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2014: Das Jahr in 12 IFG-Anfragen

Arne Semsrott - 19. Dezember 2014 in Featured, Open Knowledge Foundation

Dieses Jahr war viel los auf FragDenStaat. In diesem Rückblick führen wir noch einmal durch die Höhen und Tiefen von 2014 mit einer Anfrage pro Monat.
Januar: Die Berliner Polizei hat klammheimlich eine Vorratsdatenbank für Veranstaltungen erstellt, in der u.a. die Daten von Demo-Anmeldern für drei Jahre gespeichert werden. Die Ausgestaltung der Datenbank wird durch eine IFG-Anfrage deutlich. Mehr Infos / Zur Anfrage
Februar: Wie viel kosten die Give-Aways im Bundestag? Eine Antwort der Bundestagsverwaltung aus dem Februar gibt Auskunft.
Zur Anfrage

März: Die Berliner Verkehrsbetriebe hatten im Zuge von Cross-Border-Leasing-Geschäften Verträge u.a. mit der Investmentbank JP Morgan geschlossen. Offenlegen will sie Dokumente dazu aber nicht, eine endgültige Antwort steht immer noch aus. Trotzdem schließt die BVG in jeder Mail: “Wir hoffen, Sie auch künftig als unseren Kunden begrüßen zu können. Zur Anfrage

April: Bei einer öffentlichen Sitzung des Innenausschusses in der Hamburger Bürgerschaft zeigte die Polizei ein Video, auf dem Ausschreitungen im Zusammenhang mit einer Demonstration zu sehen waren. Bei der IFG-Anfrage auf Herausgabe des Videos sperrt sich die Polizei aber plötzlich. Erst nach Vermittlung durch den Datenschutzbeauftragten und einem halben Jahr Wartezeit gibt sie nach. Zur Anfrage

Mai: Die Bundesregierung hat zwei Gutachten in Auftrag gegeben, das Bundestagsabgeordneten mit Strafverfolgung in den USA droht, sollte Edward Snowden in den Bundestag eingeladen werden. Die Kosten der Gutachten werden durch eine IFG-Anfrage publik. Zur Anfrage

Juni: Anfang des Jahres kündigte der Bundesnachrichtendienst eine Transparenzkampagne an. Nachfragen zur Transparenz will er dann aber nicht beantworten. Mehr Infos / Zur Anfrage

Juli: Wir haben das #Zensurheberrecht besiegt! In einem Anerkennungsurteil bescheinigt uns das Landgericht Berlin, dass wir ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags veröffentlichen dürfen. Das Innenministerium hatte uns deswegen verklagt. Mehr Infos / Zur Anfrage

August: Mit welchen Lobbyisten treffen sich Minister und Staatssekretäre? Über das IFG lässt sich das herausfinden. Zur Anfrage

September: Laut Angela Merkel ist die volle Souveränität der deutschen Geheimdienste hergestellt, was sich an Verbalnoten mit Frankreich, Großbritannien und den USA ablesen lasse. Nach anfänglichem Mauern schickt das Bundeskanzleramt Teile der Verbalnoten. Zur Anfrage

Oktober: Anstatt seine Anfrage zu beantworten droht das Ahlener Jobcenter im Kreis Wahrendorf dem Antragssteller Timo H. mit Sanktionen. Nach öffentlichem Druck lenkte der Kreis aber ein und zeiht die Androhung zurück. Mehr Infos / Zur Anfrage

November: Hamburg ist deutschlandweit Vorbild in Sachen Transparenz. Nur die mittelbare Staatsverwaltung, also z.B. die Handelskammer, will da nicht mitmachen. Womöglich wird sie bald aber per Gerichtsbeschluss dazu gezwungen. Mehr Infos / Zur Anfrage

Dezember: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatte einen Vertrag mit der Firma Vupen, die Informationen über Sicherheitslücken und Exploits verkauft. Damit konnten Sicherheitsbehörden die Lücken ausnutzen statt sie zu stopfen. Den Vertrag gibt das BSI auf Anfrage frei. Mehr Infos / Zur Anfrage

… und natürlich in diesem Jahr 1400 andere.

Wer davon noch nicht genug hat, trifft uns Ende des Monats beim 31c3. Als Höhepunkt Stefan Wehrmeyer auf der Main Stage am 29.12. um 20.30 Uhr: “IFG – Mit freundlichen Grüßen”

Um unser Portal 2015 ausbauen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Bitte unterstütze uns mit 20 oder 50 Euro hier. Dankeschön!

