Spenden!

Du durchsuchst das Archiv für offene Daten.

Lab for CITY

Bela Seeger - 9. Dezember 2014 in Featured, offene Daten, Open Knowledge Foundation, Open Transport

Am 21.11. starteten OKF DE und das Startup allryder die Eventreihe “Lab for Civic Innovation and TechnologY”. In Paneldiskussionen wurden Erfahrungen mit der Öffnung und Nutzung von Daten ausgetauscht.

1782278_426589000821411_4511975776677165218_o

Datennutzer trafen auf Datenbereitsteller und tauschten sich zu Themen wie Urban Mobility und Civic Technology aus. Auf den Panels diskutierten Startup-Gründer, mit Mitgliedern der OKF Deutschland und Belgien, sowie Vertretern von Verkehrsbetrieben, der Europäischen Kommission und vielen anderen. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, den Austausch zwischen unterschiedlichen Stakeholdern aus den Bereichen Open Data, Civic Tech und Mobilität anzuregen und neue Impulse zu geben. Das nächste Lab for the City wird in Istanbul stattfinden.

Weitere Impressionen gibt es auf der allryder Website und auf Facebook.

Open Data Index 2014 veröffentlicht: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Christian Heise - 9. Dezember 2014 in Featured, offene Daten

OpenDataIceberg-400Open Knowledge hat heute die aktuelle Ausgabe des Open Data Index veröffentlicht. Während im Bereich Open Data einiges passiert ist, teilen viele Regierungen immer noch nicht genug Daten in frei zugänglichem und nützlichem Format mit BürgerInnen und Unternehmen. Insgesamt wird das gesellschaftliche und wirtschaftliche Potential von Open Data damit nur unzureichend nutzbar gemacht.

Das Öffnen von staatlichen Daten fördert Demokratie, Rechenschaft und Innovation. Open Data hilft BürgerInnen, ihre Rechte zu kennen und zu nutzen, es gibt Vorteile für die ganze Gesellschaft: vom öffentlichen Transport, zum Bildungswesen, zum Gesundheitssystem. Wir sehen einen sehr positiven Zuwachs in der Offenheit vieler Regierungen gegenüber Open Data in den letzten Jahren, aber der heurige Index zeigt, dass wirklicher Fortschritt in der Implementation oft nicht Schritt hält mit der Rhetorik.

- Rufus Pollock, Gründer und Präsident von Open Knowledge

Der Index evaluiert Länder und Gebiete nach der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten in 10 Themenbereichen, inkl. Regierungs-Ausgaben, Wahlergebnisse, öffentliche Fahrpläne und Umweltverschmutzungs-Daten. Die Daten wurden in Zusammenarbeit mit aktiven, lokalen Zivilgesellschaftsorganisationen im Bereich Open Government und Open Data erhoben und beziehen sich in föderalen System wie der Bundesrepublik Deutschland nur auf die Bundesebene.

Das Vereinte Königreich führt im 2014 Index und verteidigt damit seine Führungsrolle mit einem Wert von 96%, dicht gefolgt von Dänemark, dann Frankreich auf Platz 3 (im Vergleich zum 12. Platz im Jahr 2013). Finnland ist Vierter und Australien und Neuseeland teilen sich den 5. Rang. Eindrucksvoll ist der Fortschritt von Indien (vom 27. Rang 2013 auf Platz 10 2014) und von lateinamerikanischen Ländern wie Kolumbien und Uruguay, die gemeinsam den 12. Platz belegen. Sierra Leone, Mali, Haiti und Guinea belegen die hinteren Plätze unter den gereihten Ländern. Obwohl 2014 ein signifikanter Zuwachs an Open Data gemessen wurde (von 87 2013 zu 104 Datensätzen 2014) war der Prozentsatz der tatsächlich offenen Datensätze in allen gereihten Ländern mit 11% eher niedrig.

