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Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Open Data Charter der G8 (G7)

Christian Heise - 24. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten, Positionen

g8-aktions-plan - open-dataGrundsätzlich begrüßt die Open Knowledge Foundation Deutschland, dass die Bundesregierung mit fast einem Jahr Verspätung und als letztes der G7-Mitglieder endlich seinen nationalen Open Data Aktionsplan (PDF) veröffentlicht hat. Der veröffentlichte Aktionsplan enthält einige sehr gute und für das Thema Open Data in Deutschland recht progressive Ansätze. Allerdings gehen diese Ansätze aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland nicht weit genug. Anfang 2014 hat die Open Knowledge Foundation einen Empfehlungskatalog für den nationalen Aktionsplan an das federführende Referat im Bundesinnenministerium (BMI) übermittlet. Von diesem Empfehlungskatalog wurden allerdings nur einige wenige Punkte übernommen.

Positiv hervorzuheben sind die Ankündigungen, dass eine “gesetzliche Open-Data-Regelung” angestrebt wird, dass “alle Ressorts bis zum Ende des dritten Quartals 2014 eine Open-Data-Ansprechpersonen benennen” und die Erwähnung der Open Definition als rechtliche Grundlage für Open Data in Deutschland. Auch die Feststellung der Bundesregierung “weiterhin den Austausch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zu suchen” ist nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre grundsätzlich positiv zu bewerten, sollte aber ebenso selbstverständlich sein.

Alles in allem ist der Aktionsplan der Bundesregierung aus Sicht der Open Knowledge Foundation jedoch inhaltlich zu begrenzt. Die Veröffentlichung von “mindestens zwei Datensätze (…) jeder obersten Bundesbehörde sowie jeder Bundesober- und Bundesmittelbehörde”, und die aufgelisteten 40 bis Ende 2015 zu veröffentlichten Datensätze sind weder qualitativ noch quantitativ ausreichend, um Deutschland ernsthaft “zu einem Vorreiter für die Bereitstellung offener Verwaltungsdaten” zu machen. Außerdem bleiben einige Punkte des 22-seitigen Aktionsplans zu abstrakt für einen “Aktionsplan”. Schließlich fehlen auch Aussagen zur Open Government Partnership sowie zur Finanzierung der genannten Vorhaben.

Neben der Kritik an dem Aktionsplan selber ist aus Sicht der Open Knowledge Foundation Deutschland besonders problematisch, dass eine direkte Konsultation zur Ausgestaltung des nationalen Aktionsplans mit allen Gruppen der Gesellschaft ausgeblieben ist, dass eine zentrale Clearingstelle fehlt und dass die Erarbeitung des Aktionsplanes nicht in bestehende Aktivitäten im Bereich Open Government eingebettet ist. Auch fehlt es an konkreten Plänen zur Ermittlung an Datennachfrage, zur gezielten Förderung der Nachnutzung offener Daten und zur Schaffung eines Ökosystem für offene Daten. In diesem Zusammenhang wären Maßnahmen zur Vermittlung des Mehrwerts von offenen Daten für die Verwaltung selbst sehr wünschenswert gewesen.

Unser Fazit: Ein erster positiver Schritt, aber leider nicht mehr.

Auch wenn die Open Knowledge Foundation Deutschland viel mehr gewünscht hätte und die genaue Überprüfbarkeit der teilweise unkonkreten Maßnahmen schwierig wird, sind wir gespannt, wie die vielen Maßnahmen, wie zum Beispiel die “Public-Community-Partnership” zur Förderung offener Verwaltungsdaten genau umgesetzt werden sollen. Positiv ist zudem, dass zumindest einige der Empfehlungen der Open Knowledge Foundation Deutschland aufgegriffen wurden.

Die Open Knowledge Foundation Deutschland wird das Thema weiterhin begleiten, auch, weil Deutschland im Jahr 2015 den G8/G7 Vorsitz hat, den Gipfel ausrichtet und im gleichen Jahr die Implementierung der G8/G7 Prinzipien für offene Daten in die Politik der G7-Staaten samt technischer Implikationen abgeschlossen sein muss. Deutschland hat damit auch eine internationale Verantwortung bei dem Thema.

Wir verstehen den kürzlich veröffentlichten Aktionsplan als ressortübergreifenden Kompromiss eines Rahmensetzungsdokuments das nun in den nächsten 15 Monaten mit sehr viel Leben gefüllt werden muss. Dass aber bis Ende 2015 in Deutschland das erste Prinzip der Charter (“Open Data by Default”) vollkommen umgesetzt werden wird, ist aber eher unwahrscheinlich.

