt es an konkreten Plänen zur Ermittlung an Datennachfrage, zur gezielten Förderung der Nachnutzung offener Daten und zur Schaffung eines Ökosystem für offene Daten. In diesem Zusammenhang wären Maßnahmen zur Vermittlung des Mehrwerts von offenen Daten für die Verwaltung selbst sehr wünschenswert gewesen.

Unser Fazit: Ein erster positiver Schritt, aber leider nicht mehr.

Auch wenn die Open Knowledge Foundation Deutschland viel mehr gewünscht hätte und die genaue Überprüfbarkeit der teilweise unkonkreten Maßnahmen schwierig wird, sind wir gespannt, wie die vielen Maßnahmen, wie zum Beispiel die “Public-Community-Partnership” zur Förderung offener Verwaltungsdaten genau umgesetzt werden sollen. Positiv ist zudem, dass zumindest einige der Empfehlungen der Open Knowledge Foundation Deutschland aufgegriffen wurden.

Die Open Knowledge Foundation Deutschland wird das Thema weiterhin begleiten, auch, weil Deutschland im Jahr 2015 den G8/G7 Vorsitz hat, den Gipfel ausrichtet und im gleichen Jahr die Implementierung der G8/G7 Prinzipien für offene Daten in die Politik der G7-Staaten samt technischer Implikationen abgeschlossen sein muss. Deutschland hat damit auch eine internationale Verantwortung bei dem Thema.

Wir verstehen den kürzlich veröffentlichten Aktionsplan als ressortübergreifenden Kompromiss eines Rahmensetzungsdokuments das nun in den nächsten 15 Monaten mit sehr viel Leben gefüllt werden muss. Dass aber bis Ende 2015 in Deutschland das erste Prinzip der Charter (“Open Data by Default”) vollkommen umgesetzt werden wird, ist aber eher unwahrscheinlich.

Mehr über die Historie und den Umfang der G8 Open Data Charter finden Sie hier.

Erfolg für Open Data: Datenlizenz Deutschland Version 2.0 ist eine offene Lizenz (Update)

Christian Heise - 22. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

open-definition-daten-lizenz-deutschlandDie im Juli 2014 als Entwurf veröffentlichte Datenlizenz Deutschland Version 2.0 ist als “offene Lizenz” vom Open Definition Advisory Council bestätigt worden und entspricht damit allen rechtlichen Anforderungen an Open Data.

Die Lizenz in den Varianten “Zero” (also “einschränkungslos”) und „Namensnennung“ können damit sofort zur Kennzeichnung von offenen Verwaltungsdaten in Deutschland verwendet werden. Damit ist auch die Rechtssicherheit für die Bereitsteller und Nutzer umfassend sichergestellt sowie Zusammenführung der Daten unter Datenlizenz Deutschland 2.0 mit solchen Daten, die unter anderen Open-Definition-kompatiblen Lizenzen stehen, möglich. Wir hoffen nun auf die umfassende Nutzung der neuen Lizenzen durch die kommunalen, regionalen und nationalen Datenbereitsteller.

Es ist darüber hinaus auch sehr erfreulich, dass von einer Neuauflage der mit der Open Definition inkompatiblen Version der Datenlizenz Deutschland 1.0-NC abgesehen wurde. Dank geht dabei an die vielen Beteiligten (u.a. im Bundesministerium des Inneren und explizit auch noch an Mathias Schindler) für die Zusammenarbeit und den regen Austausch bezüglich der Erfahrungen im letzten Jahr, die in diese Entwicklung maßgeblich eingeflossen sind.

Mehr dazu auch auf dem Blog des deutschen Datenportals GovData.de.

Update 23.9.2014: Wir haben immer, ausdrücklich und grundsätzlich von der Schaffung einer nationalen Open-Government-Data-Lizenz abgeraten und tun das auch weiterhin. Wir freuen uns zwar sehr, dass die Daten-Deutschland-Lizenz 2.0 jetzt konform mit der Open Definition ist, als Insellösung ist es aber natürlich nur die zweitbeste Lösung. Die erstbeste Lösung ist und bleibt natürlich die Verwendung der offenen Versionen der Creative Commons Lizenz.

