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Open Science Sum-Up Oktober

stefankasberger - 17. November 2014 in Featured, Open Science

Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie zu openscienceASAP.

Das letzte Monat im Rückblick

Ist Open Access gescheitert? Als Antwort auf die Bernstein-Analyse wirft Matthew Cockerill einen differenzierten Blick auf Erfolge und Niederlagen der Open Access-Bewegung.

In einem Interview spricht Bo-Christer Björk über seine Forschung zu Open Access und gibt uns seine Einschätzung zur Open Access Debatte in der Wissenschaft sowie dem grünen und goldenen Weg.

Von Ja-Nein zu einer nuancierteren Bewertung von Open Access. In ihrem “How Open Is It“-Guide schlüsseln PLOS, SPARC und OASPA Open Access für LeserInnen, WeiternutzerInnen, AutorInnen und automatisierte Verarbeitung auf.

Die richtigen Fragen stellen! Es geht um langfristige Grundlagenforschung, Zusammenhänge von Bildung und Wissenschaft, Abhängigkeiten von privatem Investment und öffentlichen Forschungsgeldern: In einem offenen Brief werfen europäische WissenschaftlerInnen Policy-MacherInnen vor, die Tuchfühlung mit der Realität von Forschung und Wissenschaft verloren zu haben.

Intransparenz und Non-Disclosure-Agreements in Schweizer Hochschul-Bibliotheken. Von 16 angefragten Bibliotheken war nur eine bereit, ihre Zahlungsströme an Elsevier, Springer und Wiley offenzulegen.

Sichtbarkeit schafft Anreize. Amye Kenall beschreibt die Idee von Digitalen Zertifikaten für WissenschaftlerInnen. Bestückt mit Metadaten, Standards, Tags und Aussteller-Bestätigung sollen sie in Social Media und CVs für mehr Anerkennung von Open Science-Aktivitäten beitragen.

Qualitätssicherung spielt eine sehr wichtige Rolle, das bestehende Konzept von Peer Review wird dieser Funktion allerdings nicht mehr gerecht. An welchen Stellen es bröckelt, wird im Ottawa Citizen zusammengefasst. Im Fokus stehen dabei vor allem der Faktor Mensch und subjektive Einflüsse im Review-Prozess.

Mögliche Verbesserungen von Peer Review, die allen Seiten entgegenkommen, werden in PeerJ beschrieben. Vorgeschlagen wird ein Kompromiss aus Namensnennung der Reviewer, und Veröffentlichung der Review-Chronik zusammen mit der finalen Publikation.

Wer noch nie ein Paper reviewen durfte: Hier sind ein paar Gedanken, die sich Reviewer machen müssen.

Nicht nur Texte, sondern auch Code reviewen lassen. David Soergel plädiert für offen reproduzierbare Wissenschaft, denn schlechte Software könnte wissenschaftliche Ergebnisse maßgeblich beeinflussen.

Es gibt eine neue Version der Open Definition. Sie beschreibt genau, welche Anforderungen an Werke und Lizenzen gestellt werden, um als offen zu gelten.

Science – Open by default. Das Mission Statement der deutschsprachigen Open Science AG wurde veröffentlicht. Ziele und Aktionsbereiche werden definiert, und zum weiteren Mitgestalten aufgerufen.

Es gibt kein Patentrezept für alle Disziplinen. Warum bei der Einführung von Open Science der disziplinenspezifische Kontext besonders wichtig ist, hat Peter Kraker in einem Post auf dem LSE Impact Blog zusammengefasst.

Lust auf Artkel-Metriken? Der PLoS ALM Reports Tool is nun open source.

Science and the Web. Open Science war ein wichtiger Themenbereich auf dem diesjährigen MozFest der Mozilla Foundation.

“Generation Open”. Auch der Kick-Off Event der Open Access Woche an der Weltbank widmete sich der Offenheit insgesamt.