Es gibt dennoch viel Raum für Verbesserungen: die USA und Deutschland zum Beispiel haben kein konsolidiertes, offenes Firmenregister und auch der Austausch mit der Zivilgesellschaft bedarf mehr Anstrengungen. Ein 9. Platz für Deutschland ist sicher eine Verbesserung, kann aber nicht dem Anspruch der Bundesregierung genügen. Das Ergebnis muss als Ansporn verstanden werden, mehr für die Öffnung von Verwaltungsdaten zu tun, um dem in der Digitalen Agenda definierten Anspruch, eine Vorreiterrolle bei der Bereitstellung offener Daten einzunehmen, gerecht zu werden.

Der 2014 Index verzeichnet auch ein enttäuschendes Ergebnis bei der Offenheit bei staatlichen Ausgaben. Die meisten Länder veröffentlichlichen gar keine Daten, oder nur limitierte Daten – nur 2 von 97 Orten (das Vereinte Königreich und Griechenland) bieten wirkliche Daten-Offenheit, was die Staatsausgaben betrifft. Dieser Umstand ist bemerkenswert, da in einer Periode von langsamen Wachstum und Austerität in vielen Ländern offener technischer und legaler Zugang zu Daten helfen kann, Transparenz, Effizienz und Leistung zu steigern.

Apps for Europe sucht die besten #opendata Apps

Daniel Dietrich - 8. Dezember 2014 in Featured, offene Daten

a4e_logo

Arbeitest Du an einer App, die offene Daten verwendet? Du möchtest Deine App in ein nachhaltiges Unternehmen weiterentwickeln? Apps for Europe hat einen Online-Wettbewerb gestartet, der die besten App-Entwickler dieses Erdteils finden soll. Wir suchen Apps, die folgendes sind:

  • Neu und nützlich
  • Einfach benutzbar
  • Darauf ausgerichtet, tragfähige Unternehmen und Dienstleistungen zu schaffen
  • Der Welt das Potenzial von offenen Daten zu zeigen

Du kannst Dich jetzt mit deiner App und deinem Geschäftsplan unter www.appsforeurope.eu/content/submit-your-application bewerben. Die Frist läuft am 31. Dezember 2014 ab. Du hast also nicht mehr so viel Zeit!

Apps for Europe

Was gibt es zu gewinnen?

Nimm am Wettbewerb teil und gewinne einen von 10 exklusiven Plätzen in der International Business Lounge auf Future Everything, einem führenden Innovations-, Kunst- und Technologie-Festival Europas am 26. und 27. Februar 2015 in Manchester. Ausserdem winkt ein Preisgeld von 5000 Euro sowie die Möglichkeit das eigene Projekt bei einem exklusiven Event mit Sponsoren, Investoren und der Europäischen Kommission vorzustellen.

Du bekommst die Chance, Deine App dem gesamten Publikum der Future Everything den ganzen Tag über zu präsentieren – zusammen mit den weiteren ausgezeichneten innovativen Apps aus ganz Europa. Aber damit nicht genug! Du erhältst auch die Möglichkeit, Deine App einer internationalen Gruppe von Investoren, Entscheidern aus Politik und Verwaltung sowie Firmen und Startups zu präsentieren. Diese ausgewählten Experten stehen mit ihren Fähigkeiten, Erfahrung, Kapazitäten und Kapital bereit Dich darin zu unterstützen, Deine App in ein erfolgreiches Unternehmen zu verwandeln.

Auf der Webseite von Apps for Europe findest Du weitere Informationen zur Online-Bewerbungen und der International Business Lounge der Future Everything 2015. Alle Online-Bewerbungen werden von unseren “Apps for Europe”-Partnern bewertet: Ein erfahrenes Netzwerk aus europäischen Firmen mit Kontakten, Expertise und dem gemeinsamen Ziel, offene Daten geschäftlich erfolgreich zu machen.

Warum machen wir das?

Apps for Europe möchte der Welt nicht nur die Wirkungsmacht offener Daten zeigen, sondern auch das wirtschaftliche Potenzial herauskehren. Wir fördern gemeinsam die Möglichkeiten offener Daten, indem wir Ihnen dabei helfen, Ihre Idee in ein erfolgreiches Unternehmen umzuwandeln, das sich in ganz Europa etablieren könnte.

Über Apps for Europe

Apps for Europe ist ein Unterstützernetzwerk mit dem Auftrag, datengetriebene Apps in tragfähige Unternehmen zu verwandeln. Weiter Informationen über unser Konsortium findest Du hier.