Open Science Sum-Up November

stefankasberger - 14. Dezember 2014 in Featured, Open Science

Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie zu openscienceASAP.

Der letzte Monat im Rückblick

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) empfiehlt offene Lizenzen. In ihrem Appell werden Creative-Commons-Lizenzen als rechtssichere, anpassbare und standardisierte Mittel angesehen, um Textpublikationen, Daten und Software umfassend nutzbar zu machen.

Das CERN beschleunigt nicht nur Teilchen, sondern auch Open Science. Das neue Open Data Portal bietet sowohl Datensätze für Übungszwecke, als auch Daten inklusive Software für eigene Forschungen.

Bereits jedeR zweite ForscherIn macht Forschungsdaten öffentlich zugänglich. Anreize zum Teilen von Daten sind zum einen bessere Sichtbarkeit und höherer Impact, aber auch gestiegene Anforderungen von Journals. Die geringe Nutzung von Datenrepositorien (6-26%) schränkt allerdings die Auffindbarkeit ein. Die von Wiley unter 90.000 ForscherInnen durchgeführte Umfrage schlüsselt auch nach Disziplinen und Ländern auf.

Wieviel kostet die Umsetzung von Open Access? Für das UK gibt es nun konkrete Zahlen. Die Umsetzungskosten von Open Access betragen hier 11,7 mio € und zusätzlich 14 mio € für Publikationsgebühren. Ein von London Higher und SPARC Europe beauftragter Bericht beziffert auch den zeitlichen Mehraufwand: zwischen 45 Minuten (Grüner Weg) und 2 Stunden (Goldener Weg).

1.732.556 € für 1.432 Open Access-Artikel. Das ist die Summe, die von 7 Institutionen für Publikationsgebühren in Deutschland aufgewendet wurde. Der Datensatz selbst ist auf github zu finden, und wird hoffentlich noch wachsen.

Die Niederlande kündigen Elsevier… Da der Vorschlag von Elsevier nicht den Open Access-Anforderungen der niederländischen Universitäten entspricht, sind die Verhandlungen vorerst auf Eis gelegt. … und behalten Springer. Eine Einigung ergab sich, weil Springer das Ziel von 60% Open Access bis 2019 und 100% Open Access bis 2025 mittragen will.

Peer Review und alternative Metriken müssen sich sinnvoll ergänzen. Peer Review messe Konformität zu disziplinären Erwartungen und Bibliometriken messen wie sichtbar ein Werk am Horizont anderer WissenschaftlerInnen auftaucht, argumentiert Derek Sayer. Bei der Forschungsevaluation solle der Fokus besser auf Eigenschaften der Forschungsumgebung gerichtet werden: Bibliotheks- und Laborressourcen, Forschungseinkommen, Redakteurstätigkeiten, Beteiligung an Konferenzen, Anzahl an PhD-StudentInnen oder Seminar- und Vortragstätigkeiten.

Wenigstens sind die Wege kurz. Ein weiterer möglicher Fall von Selbst-Review innerhalb von Thomson Reuters ScholarOne zeigt die Probleme der aktuellen Peer Review-Verfahren auf. Eine Reihe von Einzelfällen deutet auf ein systematisches Problem hin.

Map of the Moon, cc by 2.0 scan by UCL Mathematical and Physical Sciences, original work is public domain

Map of the Moon, scan is cc by 2.0 by UCL Mathematical and Physical Sciences, original work is public domain by Walter Goodacre (1910)

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft startet eine Crowdsourcing-Plattform für Forschungsfragen. Im Rahmen des Projekts sollen Forschungsfragen zu psychischen Erkrankungen formuliert werden. 2016 folgt ein Ausbildungsprogramm, das Forschern “Open-Innovation”-Methoden nahebringt.

Bürgerwissenschaften erleben einen zweiten Frühling. Citizen Science muss nicht immer große Mengen an kleinen Beiträgen bedeuten, es kann auch mit kleinen Mengen an stark involvierten Beiträgen funktionieren. Benedikt Fechter beschreibt das Potential von Citizen Science, und warum man in den freiwilligen BürgerInnen mehr als nur “Helferbienen” sehen sollte. In einem Wissenschaftsdossier der APA mit Schwerpunkt zu Citizen Science wird die begriffliche Vielfalt zusammengefasst.