Ein Blick nach Vorne

Chinas Anteil steigt auch in der Wissenschaft. Welche Veränderungen durch die Neuorganisation der chinesischen Förderstruktur ausgelöst werden, ist noch nicht absehbar.

openscienceASAP & OKF Österreich

Die Videos des Open Science Panel Wien sind zum Nachschauen auf Youtube veröffentlicht. Unbedingt reinklicken!

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Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.

Erster Transparenztag in Hamburg

Christian Heise - 17. November 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

transparenzportal-hamburg-betaDas OK Lab Hamburg lädt am kommenden Sonntag zum ersten Transparenztag Hamburg ein. Anlass ist das gerade gestartete Transparenzportal der Stadt Hamburg. Damit das Portal mit Leben gefüllt wird, wollen wir einen Tag mit dem Portal arbeiten, lernen wie es funktioniert, und kleine Geschichten generieren.

Der erste Transparenztag Hamburg findet am 23. November 2014 ab 12 Uhr bei 4=1/OpenDataCity, Alter Teichweg 33, 22081 Hamburg statt (S-Bahn Barmbek, Ausgang Globetrotter, ca. 8 Minuten Fußweg).

Das Ergebnis können Karten oder auch nur statistische Besonderheiten sein, die wir im Portal finden – angedachte Themen wären z. B.:

  • Welche Zuwendungen bekommen welche Firmen/Vereinigungen/Institutionen in Hamburg?
  • Wo sind Gefahrenstoffe gelagert?
  • Wo sind die Lampendusa-Flüchtlinge untergebracht etc.?
Dazu sind geladen: Nerds und Technikverliebte und die Hamburger hyperlokale Journalistenszene. Ziel ist es, schnelle Geschichten im Transparenzportal zu finden, die wir journalistisch verbreiten können. Es soll kein klassischer Hackathon werden – sondern einer, in dem Journalisten und Coder wirklich gemeinsam arbeiten können.

Grober Ablauf:

  • Begrüßung
  • Einführung Transparenzgesetz von Stefan Wehrmeyer Opne Knowledge Foundation (fragdenstaat.de und correctiv)
  • ab ca. 13.30 Uhr: Team- und Themenbildung (optional: OpenData-Einführung von Marco Maas)
  • bis ca. 20 Uhr arbeiten an kleinen Projekten
  • 20.00 Fazit und Ende

Die Anmeldung und mehr Informationen findet ihr unter: http://pad.opendatacloud.de/p/OKHH-Hackerthon

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete… tun Sie endlich etwas für Open Data!

Christian Heise - 6. November 2014 in Featured, offene Daten

sachverstaendige_schildchen

Sachverständige beim kollektiven Twitterschilder umdrehen

Zur gestrigen 21. Sitzung des Bundestagsausschusses Digitale Agenda wurden fünf Sachverständige geladen um in einem Fachgespräch zum Thema Open Data, “zu diskutieren, welche Vorteile und Risiken die Bereitstellung offener Daten hat”.

Unter den Sachverständigen waren: Ina Schieferdecker vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), Mathias Schindler (ehemals Wikimedia Deutschland) als Mitarbeiter von der EU-Parlamentarierin Julia Reda, Renate Mitterhuber vom Referat E-Government und IT-Steuerung bei der Finanzbehörde Hamburg (bald verantwortlich für govdata.de), Justus Haucap vom Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) und ich als Vertreter der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V..

Bereits vor dem Gespräch wurden acht Fragen zum Thema Open Data an die Sachverständigen versandt. Symptomatisch für die bisherige politische Behandlung des Themas “offene Daten” ist, dass mehr als die Hälfte der Fragen fast deckungsgleich mit Fragen waren, die bereits im Jahr 2012 im Rahmen eines ähnlichen Fachgesprächs des Unterausschuss Neue Medien mit dem Titel “Entwicklung und Stand Open Data Projekte” schon mal gestellt wurden. Die Sachverständigen nahmen das zum Anlass, in ihren schriftlichen Stellungnahmen den Gesetzgeber zu ermuntern, diesem Thema endlich die nötige Aufmerksamkeit zuzuschreiben und aktiv zu werden. Hervorzuheben ist dabei auch eine ganz konkrete Liste von Sofortmaßnahmen für Abgeordnete vom Sachverständigen Mathias Schindler, die während des Gesprächs an die anwesenden Parlamentarier verteilt wurde.