 

Das folgende Video gibt einen Eindruck über die glücklichen Gewinner der International Business Lounge der Future Everything 2014

Erster Transparenztag in Hamburg

Christian Heise - 17. November 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

transparenzportal-hamburg-betaDas OK Lab Hamburg lädt am kommenden Sonntag zum ersten Transparenztag Hamburg ein. Anlass ist das gerade gestartete Transparenzportal der Stadt Hamburg. Damit das Portal mit Leben gefüllt wird, wollen wir einen Tag mit dem Portal arbeiten, lernen wie es funktioniert, und kleine Geschichten generieren.

Der erste Transparenztag Hamburg findet am 23. November 2014 ab 12 Uhr bei 4=1/OpenDataCity, Alter Teichweg 33, 22081 Hamburg statt (S-Bahn Barmbek, Ausgang Globetrotter, ca. 8 Minuten Fußweg).

Das Ergebnis können Karten oder auch nur statistische Besonderheiten sein, die wir im Portal finden – angedachte Themen wären z. B.:

  • Welche Zuwendungen bekommen welche Firmen/Vereinigungen/Institutionen in Hamburg?
  • Wo sind Gefahrenstoffe gelagert?
  • Wo sind die Lampendusa-Flüchtlinge untergebracht etc.?
Dazu sind geladen: Nerds und Technikverliebte und die Hamburger hyperlokale Journalistenszene. Ziel ist es, schnelle Geschichten im Transparenzportal zu finden, die wir journalistisch verbreiten können. Es soll kein klassischer Hackathon werden – sondern einer, in dem Journalisten und Coder wirklich gemeinsam arbeiten können.

Grober Ablauf:

  • Begrüßung
  • Einführung Transparenzgesetz von Stefan Wehrmeyer Opne Knowledge Foundation (fragdenstaat.de und correctiv)
  • ab ca. 13.30 Uhr: Team- und Themenbildung (optional: OpenData-Einführung von Marco Maas)
  • bis ca. 20 Uhr arbeiten an kleinen Projekten
  • 20.00 Fazit und Ende

Die Anmeldung und mehr Informationen findet ihr unter: http://pad.opendatacloud.de/p/OKHH-Hackerthon

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete… tun Sie endlich etwas für Open Data!

Christian Heise - 6. November 2014 in Featured, offene Daten

sachverstaendige_schildchen

Sachverständige beim kollektiven Twitterschilder umdrehen

Zur gestrigen 21. Sitzung des Bundestagsausschusses Digitale Agenda wurden fünf Sachverständige geladen um in einem Fachgespräch zum Thema Open Data, “zu diskutieren, welche Vorteile und Risiken die Bereitstellung offener Daten hat”.

Unter den Sachverständigen waren: Ina Schieferdecker vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), Mathias Schindler (ehemals Wikimedia Deutschland) als Mitarbeiter von der EU-Parlamentarierin Julia Reda, Renate Mitterhuber vom Referat E-Government und IT-Steuerung bei der Finanzbehörde Hamburg (bald verantwortlich für govdata.de), Justus Haucap vom Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) und ich als Vertreter der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V..

Bereits vor dem Gespräch wurden acht Fragen zum Thema Open Data an die Sachverständigen versandt. Symptomatisch für die bisherige politische Behandlung des Themas “offene Daten” ist, dass mehr als die Hälfte der Fragen fast deckungsgleich mit Fragen waren, die bereits im Jahr 2012 im Rahmen eines ähnlichen Fachgesprächs des Unterausschuss Neue Medien mit dem Titel “Entwicklung und Stand Open Data Projekte” schon mal gestellt wurden. Die Sachverständigen nahmen das zum Anlass, in ihren schriftlichen Stellungnahmen den Gesetzgeber zu ermuntern, diesem Thema endlich die nötige Aufmerksamkeit zuzuschreiben und aktiv zu werden. Hervorzuheben ist dabei auch eine ganz konkrete Liste von Sofortmaßnahmen für Abgeordnete vom Sachverständigen Mathias Schindler, die während des Gesprächs an die anwesenden Parlamentarier verteilt wurde.