Bei der Umsetzung von Open Science spielt der disziplinäre Kontext eine wichtige Rolle. Daher ist es wichtig, die einzelnen Communities in den Diskurs mit einzubeziehen, argumentiert Peter Kraker auf dem LSE Impact Blog.

Wie schaut dieser Kontext in den Geisteswissenschaften aus? Martin Paul Eve gibt mit seinem Buch Open Access and the Humanities einen vielseitigen Einblick in die entscheidenden Faktoren wissenschaftlicher Kommunikation in den Geisteswissenschaften und beschreibt Open Access Ansätze, die diese besser berücksichtigen.

Und wir bewegen uns doch. Die erste OpenCon (Zusammenfassung) fand vom 15.-17. November in Washington, DC, statt. Die meisten Vorträge und Workshops sind nachträglich abrufbar, sowie eine Reihe interessanter Podcasts. Weitere Ressourcen werden auf der Konferenzwebsite zur Verfügung gestellt.

Die Europäische Kommission sichtet die Ergebnisse der Befragung zu Science 2.0. In vier Workshops haben VertreterInnen der Kommission mit verschiedenen Stakeholdern über wichtige Kernthemen dieses Wandels diskutiert. Der Validierungsprozess kann auf scienceintransition.eu verfolgt werden.

Die zweite Runde der Panton Fellowships endet. Zeit, um die Experimente und Erkundungen der drei Fellows in den Bereichen Open Data und Open Science Revue passieren zu lassen.

Ein Blick nach Vorne

Eine Open Science Erhebung soll internationale Vergleichbarkeit herstellen. Die Initiative von Open Knowledge beginnt gerade mit der Ausarbeitung von Fragen.

openscienceASAP & OKF Österreich

Wie lassen sich Zugänge zu Open Science vereinfachen? Das Projekt Open Science @ Uni Graz sucht Vorschläge und Input zum Thema Diversität.

Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.

Lab for CITY

Bela Seeger - 9. Dezember 2014 in Featured, offene Daten, Open Knowledge Foundation, Open Transport

Am 21.11. starteten OKF DE und das Startup allryder die Eventreihe “Lab for Civic Innovation and TechnologY”. In Paneldiskussionen wurden Erfahrungen mit der Öffnung und Nutzung von Daten ausgetauscht.

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Datennutzer trafen auf Datenbereitsteller und tauschten sich zu Themen wie Urban Mobility und Civic Technology aus. Auf den Panels diskutierten Startup-Gründer, mit Mitgliedern der OKF Deutschland und Belgien, sowie Vertretern von Verkehrsbetrieben, der Europäischen Kommission und vielen anderen. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, den Austausch zwischen unterschiedlichen Stakeholdern aus den Bereichen Open Data, Civic Tech und Mobilität anzuregen und neue Impulse zu geben. Das nächste Lab for the City wird in Istanbul stattfinden.

Weitere Impressionen gibt es auf der allryder Website und auf Facebook.

Open Data Index 2014 veröffentlicht: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Christian Heise - 9. Dezember 2014 in Featured, offene Daten

OpenDataIceberg-400Open Knowledge hat heute die aktuelle Ausgabe des Open Data Index veröffentlicht. Während im Bereich Open Data einiges passiert ist, teilen viele Regierungen immer noch nicht genug Daten in frei zugänglichem und nützlichem Format mit BürgerInnen und Unternehmen. Insgesamt wird das gesellschaftliche und wirtschaftliche Potential von Open Data damit nur unzureichend nutzbar gemacht.

Das Öffnen von staatlichen Daten fördert Demokratie, Rechenschaft und Innovation. Open Data hilft BürgerInnen, ihre Rechte zu kennen und zu nutzen, es gibt Vorteile für die ganze Gesellschaft: vom öffentlichen Transport, zum Bildungswesen, zum Gesundheitssystem. Wir sehen einen sehr positiven Zuwachs in der Offenheit vieler Regierungen gegenüber Open Data in den letzten Jahren, aber der heurige Index zeigt, dass wirklicher Fortschritt in der Implementation oft nicht Schritt hält mit der Rhetorik.