Zu den zentralen Punkte meiner Ausführungen:

  • (Offene) Daten sind eine unerschöpfliche, nachwachsende Ressource, welche vor allem durch gemeinsames Nutzen dieser “aufblüht”.
  • Daten betreffen nicht nur Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft (im Allgemeinen), sondern die Bürgerinnen und Bürger (im Konkreten)
  • Wenn nicht bald entschieden gehandelt wird und die Rahmenbedingungen für die Bereitstellung und Nutzung offener Daten geebnet werden, werden diese Rahmenbedingungen von außen oder von “höherer” Ebene diktiert
  • Noch kann der Standortvorteil Datenschutz genutzt werden um der Verantwortung Deutschlands bei dem Thema national wie international gerecht zu werden.
  • Wir müssen uns auch mit den wenig vorhersehbaren sozialen Implikationen von Openness auseinandersetzen, NOCH können wir sie mitgestalten, erforschen und ggf. fördern.
  • In Deutschland fehlt es vor allem an politischem Willen (hohes politisches Commitment), Ressourcen in der Verwaltung und zentraler Steuerung
  • Symptomatisch für die politische Behandlung des Themas Open Data ist z.B., dass die Fragen 1,2,3,4 und 6 im Jahr 2012 im Rahmen einer Anhörung des Unterausschusses Neue Medien mit einer ähnlichen Besetzung seitens der Fraktionen größtenteils schon einmal gestellt wurden und bis heute leider noch genauso beantwortet werden müssen.
  • Seit 2012 hat sich m.E. zu wenig getan und auch wenn govdata.de, die GeoNutzV und der G8 Open Data Aktionsplan erste gute Schritte darstellen, gibt es noch immer ein fundamentales Defizit auf der Angebotsseite von wertvollen Open Government Data in maschinenlesbaren Formaten
  • Ebenso wie 2012 fehlt eine gesetzliche Festlegung zur Veröffentlichung von (allen) Inhalten der Verwaltung nach Open Government Data­Prinzipien (z.B. über ein novelliertes Informationsfreiheitsgesetz, Anpassung der eGovernment­Gesetze, über ein eigenes Open Data­Gesetz oder ein nationales Transparenzgesetz).
  • Mögliche Maßnahmen wären ein rascher Open Government Partnership ­Beitritt, gesetzliche Rahmenbedingungen für Open Data (am besten über ein nationales Transparenzgesetz), Unterzeichnung der “Erklärung zur Parlamentarischen Offenheit” und die Schaffung eines einheitlichen Zugriffs auf die Bundestagsinformationssysteme (OParl) und die Etablierung einer zentralen Anlaufstelle für das Thema im Bereich der ministerienübergreifenden Bundesverwaltung.

Eine weitere Aussage des Sachverständigen Schindler der ich mich als Konsens in diesem Zusammenhang auch anschließen würde:

Am Ende des Gesprächs “könnte man eigentlich voller Freude und Hoffnung sein“. Nun bleibt anzuwarten, ob der Ausschuss wirklich (nach den Worten des Vorsitzenden Koeppen) die Anmerkungen und Anregungen der Experten aufgreifen und umsetzen wird.