Zu den zentralen Punkte meiner Ausführungen:

  • (Offene) Daten sind eine unerschöpfliche, nachwachsende Ressource, welche vor allem durch gemeinsames Nutzen dieser “aufblüht”.
  • Daten betreffen nicht nur Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft (im Allgemeinen), sondern die Bürgerinnen und Bürger (im Konkreten)
  • Wenn nicht bald entschieden gehandelt wird und die Rahmenbedingungen für die Bereitstellung und Nutzung offener Daten geebnet werden, werden diese Rahmenbedingungen von außen oder von “höherer” Ebene diktiert
  • Noch kann der Standortvorteil Datenschutz genutzt werden um der Verantwortung Deutschlands bei dem Thema national wie international gerecht zu werden.
  • Wir müssen uns auch mit den wenig vorhersehbaren sozialen Implikationen von Openness auseinandersetzen, NOCH können wir sie mitgestalten, erforschen und ggf. fördern.
  • In Deutschland fehlt es vor allem an politischem Willen (hohes politisches Commitment), Ressourcen in der Verwaltung und zentraler Steuerung
  • Symptomatisch für die politische Behandlung des Themas Open Data ist z.B., dass die Fragen 1,2,3,4 und 6 im Jahr 2012 im Rahmen einer Anhörung des Unterausschusses Neue Medien mit einer ähnlichen Besetzung seitens der Fraktionen größtenteils schon einmal gestellt wurden und bis heute leider noch genauso beantwortet werden müssen.
  • Seit 2012 hat sich m.E. zu wenig getan und auch wenn govdata.de, die GeoNutzV und der G8 Open Data Aktionsplan erste gute Schritte darstellen, gibt es noch immer ein fundamentales Defizit auf der Angebotsseite von wertvollen Open Government Data in maschinenlesbaren Formaten
  • Ebenso wie 2012 fehlt eine gesetzliche Festlegung zur Veröffentlichung von (allen) Inhalten der Verwaltung nach Open Government Data­Prinzipien (z.B. über ein novelliertes Informationsfreiheitsgesetz, Anpassung der eGovernment­Gesetze, über ein eigenes Open Data­Gesetz oder ein nationales Transparenzgesetz).
  • Mögliche Maßnahmen wären ein rascher Open Government Partnership ­Beitritt, gesetzliche Rahmenbedingungen für Open Data (am besten über ein nationales Transparenzgesetz), Unterzeichnung der “Erklärung zur Parlamentarischen Offenheit” und die Schaffung eines einheitlichen Zugriffs auf die Bundestagsinformationssysteme (OParl) und die Etablierung einer zentralen Anlaufstelle für das Thema im Bereich der ministerienübergreifenden Bundesverwaltung.

Eine weitere Aussage des Sachverständigen Schindler der ich mich als Konsens in diesem Zusammenhang auch anschließen würde:

Am Ende des Gesprächs “könnte man eigentlich voller Freude und Hoffnung sein“. Nun bleibt anzuwarten, ob der Ausschuss wirklich (nach den Worten des Vorsitzenden Koeppen) die Anmerkungen und Anregungen der Experten aufgreifen und umsetzen wird.

Die gesamte Stellungnahme kann hier eingesehen werden. Diese und alle weiteren Stellungnahmen können auch im Beteiligungsforum des Ausschusses eingesehen und kommentiert werden. Eine gute Zusammenfassung des gesamten Fachgesprächs findet man drüben bei netzpolitik.org und bei der Parlamentsredaktion des Bundestags. Die ganze Sitzung des “revolutionären” Ausschusses kann im Videomitschnitt nachverfolgt werden:

Veröffentlichung Open Definition 2.0 & deutsche Übersetzung

Christian Heise - 21. Oktober 2014 in offene Daten, Open Knowledge Foundation

open-definition-deBereits vor knapp zwei Wochen wurde die zweite Version der Open Definition veröffentlicht. Sie definiert die Grundprinzipien für Open Data/Open Content und ist unsere Grundlage für Offenheit bei Open Data und offenen Inhalten aller Art jenseits von Open-Source-Software. Seit 7. Oktober ist sie in der überarbeiteten Version 2.0 verfügbar.