- Rufus Pollock, Gründer und Präsident von Open Knowledge

Der Index evaluiert Länder und Gebiete nach der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten in 10 Themenbereichen, inkl. Regierungs-Ausgaben, Wahlergebnisse, öffentliche Fahrpläne und Umweltverschmutzungs-Daten. Die Daten wurden in Zusammenarbeit mit aktiven, lokalen Zivilgesellschaftsorganisationen im Bereich Open Government und Open Data erhoben und beziehen sich in föderalen System wie der Bundesrepublik Deutschland nur auf die Bundesebene.

Das Vereinte Königreich führt im 2014 Index und verteidigt damit seine Führungsrolle mit einem Wert von 96%, dicht gefolgt von Dänemark, dann Frankreich auf Platz 3 (im Vergleich zum 12. Platz im Jahr 2013). Finnland ist Vierter und Australien und Neuseeland teilen sich den 5. Rang. Eindrucksvoll ist der Fortschritt von Indien (vom 27. Rang 2013 auf Platz 10 2014) und von lateinamerikanischen Ländern wie Kolumbien und Uruguay, die gemeinsam den 12. Platz belegen. Sierra Leone, Mali, Haiti und Guinea belegen die hinteren Plätze unter den gereihten Ländern. Obwohl 2014 ein signifikanter Zuwachs an Open Data gemessen wurde (von 87 2013 zu 104 Datensätzen 2014) war der Prozentsatz der tatsächlich offenen Datensätze in allen gereihten Ländern mit 11% eher niedrig.

Es gibt dennoch viel Raum für Verbesserungen: die USA und Deutschland zum Beispiel haben kein konsolidiertes, offenes Firmenregister und auch der Austausch mit der Zivilgesellschaft bedarf mehr Anstrengungen. Ein 9. Platz für Deutschland ist sicher eine Verbesserung, kann aber nicht dem Anspruch der Bundesregierung genügen. Das Ergebnis muss als Ansporn verstanden werden, mehr für die Öffnung von Verwaltungsdaten zu tun, um dem in der Digitalen Agenda definierten Anspruch, eine Vorreiterrolle bei der Bereitstellung offener Daten einzunehmen, gerecht zu werden.

Der 2014 Index verzeichnet auch ein enttäuschendes Ergebnis bei der Offenheit bei staatlichen Ausgaben. Die meisten Länder veröffentlichlichen gar keine Daten, oder nur limitierte Daten – nur 2 von 97 Orten (das Vereinte Königreich und Griechenland) bieten wirkliche Daten-Offenheit, was die Staatsausgaben betrifft. Dieser Umstand ist bemerkenswert, da in einer Periode von langsamen Wachstum und Austerität in vielen Ländern offener technischer und legaler Zugang zu Daten helfen kann, Transparenz, Effizienz und Leistung zu steigern.

Apps for Europe sucht die besten #opendata Apps

Daniel Dietrich - 8. Dezember 2014 in Featured, offene Daten

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Arbeitest Du an einer App, die offene Daten verwendet? Du möchtest Deine App in ein nachhaltiges Unternehmen weiterentwickeln? Apps for Europe hat einen Online-Wettbewerb gestartet, der die besten App-Entwickler dieses Erdteils finden soll. Wir suchen Apps, die folgendes sind:

  • Neu und nützlich
  • Einfach benutzbar
  • Darauf ausgerichtet, tragfähige Unternehmen und Dienstleistungen zu schaffen
  • Der Welt das Potenzial von offenen Daten zu zeigen

Du kannst Dich jetzt mit deiner App und deinem Geschäftsplan unter www.appsforeurope.eu/content/submit-your-application bewerben. Die Frist läuft am 31. Dezember 2014 ab. Du hast also nicht mehr so viel Zeit!

Apps for Europe

Was gibt es zu gewinnen?

Nimm am Wettbewerb teil und gewinne einen von 10 exklusiven Plätzen in der International Business Lounge auf Future Everything, einem führenden Innovations-, Kunst- und Technologie-Festival Europas am 26. und 27. Februar 2015 in Manchester. Ausserdem winkt ein Preisgeld von 5000 Euro sowie die Möglichkeit das eigene Projekt bei einem exklusiven Event mit Sponsoren, Investoren und der Europäischen Kommission vorzustellen.