Die gesamte Stellungnahme kann hier eingesehen werden. Diese und alle weiteren Stellungnahmen können auch im Beteiligungsforum des Ausschusses eingesehen und kommentiert werden. Eine gute Zusammenfassung des gesamten Fachgesprächs findet man drüben bei netzpolitik.org und bei der Parlamentsredaktion des Bundestags. Die ganze Sitzung des “revolutionären” Ausschusses kann im Videomitschnitt nachverfolgt werden:

Lab for CITY (Civic Innovation and Technology) – 21. Nov. via Live Stream verfolgen

Helene Hahn - 3. November 2014 in Deutschland, Featured, Termine

labforcity

Unsere Arbeit bei der Open Knowledge Foundation Deutschland ist stets durch die Begeisterung an Technologien und Innovationen gekennzeichnet, die es dem Bürger ermöglichen, komplexe Prozesse zu verstehen und sich an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Je mehr Wissen wir teilen, desto mehr Innovationen können entstehen.

Das Teilen von Wissen und Ideen ist auch der Schlüssel zu einer kognitiven Umwelt für die Zukunft unserer Städte. Daher veranstalten wir als Partner von allryder ein Open-Space-Programm, wo open data Pioniere, Vordenker, Behörden, politische Entscheidungsträger und technologieorientierte Unternehmen zusammenkommen, um ihre Erkenntnisse im Bereich civic innovation zu teilen und voneinander zu lernen.

Das Lab for CITY (Civic Innovation and TechnologY) wird am 21. November in Berlin stattfinden – mit dabei Vertreter von VBB, Citymart, Forum Virium, Waag Society und das internationale Forum der Deutschen Bank: Alfred Herrhausen Gesellschaft.

Verfolgt Vorträge und Diskussionen über unseren eingerichteten Live-Stream.

Für mehr Infos über das Lab for CITY: Schreibt eine Mail an hello@labforcity.org , folgt uns auf Twitter @lab4city oder besucht unsere Website: http://labforcity.org.

Mission Statement der deutschsprachigen Open Science AG veröffentlicht

Christian Heise - 21. Oktober 2014 in Deutschland, Featured, offenes Wissen, Open Science

Zur internationalen Open Access Week 2014 hat die AG Open Science ein Mission Statement veröffentlicht. Ziel der Arbeitsgruppe ist die Vernetzung von Aktiven im Bereich Öffnung von Wissenschaft und Forschung (Open Science) und die Erarbeitung rechtssicherer Rahmenbedingungen für das Veröffentlichen von Forschungsergebnissen. Zusätzlich soll die Arbeitsgruppe die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Open Science Gruppen koordinieren und als Ansprechpartner für Forscher, Institute, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zum Thema Open Science fungieren.

Die Open Science AG ist eine offene Initiative, welche die Idee freier und offener Wissenschaft und Forschung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik etablieren möchte. Ihre Mitglieder rekrutieren sich aus verschiedenen Teilen der Forschungslandschaft und assozierter Gebieten. Sie sind überzeugt, dass offen praktizierter Forschung eine Verbesserung der Effizienz der Wissenschaft und langfristig positive Effekte für die gesamte Gesellschaft bewirken wird. Die Öffnung der Wissenschaft soll auf verschiendenen Ebene vorangetrieben werden. So unterstützt die Open Science AG WissenschaftlerInnen bei der Arbeit mit digitalen Ressourcen und Methoden in Forschung und Lehre. Sie will Kooperationsweisen, Methoden und digitale Werkzeuge optimieren, so dass Open Science ohne erheblichen Mehraufwand realisiert werden kann. Dazu gehört ebenfalls, dass WissenschaftlerInnen entsprechende Anerkennung wie auch finanzielle Mittel für die Öffnung der eigenen Forschung erhalten. Auch die Einbeziehung von Bürgern in den Wissenschaftsprozess (Citizen Science) soll vorangetrieben werden. Die AG lebt von den Ideen und der Iniative Ihrer Mitglieder und lädt daher alle Interessiert ein sich einzubrigen.

Sie wollen mehr erfahren oder gleich aktiv werden? Mehr über die Arbeit der AG, ihr Mission Statment sowie über die Mitglieder findet man ab sofort unter http://okfn.de/open-science/ oder Sie abonnieren die Mailingliste der Open Science AG.