Ziel der Open Definition war und ist es rechtliche Probleme auf Grund der Verwendung falscher oder nicht kompatibler Open-Lizenzen präventiv zu verhindern und OpenWashing zu vermeiden. Mit der Überarbeitung der Lizenz und der Webseite wurde auch die Daten-Deutschland-Lizenz 2.0 als kompatible Lizenz mit aufgenommen (wie bereits angekündigt).

Auch wenn es bereits Kritikpunkte an der neuen Version der Defintition gibt, bitten Christian Hauschke und Adrian Pohl um Hilfe bei Übersetzung der Version 2.0 in die deutsche Sprache. Dabei sollen die eventuellen Schwächen in der Definition nicht Aufgabe der Übersetzung sein. Wir unterstützen diesen Aufruf. Bei der Übersetzung kann im Pad unter https://pad.okfn.org/p/OpenDefinitionde mitgeholfen werden.

Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Open Data Charter der G8 (G7)

Christian Heise - 24. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten, Positionen

g8-aktions-plan - open-dataGrundsätzlich begrüßt die Open Knowledge Foundation Deutschland, dass die Bundesregierung mit fast einem Jahr Verspätung und als letztes der G7-Mitglieder endlich seinen nationalen Open Data Aktionsplan (PDF) veröffentlicht hat. Der veröffentlichte Aktionsplan enthält einige sehr gute und für das Thema Open Data in Deutschland recht progressive Ansätze. Allerdings gehen diese Ansätze aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland nicht weit genug. Anfang 2014 hat die Open Knowledge Foundation einen Empfehlungskatalog für den nationalen Aktionsplan an das federführende Referat im Bundesinnenministerium (BMI) übermittlet. Von diesem Empfehlungskatalog wurden allerdings nur einige wenige Punkte übernommen.

Positiv hervorzuheben sind die Ankündigungen, dass eine “gesetzliche Open-Data-Regelung” angestrebt wird, dass “alle Ressorts bis zum Ende des dritten Quartals 2014 eine Open-Data-Ansprechpersonen benennen” und die Erwähnung der Open Definition als rechtliche Grundlage für Open Data in Deutschland. Auch die Feststellung der Bundesregierung “weiterhin den Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zu suchen” ist nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre grundsätzlich positiv zu bewerten, sollte aber ebenso selbstverständlich sein.

Alles in allem ist der Aktionsplan der Bundesregierung aus Sicht der Open Knowledge Foundation jedoch inhaltlich zu begrenzt. Die Veröffentlichung von “mindestens zwei Datensätze (…) jeder obersten Bundesbehörde sowie jeder Bundesober- und Bundesmittelbehörde”, und die aufgelisteten 40 bis Ende 2015 zu veröffentlichten Datensätze sind weder qualitativ noch quantitativ ausreichend, um Deutschland ernsthaft “zu einem Vorreiter für die Bereitstellung offener Verwaltungsdaten” zu machen. Außerdem bleiben einige Punkte des 22-seitigen Aktionsplans zu abstrakt für einen “Aktionsplan”. Schließlich fehlen auch Aussagen zur Open Government Partnership sowie zur Finanzierung der genannten Vorhaben.

Neben der Kritik an dem Aktionsplan selber ist aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland besonders problematisch, dass eine direkte Konsultation zur Ausgestaltung des nationalen Aktionsplans mit allen Gruppen der Gesellschaft ausgeblieben ist, dass eine zentrale Clearingstelle fehlt und dass die Erarbeitung des Aktionsplanes nicht in bestehende Aktivitäten im Bereich Open Government eingebettet ist. Auch fehlt es an konkreten Plänen zur Ermittlung an Datennachfrage, zur gezielten Förderung der Nachnutzung offener Daten und zur Schaffung eines Ökosystem für offene Daten. In diesem Zusammenhang wären Maßnahmen zur Vermittlung des Mehrwerts von offenen Daten für die Verwaltung selbst sehr wünschenswert gewesen.