Apps for Europe sucht die besten #opendata Apps

Daniel Dietrich - 15. September 2014 in Featured, offene Daten

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Arbeitest Du an einer App, die offene Daten verwendet? Du möchtest Deine App in ein nachhaltiges Unternehmen weiterentwickeln? Apps for Europe hat einen Online-Wettbewerb gestartet, der die besten App-Entwickler dieses Erdteils finden soll. Wir suchen Apps, die folgendes sind:

  • Neu und nützlich
  • Einfach benutzbar
  • Darauf ausgerichtet, tragfähige Unternehmen und Dienstleistungen zu schaffen
  • Der Welt das Potenzial von offenen Daten zu zeigen

Du kannst Dich jetzt mit deiner App und deinem Geschäftsplan unter www.appsforeurope.eu/content/submit-your-application bewerben. Die Frist läuft am 31. Dezember 2014 ab. Du hast also nicht mehr so viel Zeit!

Apps for Europe

Was gibt es zu gewinnen?

Nimm am Wettbewerb teil und gewinne einen von 10 exklusiven Plätzen in der International Business Lounge auf Future Everything, einem führenden Innovations-, Kunst- und Technologie-Festival Europas am 26. und 27. Februar 2015 in Manchester.

Du bekommst die Chance, Deine App dem gesamten Publikum der Future Everything den ganzen Tag über zu präsentieren – zusammen mit den weiteren ausgezeichneten innovativen Apps aus ganz Europa. Aber damit nicht genug! Du erhältst auch die Möglichkeit, Deine App einer internationalen Gruppe von Investoren, Entscheidern aus Politik und Verwaltung sowie Firmen und Startups zu präsentieren. Diese ausgewählten Experten stehen mit ihren Fähigkeiten, Erfahrung, Kapazitäten und Kapital bereit Dich darin zu unterstützen, Deine App in ein erfolgreiches Unternehmen zu verwandeln.

Auf der Webseite von Apps for Europe findest Du weitere Informationen zur Online-Bewerbungen und der International Business Lounge der Future Everything 2015. Alle Online-Bewerbungen werden von unseren “Apps for Europe”-Partnern bewertet: Ein erfahrenes Netzwerk aus europäischen Firmen mit Kontakten, Expertise und dem gemeinsamen Ziel, offene Daten geschäftlich erfolgreich zu machen.

Warum machen wir das?

Apps for Europe möchte der Welt nicht nur die Wirkungsmacht offener Daten zeigen, sondern auch das wirtschaftliche Potenzial herauskehren. Wir fördern gemeinsam die Möglichkeiten offener Daten, indem wir Ihnen dabei helfen, Ihre Idee in ein erfolgreiches Unternehmen umzuwandeln, das sich in ganz Europa etablieren könnte.

Über Apps for Europe

Apps for Europe ist ein Unterstützernetzwerk mit dem Auftrag, datengetriebene Apps in tragfähige Unternehmen zu verwandeln. Weiter Informationen über unser Konsortium findest Du hier.

 

Das folgende Video gibt einen Eindruck über die glücklichen Gewinner der International Business Lounge der Future Everything 2014

Hier noch ein Videstatement zu Apps for Europe von Neelie Kroes, ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission zuständig für die Digitale Agenda der Europäischen Union.

 

 

Hamburger Transparenzportal: “Ich habe einen sehr positiven ersten Eindruck”

Christian Heise - 15. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

hackmack-transparenz-hamburgAm 6. Oktober 2014 tritt nach zweijähriger Übergangszeit die zweite Stufe des Hamburgischen Transparenzgesetzes in Kraft. Danach müssen alle wichtigen Dokumente der Stadt, wie Verträge der Daseinsvorsorge über 100.000 EUR, Gutachten, Subventions- und Zuwendungsvergaben, Geodaten usw. von Amts wegen in einem über das Internet zugänglichen Informationsregister veröffentlich werden. Dieses Hamburger Transparenzgesetz ist in Deutschland ein bisher einmaliges Projekt.

Seit vergangenem Donnerstag können die Hamburger Bürgerinnen und Bürger alle Akten der Hamburger Verwaltung in einer öffentlichen Beta-Version des Hamburger Transparenzportals einsehen. Am 6. Oktober wird das Portal dann offiziell gelauncht.