Du bekommst die Chance, Deine App dem gesamten Publikum der Future Everything den ganzen Tag über zu präsentieren – zusammen mit den weiteren ausgezeichneten innovativen Apps aus ganz Europa. Aber damit nicht genug! Du erhältst auch die Möglichkeit, Deine App einer internationalen Gruppe von Investoren, Entscheidern aus Politik und Verwaltung sowie Firmen und Startups zu präsentieren. Diese ausgewählten Experten stehen mit ihren Fähigkeiten, Erfahrung, Kapazitäten und Kapital bereit Dich darin zu unterstützen, Deine App in ein erfolgreiches Unternehmen zu verwandeln.

Auf der Webseite von Apps for Europe findest Du weitere Informationen zur Online-Bewerbungen und der International Business Lounge der Future Everything 2015. Alle Online-Bewerbungen werden von unseren “Apps for Europe”-Partnern bewertet: Ein erfahrenes Netzwerk aus europäischen Firmen mit Kontakten, Expertise und dem gemeinsamen Ziel, offene Daten geschäftlich erfolgreich zu machen.

Warum machen wir das?

Apps for Europe möchte der Welt nicht nur die Wirkungsmacht offener Daten zeigen, sondern auch das wirtschaftliche Potenzial herauskehren. Wir fördern gemeinsam die Möglichkeiten offener Daten, indem wir Ihnen dabei helfen, Ihre Idee in ein erfolgreiches Unternehmen umzuwandeln, das sich in ganz Europa etablieren könnte.

Über Apps for Europe

Apps for Europe ist ein Unterstützernetzwerk mit dem Auftrag, datengetriebene Apps in tragfähige Unternehmen zu verwandeln. Weiter Informationen über unser Konsortium findest Du hier.

 

Das folgende Video gibt einen Eindruck über die glücklichen Gewinner der International Business Lounge der Future Everything 2014

Zugang gestalten! – Wrap-up

Helene Hahn - 8. Dezember 2014 in Deutschland, Featured, offene Kultur

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Über 300 Besucher dieses Jahr, CC-BY Hansgeorg Schöner

Unterm Strich: Bilanz von Digitalisierungsprojekten ziehen

Mit einem Tusch ging “Zugang gestalten!”, die Konferenz rund um die Digitalisierung unseres Kulturerbes in die vierte Runde: Dieses Mal haben wir uns mit dem auseinandergesetzt, was unterm Strich bleibt: Erfolge, Herausforderungen und Erfahrungen aus den vergangenen großen und kleinen Digitalisierungsprojekten.

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Digitalisierungsstraße, CC-BY Hansgeorg Schöner

Neben den vielen internationalen Sprechern war die Werkschau im Naturkundemuseum ein echtes Highlight: Besucher konnten sich eine Digitalisierungsstraße ansehen und anschließend zahlreiche erfolgreiche Projekte im openGLAM-Bereich (Galerien, Libraries, Archives, Museums) kennenlernen. Darunter auch drei Coding da Vinci-Projekte: EnthoBand, Alt-Berlin und zzZwitscherwecker.

Vortragsempfehlungen

Diese Vorträge möchten wir euch wärmstens empfehlen, alle Vorträge findet ihr hier.

28: Tim Renner – Impulsreferat, „Zugang gestalten!“ 2014 from iRights.info on Vimeo.

13: Rick Prelinger – An Online Film Archives at 15, „Zugang gestalten!“ 2014 from iRights.info on Vimeo.

06: Liam Wyatt – Wikimedia and Europeana, „Zugang gestalten!“ 2014 from iRights.info on Vimeo.

11: Margret Plank – Nutzergerechter Zugang zu wissenschaftlichen Filmen, „Zugang gestalten!“ 2014 from iRights.info on Vimeo.

Wrap-up – Zugang gestalten in 5min

Alle Bilder der Konferenz findet ihr wie immer auf flickr.

“Zugang gestalten!” wird nächstes Jahr in Hamburg stattfinden!

Winteraktion: Ganz Deutschland bei FragDenStaat

Arne Semsrott - 2. Dezember 2014 in Featured, Open Knowledge Foundation

Frohe Weihnachten! Pünktlich zum Start des Weihnachtstrubels schaltet FragDenStaat.de an jedem Adventssonntag ein neues Bundesland auf der Plattform frei. Seit dem 1. Advent lassen sich die 161 Behörden Bremens über das IFG auf FragDenStaat anfragen. Und mit ein bisschen Glück haben die NutzerInnen zu Weihnachten ein paar schöne Infos unter dem Weihnachtsbaum.