Unser Fazit: Ein erster positiver Schritt, aber leider nicht mehr.

Auch wenn die Open Knowledge Foundation Deutschland viel mehr gewünscht hätte und die genaue Überprüfbarkeit der teilweise unkonkreten Maßnahmen schwierig wird, sind wir gespannt, wie die vielen Maßnahmen, wie zum Beispiel die “Public-Community-Partnership” zur Förderung offener Verwaltungsdaten genau umgesetzt werden sollen. Positiv ist zudem, dass zumindest einige der Empfehlungen der Open Knowledge Foundation Deutschland aufgegriffen wurden.

Die Open Knowledge Foundation Deutschland wird das Thema weiterhin begleiten, auch, weil Deutschland im Jahr 2015 den G8/G7 Vorsitz hat, den Gipfel ausrichtet und im gleichen Jahr die Implementierung der G8/G7 Prinzipien für offene Daten in die Politik der G7-Staaten samt technischer Implikationen abgeschlossen sein muss. Deutschland hat damit auch eine internationale Verantwortung bei dem Thema.

Wir verstehen den kürzlich veröffentlichten Aktionsplan als ressortübergreifenden Kompromiss eines Rahmensetzungsdokuments das nun in den nächsten 15 Monaten mit sehr viel Leben gefüllt werden muss. Dass aber bis Ende 2015 in Deutschland das erste Prinzip der Charter (“Open Data by Default”) vollkommen umgesetzt werden wird, ist aber eher unwahrscheinlich.

Mehr über die Historie und den Umfang der G8 Open Data Charter finden Sie hier.

Erfolg für Open Data: Datenlizenz Deutschland Version 2.0 ist eine offene Lizenz (Update)

Christian Heise - 22. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

open-definition-daten-lizenz-deutschlandDie im Juli 2014 als Entwurf veröffentlichte Datenlizenz Deutschland Version 2.0 ist als “offene Lizenz” vom Open Definition Advisory Council bestätigt worden und entspricht damit allen rechtlichen Anforderungen an Open Data.

Die Lizenz in den Varianten “Zero” (also “einschränkungslos”) und „Namensnennung“ können damit sofort zur Kennzeichnung von offenen Verwaltungsdaten in Deutschland verwendet werden. Damit ist auch die Rechtssicherheit für die Bereitsteller und Nutzer umfassend sichergestellt sowie Zusammenführung der Daten unter Datenlizenz Deutschland 2.0 mit solchen Daten, die unter anderen Open-Definition-kompatiblen Lizenzen stehen, möglich. Wir hoffen nun auf die umfassende Nutzung der neuen Lizenzen durch die kommunalen, regionalen und nationalen Datenbereitsteller.

Es ist darüber hinaus auch sehr erfreulich, dass von einer Neuauflage der mit der Open Definition inkompatiblen Version der Datenlizenz Deutschland 1.0-NC abgesehen wurde. Dank geht dabei an die vielen Beteiligten (u.a. im Bundesministerium des Inneren und explizit auch noch an Mathias Schindler) für die Zusammenarbeit und den regen Austausch bezüglich der Erfahrungen im letzten Jahr, die in diese Entwicklung maßgeblich eingeflossen sind.

Mehr dazu auch auf dem Blog des deutschen Datenportals GovData.de.

Update 23.9.2014: Wir haben immer, ausdrücklich und grundsätzlich von der Schaffung einer nationalen Open-Government-Data-Lizenz abgeraten und tun das auch weiterhin. Wir freuen uns zwar sehr, dass die Daten-Deutschland-Lizenz 2.0 jetzt konform mit der Open Definition ist, als Insellösung ist es aber natürlich nur die zweitbeste Lösung. Die erstbeste Lösung ist und bleibt natürlich die Verwendung der offenen Versionen der Creative Commons Lizenz.