Gregor Hackmack, 37, war eine der drei Vertrauenspersonen der Initiative zur Einführung des Transparenzgesetzes in Hamburg und damit maßgeblicher Treiber der Hamburger Initiative. Er ist Mitglied im Landesvorstand von Mehr Demokratie Hamburg und Mitgründer von abgeordnetenwatch.de. Wir haben ihn zum Launch der Beta interviewt.

Christian Heise: Was hälst du von dem jetzt veröffentlichten Transparenzportal?

Gregor Hackmack: Es ist übersichtlich und leicht bedienbar. Ich habe einen sehr positiven ersten Eindruck und finde es wirklich klasse, dass die Hamburgische Verwaltung einen Monat vor Zeitplan fertig geworden ist und auch der Kostenrahmen eingehalten wurde. Bei IT-Projekten ist das keine Selbstverständlichkeit

Heise: Wie, keine Kritik?

Hackmack: Kritik wird sich maximal dann ergeben, wenn wichtige Inhalte fehlen. Aber auch diesbezüglich habe ich einen guten ersten Eindruck. So sind z.B. die Verträge zur Elbphilharmonie leicht auffindbar. Ich gehe davon aus, dass ab dem 6. Oktober 2014 alle gesetzlich vorgeschriebenen Informationen im Transparenzportal auffindbar sein werden. Jetzt gratuliere ich erst einmal unserer Hamburgischen Verwaltung zum erfolgreichen Start und sage Danke!

Heise: Was sind Informationen, die dich besonders interessieren?

Hackmack: Ich persönlich habe ein Herz für Bäume und finde es super, dass jeder Baum im Straßenbereich Hamburgs auf einer Übersichtskarte im Transparenzportal auffindbar ist. Aber auch Spielplätze, Verkehrskameras oder Behindertenparkplätze sind einfach auffindbar. Auch Bebauungspläne sind jetzt einfach und kostenlos für jedermann zugänglich.

Heise: Hast du schon was spannendes gefunden? Wenn ja, was?

Hackmack: Brisanter als die Hamburger Bäume sind wohl die Gehälter der Chefs von öffentlichen Unternehmen in Hamburg. So verdient der HHLA-Chef (Chef des Hamburger Hafens) über eine Million Euro pro Jahr, fast sechs mal soviel wie unser Bürgermeister Olaf Scholz.

Heise: Welche Auswirkung erhoffst du dir von dem Transparenzportal?

Hackmack: In Bezug auf die Gehältertransparenz könnte der Effekt mehr Mäßigung sein. Dadurch, dass auch Verträge wie der zur Elbphilharmonie veröffentlicht werden, wird Korruption im Ansatz bekämpft. Seit Neuverhandlung und Veröffentlichung der Elbphilharmonieverträge scheint die Baustelle auch wieder zu laufen.

Heise: Wie geht es weiter? Was muss noch getan werden?

Hackmack: Wir müssen jetzt darauf achten, dass wirklich alle Behörden, öffentliche Unternehmen und Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren gesetzlichen Transparenzpflichten nachkommen und im Transparenzportal veröffentlichen. Die Handelskammer Hamburg z.B. weigert sich bislang noch obwohl sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Aber auch da sind wir dran.

Heise: Möchtest du noch was loswerden?

Hackmack: Ich finde es unglaublich, wieviel eine kleine Gruppe von engagierten Menschen in so kurzer Zeit positiv verändern kann. Im Sommer 2011 waren wir weniger als Dutzend Engagierte und haben einfach mal ein Transparenzgesetz geschrieben – übrigens mit Hilfe eines Wikis. Wir haben dann ein Bündnis geformt und Unterschriften gesammelt. Heute nur drei Jahre später ist das Transparenzgesetz komplett umgesetzt.

Heise: Vielen Dank!

Lesetipp: Im April 2014 ist sein erster Buch “Demokratie einfach machen – ein Update für die Politik” im Verlag der Körberstiftung erschienen.