Zu FragDenStaat.de/Bremen

Das geht jetzt so weiter bis Weihnachten: An den nächsten Adventssonntagen schalten wir nacheinander weitere Bundesländer frei. Aber das ist noch nicht alles: In unserem Adventskalender eröffnen wir jeden Tag Bürgerinnen und Bürgern von drei neuen bayerischen Kommunen die Anfragemöglichkeit über FragDenStaat. 65 bayerische Kommunen haben eine Informatonsfreiheitssatzung.

Zur Übersicht der bayerischen Kommunen

Das alles kostet Geld. Deswegen möchten wir Sie bitten, uns zu Weihnachten eine Spende zukommen zu lassen. Damit wollen wir dann im nächsten Jahr u.a. unseren täglichen Support finanzieren, eventuelle Klagen finanzieren, eine größere Kampagne zur Informationsfreiheit starten und den Blog zu einem richtigen Online-Magazin ausbauen.

Jeder Euro hilft uns dabei. Dankeschön!

Open Science Sum-Up Oktober

stefankasberger - 17. November 2014 in Featured, Open Science

Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie zu openscienceASAP.

Das letzte Monat im Rückblick

Ist Open Access gescheitert? Als Antwort auf die Bernstein-Analyse wirft Matthew Cockerill einen differenzierten Blick auf Erfolge und Niederlagen der Open Access-Bewegung.

In einem Interview spricht Bo-Christer Björk über seine Forschung zu Open Access und gibt uns seine Einschätzung zur Open Access Debatte in der Wissenschaft sowie dem grünen und goldenen Weg.

Von Ja-Nein zu einer nuancierteren Bewertung von Open Access. In ihrem “How Open Is It“-Guide schlüsseln PLOS, SPARC und OASPA Open Access für LeserInnen, WeiternutzerInnen, AutorInnen und automatisierte Verarbeitung auf.

Die richtigen Fragen stellen! Es geht um langfristige Grundlagenforschung, Zusammenhänge von Bildung und Wissenschaft, Abhängigkeiten von privatem Investment und öffentlichen Forschungsgeldern: In einem offenen Brief werfen europäische WissenschaftlerInnen Policy-MacherInnen vor, die Tuchfühlung mit der Realität von Forschung und Wissenschaft verloren zu haben.

Intransparenz und Non-Disclosure-Agreements in Schweizer Hochschul-Bibliotheken. Von 16 angefragten Bibliotheken war nur eine bereit, ihre Zahlungsströme an Elsevier, Springer und Wiley offenzulegen.

Sichtbarkeit schafft Anreize. Amye Kenall beschreibt die Idee von Digitalen Zertifikaten für WissenschaftlerInnen. Bestückt mit Metadaten, Standards, Tags und Aussteller-Bestätigung sollen sie in Social Media und CVs für mehr Anerkennung von Open Science-Aktivitäten beitragen.

Qualitätssicherung spielt eine sehr wichtige Rolle, das bestehende Konzept von Peer Review wird dieser Funktion allerdings nicht mehr gerecht. An welchen Stellen es bröckelt, wird im Ottawa Citizen zusammengefasst. Im Fokus stehen dabei vor allem der Faktor Mensch und subjektive Einflüsse im Review-Prozess.

Mögliche Verbesserungen von Peer Review, die allen Seiten entgegenkommen, werden in PeerJ beschrieben. Vorgeschlagen wird ein Kompromiss aus Namensnennung der Reviewer, und Veröffentlichung der Review-Chronik zusammen mit der finalen Publikation.

Wer noch nie ein Paper reviewen durfte: Hier sind ein paar Gedanken, die sich Reviewer machen müssen.

Nicht nur Texte, sondern auch Code reviewen lassen. David Soergel plädiert für offen reproduzierbare Wissenschaft, denn schlechte Software könnte wissenschaftliche Ergebnisse maßgeblich beeinflussen.

Es gibt eine neue Version der Open Definition. Sie beschreibt genau, welche Anforderungen an Werke und Lizenzen gestellt werden, um als offen zu gelten.

Science – Open by default. Das Mission Statement der deutschsprachigen Open Science AG wurde veröffentlicht. Ziele und Aktionsbereiche werden definiert, und zum weiteren Mitgestalten aufgerufen.