Apps for Europe sucht die besten #opendata Apps

Daniel Dietrich - 15. September 2014 in Featured, offene Daten

a4e_logo

Arbeitest Du an einer App, die offene Daten verwendet? Du möchtest Deine App in ein nachhaltiges Unternehmen weiterentwickeln? Apps for Europe hat einen Online-Wettbewerb gestartet, der die besten App-Entwickler dieses Erdteils finden soll. Wir suchen Apps, die folgendes sind:

  • Neu und nützlich
  • Einfach benutzbar
  • Darauf ausgerichtet, tragfähige Unternehmen und Dienstleistungen zu schaffen
  • Der Welt das Potenzial von offenen Daten zu zeigen

Du kannst Dich jetzt mit deiner App und deinem Geschäftsplan unter www.appsforeurope.eu/content/submit-your-application bewerben. Die Frist läuft am 31. Dezember 2014 ab. Du hast also nicht mehr so viel Zeit!

Apps for Europe

Was gibt es zu gewinnen?

Nimm am Wettbewerb teil und gewinne einen von 10 exklusiven Plätzen in der International Business Lounge auf Future Everything, einem führenden Innovations-, Kunst- und Technologie-Festival Europas am 26. und 27. Februar 2015 in Manchester.

Du bekommst die Chance, Deine App dem gesamten Publikum der Future Everything den ganzen Tag über zu präsentieren – zusammen mit den weiteren ausgezeichneten innovativen Apps aus ganz Europa. Aber damit nicht genug! Du erhältst auch die Möglichkeit, Deine App einer internationalen Gruppe von Investoren, Entscheidern aus Politik und Verwaltung sowie Firmen und Startups zu präsentieren. Diese ausgewählten Experten stehen mit ihren Fähigkeiten, Erfahrung, Kapazitäten und Kapital bereit Dich darin zu unterstützen, Deine App in ein erfolgreiches Unternehmen zu verwandeln.

Auf der Webseite von Apps for Europe findest Du weitere Informationen zur Online-Bewerbungen und der International Business Lounge der Future Everything 2015. Alle Online-Bewerbungen werden von unseren “Apps for Europe”-Partnern bewertet: Ein erfahrenes Netzwerk aus europäischen Firmen mit Kontakten, Expertise und dem gemeinsamen Ziel, offene Daten geschäftlich erfolgreich zu machen.

Warum machen wir das?

Apps for Europe möchte der Welt nicht nur die Wirkungsmacht offener Daten zeigen, sondern auch das wirtschaftliche Potenzial herauskehren. Wir fördern gemeinsam die Möglichkeiten offener Daten, indem wir Ihnen dabei helfen, Ihre Idee in ein erfolgreiches Unternehmen umzuwandeln, das sich in ganz Europa etablieren könnte.

Über Apps for Europe

Apps for Europe ist ein Unterstützernetzwerk mit dem Auftrag, datengetriebene Apps in tragfähige Unternehmen zu verwandeln. Weiter Informationen über unser Konsortium findest Du hier.

 

Das folgende Video gibt einen Eindruck über die glücklichen Gewinner der International Business Lounge der Future Everything 2014

Hier noch ein Videstatement zu Apps for Europe von Neelie Kroes, ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission zuständig für die Digitale Agenda der Europäischen Union.

 

 

Hamburger Transparenzportal: “Ich habe einen sehr positiven ersten Eindruck”

Christian Heise - 15. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

hackmack-transparenz-hamburgAm 6. Oktober 2014 tritt nach zweijähriger Übergangszeit die zweite Stufe des Hamburgischen Transparenzgesetzes in Kraft. Danach müssen alle wichtigen Dokumente der Stadt, wie Verträge der Daseinsvorsorge über 100.000 EUR, Gutachten, Subventions- und Zuwendungsvergaben, Geodaten usw. von Amts wegen in einem über das Internet zugänglichen Informationsregister veröffentlich werden. Dieses Hamburger Transparenzgesetz ist in Deutschland ein bisher einmaliges Projekt.

Seit vergangenem Donnerstag können die Hamburger Bürgerinnen und Bürger alle Akten der Hamburger Verwaltung in einer öffentlichen Beta-Version des Hamburger Transparenzportals einsehen. Am 6. Oktober wird das Portal dann offiziell gelauncht.