Veranstaltungstipp: Podiumsdiskussion anlässlich der Live-Schaltung des Informationsregisters am 06. Oktober 2014, 19:00 – 21:00 Uhr, betahaus Hamburg, Eifflerstraße 43, 22769 Hamburg. Mehr Informationen zur Veranstaltung hier.

Jugend hackt-Teilnehmer feiern Erfolg beim Festival of Code

Maximilian Heimstädt - 2. September 2014 in Deutschland, offene Daten

Jugend hackt beim Festival of Code

Jugend hackt beim Festival of Code

Ein Erfahrungsbericht – Nach Jugend hackt konnten wir, das sind Leander Berg, Daniel Petri, Timo Denk, Felix Schwarzer, Anne Keune und Björn Ternes, es bis zum nächsten Jahr einfach nicht mehr abwarten. Deshalb haben wir uns entschlossen nach England aufzubrechen: Seit nunmehr sechs Jahren findet dort das Young Rewired State Festival of Code statt, dieses Jahr vom 28. Juli bis zum 3. August. Das Projekt ist so ähnlich wie Jugend hackt nur um einiges größer. Montags bis Freitags treffen sich junge Hacker in Centern, die über ganz Großbritannien verteilt sind. Dort wird, wie bei Jugend hackt, fleißig an kleinen Webseiten oder Apps gearbeitet – das ganze basierend auf offenen Daten. Am abschließenden Wochenende kommen dann die knapp 1000 Teilnehmer zusammen um ihre Hacks vorzustellen. Der wohl größte kulturelle Unterschied: Weit und breit keine Club-Mate.

Bis an die Küste Englands

Die meisten Mitglieder unserer Gruppe machten sich bereits am Sonntag vor dem Festival auf den Weg nach England. Um zu unserem eigentlichen Veranstaltungsort Plymouth an der Südwestküste Englands zu gelangen steuerten wir zuerst einen der Londoner Flughäfen an und mussten uns dann noch einmal auf eine 3-4 stündige Bus- und Bahnreise begeben. Die Begrüßung in der kleinen Studentenstadt durch die Geräusche von Möwen machte das jedoch schnell wieder vergessen.

Eine Woche an der Plymouth University

Die eigentliche Hack-Woche verbrachten wir somit in Plymouth, wo wir am Montag durch den “Centre Lead” Chris Hunt empfangen wurden, der uns in alle organisatorischen Dinge einführte. Untergebracht waren wir im “Babbage Building” auf dem Gelände der Universität, weshalb wir am abschließenden Festival of Code (also am Freitag) eine komfortable Anreise von nur 200 Metern zu absolvieren hatten. Die gesamte Woche hindurch arbeiteten wir fleißig an unseren Projekten und konnten zwischen durch mit den neusten Gadgets (u.a. Oculus Rift, Smartwatch) spielen.

Jugend hackt Teilnehmer an der Plymouth University

Jugend hackt Teilnehmer an der Plymouth University

“Let’s Combine” im Finale

Am Wochenende, dem Festival of Code trafen sich somit alle beteiligten Nachwuchshacker in Plymouth um sich über die Projekte der anderen Teams zu informieren. Kurz nach unseren Halbfinalpräsentationen wurde für alle Teilnehmer zum Essen gerufen, allerdings entschieden sich die meisten von uns sich lieber in der Stadt nach einem Snack umzusehen – bis zur Bekanntgabe der Finalteilnehmer um 20:00 Uhr war schließlich noch jede Menge Zeit. Große Hoffnungen machten wir uns allerdings eher nicht. Weit gefehlt: Als wir (Björn und Daniel) uns wieder dem Universitätsgelände und somit dem WLAN-Netz näherten erreichte uns die frohe Kunde: Leanders und unser gemeinsames Projekt “Let’s Combine” stand als einziges Projekt mit deutscher Beteiligung im Finale. Und wir waren fast zu spät um uns vorzubereiten! Schnell machten wir uns auf den Weg zu den “Plymouth Pavilions” um dort gemeinsam mit den Vertretern aller anderen Finalprojekte die Location des Finales am nächsten Tag zu besichtigen. Wir waren begeistert: Die Veranstaltungshalle ist riesig, überall waren Lautsprechern angebracht und auch die Bühne war mit Lichteffekten und allem was dazu gehört ausgestattet.