Es gibt kein Patentrezept für alle Disziplinen. Warum bei der Einführung von Open Science der disziplinenspezifische Kontext besonders wichtig ist, hat Peter Kraker in einem Post auf dem LSE Impact Blog zusammengefasst.

Lust auf Artkel-Metriken? Der PLoS ALM Reports Tool is nun open source.

Science and the Web. Open Science war ein wichtiger Themenbereich auf dem diesjährigen MozFest der Mozilla Foundation.

“Generation Open”. Auch der Kick-Off Event der Open Access Woche an der Weltbank widmete sich der Offenheit insgesamt.

Ein Blick nach Vorne

Chinas Anteil steigt auch in der Wissenschaft. Welche Veränderungen durch die Neuorganisation der chinesischen Förderstruktur ausgelöst werden, ist noch nicht absehbar.

openscienceASAP & OKF Österreich

Die Videos des Open Science Panel Wien sind zum Nachschauen auf Youtube veröffentlicht. Unbedingt reinklicken!

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Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.

Erster Transparenztag in Hamburg

Christian Heise - 17. November 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

transparenzportal-hamburg-betaDas OK Lab Hamburg lädt am kommenden Sonntag zum ersten Transparenztag Hamburg ein. Anlass ist das gerade gestartete Transparenzportal der Stadt Hamburg. Damit das Portal mit Leben gefüllt wird, wollen wir einen Tag mit dem Portal arbeiten, lernen wie es funktioniert, und kleine Geschichten generieren.

Der erste Transparenztag Hamburg findet am 23. November 2014 ab 12 Uhr bei 4=1/OpenDataCity, Alter Teichweg 33, 22081 Hamburg statt (S-Bahn Barmbek, Ausgang Globetrotter, ca. 8 Minuten Fußweg).

Das Ergebnis können Karten oder auch nur statistische Besonderheiten sein, die wir im Portal finden – angedachte Themen wären z. B.:

  • Welche Zuwendungen bekommen welche Firmen/Vereinigungen/Institutionen in Hamburg?
  • Wo sind Gefahrenstoffe gelagert?
  • Wo sind die Lampendusa-Flüchtlinge untergebracht etc.?
Dazu sind geladen: Nerds und Technikverliebte und die Hamburger hyperlokale Journalistenszene. Ziel ist es, schnelle Geschichten im Transparenzportal zu finden, die wir journalistisch verbreiten können. Es soll kein klassischer Hackathon werden – sondern einer, in dem Journalisten und Coder wirklich gemeinsam arbeiten können.

Grober Ablauf:

  • Begrüßung
  • Einführung Transparenzgesetz von Stefan Wehrmeyer Opne Knowledge Foundation (fragdenstaat.de und correctiv)
  • ab ca. 13.30 Uhr: Team- und Themenbildung (optional: OpenData-Einführung von Marco Maas)
  • bis ca. 20 Uhr arbeiten an kleinen Projekten
  • 20.00 Fazit und Ende

Die Anmeldung und mehr Informationen findet ihr unter: http://pad.opendatacloud.de/p/OKHH-Hackerthon

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete… tun Sie endlich etwas für Open Data!

Christian Heise - 6. November 2014 in Featured, offene Daten

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Sachverständige beim kollektiven Twitterschilder umdrehen

Zur gestrigen 21. Sitzung des Bundestagsausschusses Digitale Agenda wurden fünf Sachverständige geladen um in einem Fachgespräch zum Thema Open Data, “zu diskutieren, welche Vorteile und Risiken die Bereitstellung offener Daten hat”.

Unter den Sachverständigen waren: Ina Schieferdecker vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), Mathias Schindler (ehemals Wikimedia Deutschland) als Mitarbeiter von der EU-Parlamentarierin Julia Reda, Renate Mitterhuber vom Referat E-Government und IT-Steuerung bei der Finanzbehörde Hamburg (bald verantwortlich für govdata.de), Justus Haucap vom Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) und ich als Vertreter der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V..