Open Science Sum-Up September

stefankasberger - 15. Oktober 2014 in Featured, Open Science

Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie zu openscienceASAP.

Das letzte Monat im Rückblick

Hat sich Open Access schon die Zähne ausgebissen? Eine ökonomische Studie von Bernstein Research bescheinigt Open Access sinkendes Potenzial, das Publikationswesen tiefgreifend zu verändern. Double Dipping und Hybrid Journals werden als Gründe genannt, ein weiterer kann mangelnder Fokus der Bewegung sein. Ähnliche Wahrnehmung dürfte auch zur abwartenden Haltung der AAAS zu Open Access geführt haben. Entscheidungen wie auf der Uni Konstanz, alle Verträge mit Elsevier zu beenden, müssen erst noch ökonomische Wirkung entfalten.

Post-Docs formen die Wissenschaft in einem hyper-kompetitiven Umfeld. In einem offenen Brief wird die Rolle von jungen Wissenschaftler*innen angesprochen. Zu diskutieren sind Leistungsmetriken, Fördersysteme, weiterführende Trainingsmaßnahmen und die Struktur der akademischen Angestelltenschaft.

Die Europäischen Forschungsbibliotheken wollen Open Science fördern. In diesem Statement wird vor allem die Weiterentwicklung im Forschungsdatenbereich in den Vordergrund gestellt.

Der durch Open Science erzeugte Nutzen benötigt zusätzliche Ressourcen. Wieviel genau, hat Emilio Bruna einmal beispielhaft aufgeschlüsselt, und kommt auf einen Wert von 36 Stunden und 690$ für sein letztes Paper.

Die Vorteile von Open Science zeigen sich auch in den Randgebieten der Wissenschaft. Eine Studie zu Telepathie zeigt den Nutzen von Dokumentation und Fokus auf Reproduzierbarkeit, wenn es um Schaffung von neuem Wissen geht.

Der enge Zusammenhang zwischen Qualität des Ergebnisses und der Daten gilt nicht nur in der Wissenschaft. Die Weltbank hat zusammengefasst, welche Kriterien im Bereich von Open Government Data ausschlaggebend sind. Bei der Umsetzung hilft vielleicht die Methodologie des COMSODE-Projekts.

Zur Weiterentwicklung von Altmetrics werden vor allem klare Definitionen benötigt. Das ist ein Ergebnis der im August von NISO durchgeführte Umfrage zu Altmetrics.

Wie weit soll Open Science gehen? Über diese und ähnliche Fragen wurde beim Open Science Panel in Wien teils sehr kontrovers diskutiert. Für alle, die die Veranstaltung verpasst haben, gibt es das Video noch einmal in voller Länge zum Nachsehen.

Ein Blick nach Vorne

Medikamente erforschen ohne Patentschutz. Crowdfunding ist eine Möglichkeit, die regelmäßig in die Diskussion gebracht wird. Ein weiterer Anlauf dazu findet gerade im Bereich der Krebs-Medikamente statt. Spannend wird dann auch die Reaktion der Geldgeber*innen, wenn die Forschung nicht das gewünschte Ziel erreicht.

Das Förderprogramm zu Open Access Publizieren der DFG wird bis 2020 verlängert.

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Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.

Zugang gestalten! am 13./14. Nov. 2014 im Hamburger Bahnhof in Berlin

Helene Hahn - 10. Oktober 2014 in Deutschland, Featured, offene Kultur, Termine

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Die Digitalisierung bietet die große Chance, den Zugang zum kulturellen Erbe erheblich zu erleichtern und damit einen wichtigen Beitrag zur Wissensgesellschaft der Zukunft zu leisten.

Auf der internationalen Konferenz “Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe” werden jährlich mit der Digitalisierung zusammenhängenden Chancen, Hindernisse, Herausforderungen und Veränderungen von GLAMs (Galleries, Libraries, Archives, Museums) und ihr Verhältnis zu anderen Institutionen, Initiativen und Wirtschaftsunternehmen diskutiert.