“Best Example of Code”

Dann kam auch schon der Finalsonntag. Gestärkt mit einem echten Full English Breakfast brach unser Team von “Let’s Combine” auf zu den Plymouth Pavilions. Nach ein Paar letzten Vorbereitungen nahmen wir in der ersten Reihe Platz und beobachteten wie sich der Saal mit Jugendlichen und Mentoren füllten. Es wurde spannend! Kurz vor unserer Präsentation erreichten uns noch letzte Glückwünsche bevor es dann endlich losging und wir unsere Arbeit der vergangenen Woche vorstellen durften. Am Ende der wunderbaren Veranstaltung konnten wir uns schließlich über die Auszeichnung in der Kategorie “Best Example of Code” freuen.

Review: 1. Open Science Arbeitsgruppentreffen im Juli 2014

Christian Heise - 23. August 2014 in Deutschland, offene Daten, offenes Wissen, Open Science

open_science_ag_okf_deUm trotz der Kürze des OKFestivals von nur knapp drei Tagen möglichst viel Austausch zu haben, gab es in diesem Jahr eine ganze Reihe von Zusatzveranstaltungen vor und nach dem eigentlichen Event. Beispielsweise wurde die Arbeitsgruppe OpenGLAM (Mailingliste hier + Review hier) in Deutschland gegründet.

Doch auch im für den Bereich Wissenschaft konstituierte sich im Rahmen eines eigenen Open Science Fringe Events am 16.7.2014 im Büro der Open Knowledge Foundation Deutschland eine deutschsprachige Arbeitsgruppe.

Ziel der Arbeitsgruppe, bestehend aus rund 30 Personen, gut die Hälfte davon aktive Wissenschaftler, ist die Vernetzung von Aktiven im Bereich Open Science und die Erarbeitung rechtssicherer Rahmenbedingungen für das Veröffentlichen von Forschungsergebnissen – im Idealfall unter freien Lizenzen. Zusätzlich soll die Arbeitsgruppe die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Open Science Gruppen koordinieren und als Ansprechpartner für Forscher, Institute und Politik zum Thema Open Science fungieren. Erste Ziele, Aufgaben und Herausforderungen wurden kollaborativ erarbeitet und in einem Mission Statement zusammengefasst, an welchem kontinuierlich weiter gearbeitet wird. Jeder Interessierte ist dazu eingeladen, die Rahmenbedingungen mitzugestalten.

Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe findet vorraussichtlich im September 2014 statt. Wenn auch du mitmachen willst, melde dich hier zu Mailingliste an.

UPDATE 27.8.2014: Hier kann man sich für das nächste treffen anmelden.

Der Post enthält Teile eines Beitrags der SLUB Dresden.

Gemeinsame Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes über die Weiterverwendung von Informationen öffentlicher Stellen (IWG)

Christian Heise - 21. Juli 2014 in offene Daten, Positionen

BMWI_iwg_stellungnahmeFolgende Stellungnahme haben Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., Wikimedia Deutschland e.V., Digitale Gesellschaft e. V. und Creative Commons Deutschland zum Entwurf einer Neufassung des Gesetzes über die Weiterverwendung von Informationen öffentlicher Stellen (IWG) abgegeben und an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie übermittelt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., Wikimedia Deutschland e.V., Digitale Gesellschaft e. V. und Creative Commons Deutschland begrüßen eine Neufassung des Gesetzes über die Weiterverwendung von Informationen öffentlicher Stellen und insbesondere die Veröffentlichung des Entwurfs vorab im Internet.

Den Open-Data-Bestrebungen einen zeitgemäßen rechtlichen Rahmen zu geben und so die Rechtssicherheit für alle Beteiligte zu erhöhen ohne die Potenziale für mehr Transparenz ausser Acht zu lassen, muss dabei aber im Mittelpunkt der erforderlichen Anpassung an die Veränderungen der zugrundeliegenden europäischen Richtlinie stehen. Die weitergehende Öffnung von Verwaltungsdaten und staatlichen Datenbeständen ist ein wesentlicher Schritt zur modernen, offenen und transparenten Verwaltung. Grundsätzlich ist dabei zu dem Entwurf anzumerken, dass eine klare gesetzliche Positionierung notwendig ist und eine Veröffentlichung (zur Weiterverwendung) »aller im Besitz von öffentlichen Stellen« befindlichen Informationen (so die Formulierung in Art.1 Abs.1 RL 2003/98/EG) gesetzlich verpflichtend vorgeben werden muss!