Gregor Hackmack, 37, war eine der drei Vertrauenspersonen der Initiative zur Einführung des Transparenzgesetzes in Hamburg und damit maßgeblicher Treiber der Hamburger Initiative. Er ist Mitglied im Landesvorstand von Mehr Demokratie Hamburg und Mitgründer von abgeordnetenwatch.de. Wir haben ihn zum Launch der Beta interviewt.

Christian Heise: Was hälst du von dem jetzt veröffentlichten Transparenzportal?

Gregor Hackmack: Es ist übersichtlich und leicht bedienbar. Ich habe einen sehr positiven ersten Eindruck und finde es wirklich klasse, dass die Hamburgische Verwaltung einen Monat vor Zeitplan fertig geworden ist und auch der Kostenrahmen eingehalten wurde. Bei IT-Projekten ist das keine Selbstverständlichkeit

Heise: Wie, keine Kritik?

Hackmack: Kritik wird sich maximal dann ergeben, wenn wichtige Inhalte fehlen. Aber auch diesbezüglich habe ich einen guten ersten Eindruck. So sind z.B. die Verträge zur Elbphilharmonie leicht auffindbar. Ich gehe davon aus, dass ab dem 6. Oktober 2014 alle gesetzlich vorgeschriebenen Informationen im Transparenzportal auffindbar sein werden. Jetzt gratuliere ich erst einmal unserer Hamburgischen Verwaltung zum erfolgreichen Start und sage Danke!

Heise: Was sind Informationen, die dich besonders interessieren?

Hackmack: Ich persönlich habe ein Herz für Bäume und finde es super, dass jeder Baum im Straßenbereich Hamburgs auf einer Übersichtskarte im Transparenzportal auffindbar ist. Aber auch Spielplätze, Verkehrskameras oder Behindertenparkplätze sind einfach auffindbar. Auch Bebauungspläne sind jetzt einfach und kostenlos für jedermann zugänglich.

Heise: Hast du schon was spannendes gefunden? Wenn ja, was?

Hackmack: Brisanter als die Hamburger Bäume sind wohl die Gehälter der Chefs von öffentlichen Unternehmen in Hamburg. So verdient der HHLA-Chef (Chef des Hamburger Hafens) über eine Million Euro pro Jahr, fast sechs mal soviel wie unser Bürgermeister Olaf Scholz.

Heise: Welche Auswirkung erhoffst du dir von dem Transparenzportal?

Hackmack: In Bezug auf die Gehältertransparenz könnte der Effekt mehr Mäßigung sein. Dadurch, dass auch Verträge wie der zur Elbphilharmonie veröffentlicht werden, wird Korruption im Ansatz bekämpft. Seit Neuverhandlung und Veröffentlichung der Elbphilharmonieverträge scheint die Baustelle auch wieder zu laufen.

Heise: Wie geht es weiter? Was muss noch getan werden?

Hackmack: Wir müssen jetzt darauf achten, dass wirklich alle Behörden, öffentliche Unternehmen und Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren gesetzlichen Transparenzpflichten nachkommen und im Transparenzportal veröffentlichen. Die Handelskammer Hamburg z.B. weigert sich bislang noch obwohl sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Aber auch da sind wir dran.

Heise: Möchtest du noch was loswerden?

Hackmack: Ich finde es unglaublich, wieviel eine kleine Gruppe von engagierten Menschen in so kurzer Zeit positiv verändern kann. Im Sommer 2011 waren wir weniger als Dutzend Engagierte und haben einfach mal ein Transparenzgesetz geschrieben – übrigens mit Hilfe eines Wikis. Wir haben dann ein Bündnis geformt und Unterschriften gesammelt. Heute nur drei Jahre später ist das Transparenzgesetz komplett umgesetzt.

Heise: Vielen Dank!

Lesetipp: Im April 2014 ist sein erster Buch “Demokratie einfach machen – ein Update für die Politik” im Verlag der Körberstiftung erschienen.

Veranstaltungstipp: Podiumsdiskussion anlässlich der Live-Schaltung des Informationsregisters am 06. Oktober 2014, 19:00 – 21:00 Uhr, betahaus Hamburg, Eifflerstraße 43, 22769 Hamburg. Mehr Informationen zur Veranstaltung hier.

Auf unserer Mailingliste eintragen!
Newsletter abonnieren!