Dieses Jahr sind wir erneut Mitveranstalter und freuen uns, die Konferenz mit unseren Partnern umzusetzen!

Das vorläufige Konferenz-Programm ist hier zu finden. Unter anderem stellen sich im Rahmen einer Werkschau Projekte des Kultur-Hackathons Coding da Vinci vor, die erstmals mittels offenen Daten und Inhalten (Bilder, Texte, Videos, Audios) von Kultureinrichtungen digitale Anwendungen initiiert und technisch umgesetzt haben.

Dieses Jahr steht die Analyse der zahlreichen Digitalisierungsprojekte zum kulturellem Erbe im Vordergrund. In den letzten Jahren haben Projekte wie Google Books, Open Content Alliance, Wikimedia Commons, Europeana sowie die Deutsche Digitale Bibliothek die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Was ist dabei herausgekommen, was sind die Erfolge, wo liegen die Probleme, welche Anstrengungen sind gescheitert?

Alle Interessierten laden wir herzlich zum Zuhören, Mitdiskutieren und Miterleben ein. Um eine Anmeldung wird geben: www.zugang-gestalten.de/registrierung.

Was: Konferenz “Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe”
Wann: 13./14. November 2014
Wo: Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Berlin Invalidenstraße 50–51, 10557 Berlin
Twitter: @KulturellesErbe



Die Konferenz wird in diesem Jahr getragen von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, digiS – Servicestelle Digitalisierung Berlin, der Deutschen Digitalen Bibliothek, dem Internet & Gesellschaft Collaboratory e.V., iRight.info, dem Jüdischen Museum Berlin, dem Museum für Naturkunde Berlin, dem Netzwerk Mediatheken, der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, der Stiftung Historische Museen Hamburg und Wikimedia Deutschland e.V.

Leitung: Dr. Paul Klimpel

“Zugang gestalten!” steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.

Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Open Data Charter der G8 (G7)

Christian Heise - 24. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten, Positionen

g8-aktions-plan - open-dataGrundsätzlich begrüßt die Open Knowledge Foundation Deutschland, dass die Bundesregierung mit fast einem Jahr Verspätung und als letztes der G7-Mitglieder endlich seinen nationalen Open Data Aktionsplan (PDF) veröffentlicht hat. Der veröffentlichte Aktionsplan enthält einige sehr gute und für das Thema Open Data in Deutschland recht progressive Ansätze. Allerdings gehen diese Ansätze aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland nicht weit genug. Anfang 2014 hat die Open Knowledge Foundation einen Empfehlungskatalog für den nationalen Aktionsplan an das federführende Referat im Bundesinnenministerium (BMI) übermittlet. Von diesem Empfehlungskatalog wurden allerdings nur einige wenige Punkte übernommen.

Positiv hervorzuheben sind die Ankündigungen, dass eine “gesetzliche Open-Data-Regelung” angestrebt wird, dass “alle Ressorts bis zum Ende des dritten Quartals 2014 eine Open-Data-Ansprechpersonen benennen” und die Erwähnung der Open Definition als rechtliche Grundlage für Open Data in Deutschland. Auch die Feststellung der Bundesregierung “weiterhin den Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zu suchen” ist nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre grundsätzlich positiv zu bewerten, sollte aber ebenso selbstverständlich sein.

Alles in allem ist der Aktionsplan der Bundesregierung aus Sicht der Open Knowledge Foundation jedoch inhaltlich zu begrenzt. Die Veröffentlichung von “mindestens zwei Datensätze (…) jeder obersten Bundesbehörde sowie jeder Bundesober- und Bundesmittelbehörde”, und die aufgelisteten 40 bis Ende 2015 zu veröffentlichten Datensätze sind weder qualitativ noch quantitativ ausreichend, um Deutschland ernsthaft “zu einem Vorreiter für die Bereitstellung offener Verwaltungsdaten” zu machen. Außerdem bleiben einige Punkte des 22-seitigen Aktionsplans zu abstrakt für einen “Aktionsplan”. Schließlich fehlen auch Aussagen zur Open Government Partnership sowie zur Finanzierung der genannten Vorhaben.