Bereits vor dem Gespräch wurden acht Fragen zum Thema Open Data an die Sachverständigen versandt. Symptomatisch für die bisherige politische Behandlung des Themas “offene Daten” ist, dass mehr als die Hälfte der Fragen fast deckungsgleich mit Fragen waren, die bereits im Jahr 2012 im Rahmen eines ähnlichen Fachgesprächs des Unterausschuss Neue Medien mit dem Titel “Entwicklung und Stand Open Data Projekte” schon mal gestellt wurden. Die Sachverständigen nahmen das zum Anlass, in ihren schriftlichen Stellungnahmen den Gesetzgeber zu ermuntern, diesem Thema endlich die nötige Aufmerksamkeit zuzuschreiben und aktiv zu werden. Hervorzuheben ist dabei auch eine ganz konkrete Liste von Sofortmaßnahmen für Abgeordnete vom Sachverständigen Mathias Schindler, die während des Gesprächs an die anwesenden Parlamentarier verteilt wurde.

Zu den zentralen Punkte meiner Ausführungen:

  • (Offene) Daten sind eine unerschöpfliche, nachwachsende Ressource, welche vor allem durch gemeinsames Nutzen dieser “aufblüht”.
  • Daten betreffen nicht nur Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft (im Allgemeinen), sondern die Bürgerinnen und Bürger (im Konkreten)
  • Wenn nicht bald entschieden gehandelt wird und die Rahmenbedingungen für die Bereitstellung und Nutzung offener Daten geebnet werden, werden diese Rahmenbedingungen von außen oder von “höherer” Ebene diktiert
  • Noch kann der Standortvorteil Datenschutz genutzt werden um der Verantwortung Deutschlands bei dem Thema national wie international gerecht zu werden.
  • Wir müssen uns auch mit den wenig vorhersehbaren sozialen Implikationen von Openness auseinandersetzen, NOCH können wir sie mitgestalten, erforschen und ggf. fördern.
  • In Deutschland fehlt es vor allem an politischem Willen (hohes politisches Commitment), Ressourcen in der Verwaltung und zentraler Steuerung
  • Symptomatisch für die politische Behandlung des Themas Open Data ist z.B., dass die Fragen 1,2,3,4 und 6 im Jahr 2012 im Rahmen einer Anhörung des Unterausschusses Neue Medien mit einer ähnlichen Besetzung seitens der Fraktionen größtenteils schon einmal gestellt wurden und bis heute leider noch genauso beantwortet werden müssen.
  • Seit 2012 hat sich m.E. zu wenig getan und auch wenn govdata.de, die GeoNutzV und der G8 Open Data Aktionsplan erste gute Schritte darstellen, gibt es noch immer ein fundamentales Defizit auf der Angebotsseite von wertvollen Open Government Data in maschinenlesbaren Formaten
  • Ebenso wie 2012 fehlt eine gesetzliche Festlegung zur Veröffentlichung von (allen) Inhalten der Verwaltung nach Open Government Data­Prinzipien (z.B. über ein novelliertes Informationsfreiheitsgesetz, Anpassung der eGovernment­Gesetze, über ein eigenes Open Data­Gesetz oder ein nationales Transparenzgesetz).
  • Mögliche Maßnahmen wären ein rascher Open Government Partnership ­Beitritt, gesetzliche Rahmenbedingungen für Open Data (am besten über ein nationales Transparenzgesetz), Unterzeichnung der “Erklärung zur Parlamentarischen Offenheit” und die Schaffung eines einheitlichen Zugriffs auf die Bundestagsinformationssysteme (OParl) und die Etablierung einer zentralen Anlaufstelle für das Thema im Bereich der ministerienübergreifenden Bundesverwaltung.

Eine weitere Aussage des Sachverständigen Schindler der ich mich als Konsens in diesem Zusammenhang auch anschließen würde:

Am Ende des Gesprächs “könnte man eigentlich voller Freude und Hoffnung sein“. Nun bleibt anzuwarten, ob der Ausschuss wirklich (nach den Worten des Vorsitzenden Koeppen) die Anmerkungen und Anregungen der Experten aufgreifen und umsetzen wird.

Die gesamte Stellungnahme kann hier eingesehen werden. Diese und alle weiteren Stellungnahmen können auch im Beteiligungsforum des Ausschusses eingesehen und kommentiert werden. Eine gute Zusammenfassung des gesamten Fachgesprächs findet man drüben bei netzpolitik.org und bei der Parlamentsredaktion des Bundestags. Die ganze Sitzung des “revolutionären” Ausschusses kann im Videomitschnitt nachverfolgt werden:

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