Wie in der Stellungnahme von der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister e.V. (Vitako) möchten auch wir dafür werben, die vorhandene Widersprüche und unterschiedliche Begrifflichkeiten besonders im Vergleich zum EGovG des Bundes zu harmonisieren, um Klarheit und Handlungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen. Darüber hinaus müssen, entgegen dem vorliegenden Entwurf, in der finalen Neufassung des Gesetzes über die Weiterverwendung von Informationen öffentlicher Stellen (IWG) auch die Begrifflichkeiten und Implikationen von “Open Data” unbedingt Berücksichtigung finden.

Unsere weiteren Anmerkungen zum Entwurf im Detail:

Die Ansage, die Vorgaben möglichst eng am Wortlauf der Richtlinie umzusetzen ist begründungsbedürftig. Wir halten sie darüber hinaus für falsch. Die Richtlinie 2013/37/EU führt bereits in Erwägungsgrund 2 an, dass es hier um einen Mindestbestand an Regeln für die Weiterverwendung und die praktischen Mittel zur Erleichterung der Weiterverwendung vorhandener Dokumente, die im Besitz öffentlicher Stellen der Mitgliedsstaten sind geht. Dies ist ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl, eine überobligatorische Umsetzung dieser Richtlinie wenigstens zu prüfen. Es bleibt bei dem Erwägungsgrund 8 der PSI-Richtlinie und zuletzt bei Artikel 1 Absatz 1 der Richtlinie selbst, dass es hier um Mindestanforderungen geht, die von jedem Mitgliedsstaat der EU übererfüllt werden dürfen. Im Begründungsteil des Gesetzesentwurfs A) II wird kurz auf die Entscheidung zur Umsetzung eng am Wortlaut eingegangen, allerdings ohne überzeugende Begründung. Sofern seitens des BMWi die Sorge besteht, auf andere Weise keine lückenlose Umsetzung zu erreichen, wäre die angemessene Reaktion auf diese Sorge erst recht eine überobligatorische Umsetzung.

§1 IWG-E

Dieser Paragraph ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem bisherigen IWG. Zum ersten Mal wird ein Zweck ausformuliert, wozu dieses IWG überhaupt existiert. Es ist bedauerlich, dass hier die Chance vergeben wird, auf einen Nutzen hinzuweisen, der über Marktinteressen hinaus geht.

§2 IWG-E

Die Liste der Bereiche, in denen dieses IWG nicht gelten soll, ist zu umfangreich und wird nicht begründet. Die PSI-Richtlinie erlaubt es ausdrücklich, über die Mindestvorgaben hinauszugehen. Dies ist hier nicht erfolgt. Wir schlagen insbesondere die Streichung folgender Abschnitte vor:

§2 Abs 2 Punkt 1 – Es ist unerheblich, aus welchem Grund die Einrichtung diese Informationen erstellt hat
§2 Abs 2 Punkt 3 und 4 – hier wird Zugang und Recht auf Weiternutzung vermischt
§2 Abs 2 Punkt 7 – bereits abgedeckt durch Punkt 2
§2 Abs 2 Punkt 8 – ibid
§2 Abs 2 Punkt 9 – diese Einschränkung wird nicht begründet

§4 IWG-E

Auch dieser Paragraph ist eine deutliche Verbesserung. Er besticht durch seine Kürze. Wir schlagen vor, §1 und §4 IWG zusammenzulegen, da sich sich ergänzen:

§1 neu Grundsatz der Weiterverwendung
Informationen der öffentlichen Stellen können weiterverwendet werden.

Mit Verweis auf Erwägungsgrund 17 der PSI-Richtlinie schlagen wir vor, den Geltungsbereich des §5 Abs. 1 und 2 UrhG erweitern. Der urheberrechtliche Schutz aller amtlichen Werke soll entfallen; dies erspart eine dann unnötige Lizenzierung.