Neben der Kritik an dem Aktionsplan selber ist aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland besonders problematisch, dass eine direkte Konsultation zur Ausgestaltung des nationalen Aktionsplans mit allen Gruppen der Gesellschaft ausgeblieben ist, dass eine zentrale Clearingstelle fehlt und dass die Erarbeitung des Aktionsplanes nicht in bestehende Aktivitäten im Bereich Open Government eingebettet ist. Auch fehlt es an konkreten Plänen zur Ermittlung an Datennachfrage, zur gezielten Förderung der Nachnutzung offener Daten und zur Schaffung eines Ökosystem für offene Daten. In diesem Zusammenhang wären Maßnahmen zur Vermittlung des Mehrwerts von offenen Daten für die Verwaltung selbst sehr wünschenswert gewesen.

Unser Fazit: Ein erster positiver Schritt, aber leider nicht mehr.

Auch wenn die Open Knowledge Foundation Deutschland viel mehr gewünscht hätte und die genaue Überprüfbarkeit der teilweise unkonkreten Maßnahmen schwierig wird, sind wir gespannt, wie die vielen Maßnahmen, wie zum Beispiel die “Public-Community-Partnership” zur Förderung offener Verwaltungsdaten genau umgesetzt werden sollen. Positiv ist zudem, dass zumindest einige der Empfehlungen der Open Knowledge Foundation Deutschland aufgegriffen wurden.

Die Open Knowledge Foundation Deutschland wird das Thema weiterhin begleiten, auch, weil Deutschland im Jahr 2015 den G8/G7 Vorsitz hat, den Gipfel ausrichtet und im gleichen Jahr die Implementierung der G8/G7 Prinzipien für offene Daten in die Politik der G7-Staaten samt technischer Implikationen abgeschlossen sein muss. Deutschland hat damit auch eine internationale Verantwortung bei dem Thema.

Wir verstehen den kürzlich veröffentlichten Aktionsplan als ressortübergreifenden Kompromiss eines Rahmensetzungsdokuments das nun in den nächsten 15 Monaten mit sehr viel Leben gefüllt werden muss. Dass aber bis Ende 2015 in Deutschland das erste Prinzip der Charter (“Open Data by Default”) vollkommen umgesetzt werden wird, ist aber eher unwahrscheinlich.

Mehr über die Historie und den Umfang der G8 Open Data Charter finden Sie hier.

Erfolg für Open Data: Datenlizenz Deutschland Version 2.0 ist eine offene Lizenz (Update)

Christian Heise - 22. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

open-definition-daten-lizenz-deutschlandDie im Juli 2014 als Entwurf veröffentlichte Datenlizenz Deutschland Version 2.0 ist als “offene Lizenz” vom Open Definition Advisory Council bestätigt worden und entspricht damit allen rechtlichen Anforderungen an Open Data.

Die Lizenz in den Varianten “Zero” (also “einschränkungslos”) und „Namensnennung“ können damit sofort zur Kennzeichnung von offenen Verwaltungsdaten in Deutschland verwendet werden. Damit ist auch die Rechtssicherheit für die Bereitsteller und Nutzer umfassend sichergestellt sowie Zusammenführung der Daten unter Datenlizenz Deutschland 2.0 mit solchen Daten, die unter anderen Open-Definition-kompatiblen Lizenzen stehen, möglich. Wir hoffen nun auf die umfassende Nutzung der neuen Lizenzen durch die kommunalen, regionalen und nationalen Datenbereitsteller.

Es ist darüber hinaus auch sehr erfreulich, dass von einer Neuauflage der mit der Open Definition inkompatiblen Version der Datenlizenz Deutschland 1.0-NC abgesehen wurde. Dank geht dabei an die vielen Beteiligten (u.a. im Bundesministerium des Inneren und explizit auch noch an Mathias Schindler) für die Zusammenarbeit und den regen Austausch bezüglich der Erfahrungen im letzten Jahr, die in diese Entwicklung maßgeblich eingeflossen sind.

Mehr dazu auch auf dem Blog des deutschen Datenportals GovData.de.

Update 23.9.2014: Wir haben immer, ausdrücklich und grundsätzlich von der Schaffung einer nationalen Open-Government-Data-Lizenz abgeraten und tun das auch weiterhin. Wir freuen uns zwar sehr, dass die Daten-Deutschland-Lizenz 2.0 jetzt konform mit der Open Definition ist, als Insellösung ist es aber natürlich nur die zweitbeste Lösung. Die erstbeste Lösung ist und bleibt natürlich die Verwendung der offenen Versionen der Creative Commons Lizenz.

Kampagne für offene Parlamente im Rahmen der Global Legislative Openness Week

Christian Heise - 17. September 2014 in Deutschland, Featured, Open Knowledge Foundation, Positionen

Glow_openparliament-okf-deAm Montag, haben wir zusammen mit einer Gruppe von 108 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus der ganzen Welt eine weltweite Kampagne für mehr Offenheit von Parlementen und deren Arbeit gestartet. Initiiert wurde die “Global Legislative Openness Week” von der US-amerikanischen NGO Sunlight Foundation. In der Kampagne geht es vor allem darum die Bedeutung von Transparenz und Rechenschaftspflicht für die Gesetzgeber herauszustellen und um die Forderung an die Parlamente neuen Technologien zu nutzen um Informationen über ihre Arbeit offen und frei für alle Bürgerinnen und Bürger zu veröffentlichen.

Neben den zivilgesellschaftlichen Akteuren finden sich unter den Unterstützern der Kampagne auch Mitglieder des Europäischen Parlaments, die Speaker’s Digital Democracy Commission aus den UK und die brasilianischen Abgeordnetenkammer.

Im Mittelpunkt der Aktion steht ein öffentlicher Brief, in dem die Mitglieder des Bundestags aufgefordert werden sich dafür einzusetzen, dass alle Infromationen und Dokumente des Parlaments proaktiv und in offenen und strukturierten Formaten kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Diese und weitere Grundsätze sind in der Erklärung zur Parlamentarischen Offenheit verankert, die seit ihrer Veröffentlichung im September 2012, ein neues Problembewusstsein für die Offenheit und Transparenz in Parlamenten schaffen will.

Die Erklärung zur parlamentarischen Offenheit versteht unter einer “standardmäßigen Offenheit”:

  1. Die proaktive Veröffentlichung von Informationen und Daten;
  2. in offenen und strukturierten Formaten;
  3. bei kostenlosem Zugang.

Information als Grundlage für Partizipation

Bisher tut sich der Bundestag bzw. die Bundestagsverwaltung schwer mit der Öffnung von Informationen aus dem Parlament und behindert diese gelegentlich ganz. Wir glauben aber, dass endlich die Zeit für Parlamente gekommen ist, um in ihrer Rolle als vom und für das Volk gewählte Vertreter, auf neue Technologien zu setzen und diese für mehr Transparenz zu nutzen. Darüber hinaus hätte diese Offenheit und Trasparenz auch viele Vorteile für die Parlamentarier und deren Arbeit hat: So würde eine strukturierte Veröffentlichung der Abgeordnetenerklärungen zum Beispiel helfen, das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten besser verständlich zu machen – und das ist nur eines von vielen Beispielen.

Den Standard endlich auf offen setzen

Wir wollen mit unserer Unterstützung für diese Kampagne die Mitglieder des Bundestags ermutigen, endlich die Erklärung zur Parlamentarischen Offenheit zu unterzeichnen und die daraus resultierenden Maßnahmen in die Tat umzusetzen.

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