Bei Anmerkungen oder Rückfragen sowie für den weiteren Austausch, stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Dieses Schreiben wird Ihnen nochmals gesondert auf dem Postweg übermittelt.

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Heise (Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.), Mathias Schindler (Wikimedia Deutschland e.V.), Markus Beckedahl (Digitale Gesellschaft e. V.), John Weitzmann (Creative Commons Deutschland)

OK Festival 2014 – Das internationale Festival für offenes Wissen kommt nach Berlin

Gero Nagel - 17. Juni 2014 in Deutschland, offene Daten, offene Kultur, offenes Wissen, Open Knowledge Foundation, Termine

OKFestival Orga 2012

OKFestival Orga 2012

Die internationale Open-Community trifft sich zum Open Knowledge Festival in Berlin. Vom 15. bis 17. Juli wird in der Kulturbrauerei gelernt, gehackt, gemacht, diskutiert, erkundet und gefeiert. Offenes Wissen, offene Daten, offene Politik und eine offene Gesellschaft – dafür setzen sich Gruppen und Initiativen von Argentinien über Südafrika bis Japan ein. Sie alle treffen sich einmal jährlich, diesmal in Berlin.

Neben Keynotes, von renommierten Persönlichkeiten wie Neelie Kroes, der EU-Kommissarin für digitale Agenda, reicht das Programm von Themen wie dem verantwortungsbewussten Umgang mit offenen Daten über Talks und Workshops zu Tools und Themen der Community bis hin zu künstlerischen Themen wie der Produktion von Nahrungsmitteln aus Daten. Das Festival verspricht so groß und vielfältig zu werden wie noch nie.

Mit dem unFestival gibt es außerdem noch die Möglichkeit im Barcamp-Style eigene Ideen einzubringen.

Am Rande des OKFestivals gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, wie der Hands-on Konferenz csv,conf zum Hacken, Coden und Daten Visualisieren. Die Reise nach Berlin lohnt sich!

Weitere Infos gibt es auf der englischen Website, Twitter: @OKFestival und Facebook. Tickets gibt es noch auf der Website.

Gastbeitrag: Erfahrungen zweier Kommunen mit dem City Census

Marcus Dapp - 13. Mai 2014 in Deutschland, offene Daten, Open Knowledge Foundation, Positionen, Transparenz

Der folgende, eingeladene Gastbeitrag stammt von Claus Arndt, Referent des Bürgermeisters für E-Government und neue Medien der Stadt Moers und Christian Geiger, dem Beauftragten für Grundsatzfragen ulm 2.0 der Stadt Ulm. Sie schildern darin ihre Erfahrungen mit dem Open Data City Census Deutschland. Wir danken den Autoren für Ihren Debattenbeitrag, der ungekürzt wiedergegeben wird.

Rahmen

Der Open Data City Census hat direkt nach seinem Start für eine hohe Aufmerksamkeit in interessierten Verwaltungen gesorgt. Gerade in den wenigen Open Data-Kommunen in Deutschland versprach die ansprechend gestylte Website die Aussicht auf mehr Aufmerksamkeit für das Thema bei gleichzeitigem Nachweis der bestehenden Defizite. Hier witterte man Rückhalt für die bisherige Tun und sich Ansporn holen für neue Aktivitäten und frischen Wind: Denn wer findet sich schon gerne mit 0 Punkten in einem öffentlichen Ranking wieder…? Das Ranking ist eine klasse Idee, doch einige Fragen blieben leider beim City-Census-Ranking der Open Knowledge Foundation offen, die wir Euch nicht vorenthalten wollen: Spiegelt das Ranking das wider, was es widerspiegeln sollte? Kann oder soll die Art und Weise der Dateneingabe standardisiert werden? Wie kann die Korrektheit der Daten sichergestellt werden? Welche Lesart des Rankings und der eingegebenen Daten ist die Richtige?

Kritik

Ausgehend von den aufgezeigten Rahmenbedingungen haben sich verschiedene kritische Punkte an dem Ranking gezeigt, welche kurz dargelegt werden sollen:

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