Mehr über die Historie und den Umfang der G8 Open Data Charter finden Sie hier.

Erfolg für Open Data: Datenlizenz Deutschland Version 2.0 ist eine offene Lizenz (Update)

Christian Heise - 22. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

open-definition-daten-lizenz-deutschlandDie im Juli 2014 als Entwurf veröffentlichte Datenlizenz Deutschland Version 2.0 ist als “offene Lizenz” vom Open Definition Advisory Council bestätigt worden und entspricht damit allen rechtlichen Anforderungen an Open Data.

Die Lizenz in den Varianten “Zero” (also “einschränkungslos”) und „Namensnennung“ können damit sofort zur Kennzeichnung von offenen Verwaltungsdaten in Deutschland verwendet werden. Damit ist auch die Rechtssicherheit für die Bereitsteller und Nutzer umfassend sichergestellt sowie Zusammenführung der Daten unter Datenlizenz Deutschland 2.0 mit solchen Daten, die unter anderen Open-Definition-kompatiblen Lizenzen stehen, möglich. Wir hoffen nun auf die umfassende Nutzung der neuen Lizenzen durch die kommunalen, regionalen und nationalen Datenbereitsteller.

Es ist darüber hinaus auch sehr erfreulich, dass von einer Neuauflage der mit der Open Definition inkompatiblen Version der Datenlizenz Deutschland 1.0-NC abgesehen wurde. Dank geht dabei an die vielen Beteiligten (u.a. im Bundesministerium des Inneren und explizit auch noch an Mathias Schindler) für die Zusammenarbeit und den regen Austausch bezüglich der Erfahrungen im letzten Jahr, die in diese Entwicklung maßgeblich eingeflossen sind.

Mehr dazu auch auf dem Blog des deutschen Datenportals GovData.de.

Update 23.9.2014: Wir haben immer, ausdrücklich und grundsätzlich von der Schaffung einer nationalen Open-Government-Data-Lizenz abgeraten und tun das auch weiterhin. Wir freuen uns zwar sehr, dass die Daten-Deutschland-Lizenz 2.0 jetzt konform mit der Open Definition ist, als Insellösung ist es aber natürlich nur die zweitbeste Lösung. Die erstbeste Lösung ist und bleibt natürlich die Verwendung der offenen Versionen der Creative Commons Lizenz.

Kampagne für offene Parlamente im Rahmen der Global Legislative Openness Week

Christian Heise - 17. September 2014 in Deutschland, Featured, Open Knowledge Foundation, Positionen

Glow_openparliament-okf-deAm Montag, haben wir zusammen mit einer Gruppe von 108 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus der ganzen Welt eine weltweite Kampagne für mehr Offenheit von Parlementen und deren Arbeit gestartet. Initiiert wurde die “Global Legislative Openness Week” von der US-amerikanischen NGO Sunlight Foundation. In der Kampagne geht es vor allem darum die Bedeutung von Transparenz und Rechenschaftspflicht für die Gesetzgeber herauszustellen und um die Forderung an die Parlamente neuen Technologien zu nutzen um Informationen über ihre Arbeit offen und frei für alle Bürgerinnen und Bürger zu veröffentlichen.

Neben den zivilgesellschaftlichen Akteuren finden sich unter den Unterstützern der Kampagne auch Mitglieder des Europäischen Parlaments, die Speaker’s Digital Democracy Commission aus den UK und die brasilianischen Abgeordnetenkammer.

Im Mittelpunkt der Aktion steht ein öffentlicher Brief, in dem die Mitglieder des Bundestags aufgefordert werden sich dafür einzusetzen, dass alle Infromationen und Dokumente des Parlaments proaktiv und in offenen und strukturierten Formaten kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Diese und weitere Grundsätze sind in der Erklärung zur Parlamentarischen Offenheit verankert, die seit ihrer Veröffentlichung im September 2012, ein neues Problembewusstsein für die Offenheit und Transparenz in Parlamenten schaffen will.

Die Erklärung zur parlamentarischen Offenheit versteht unter einer “standardmäßigen Offenheit”:

  1. Die proaktive Veröffentlichung von Informationen und Daten;
  2. in offenen und strukturierten Formaten;
  3. bei kostenlosem Zugang.

Information als Grundlage für Partizipation

Bisher tut sich der Bundestag bzw. die Bundestagsverwaltung schwer mit der Öffnung von Informationen aus dem Parlament und behindert diese gelegentlich ganz. Wir glauben aber, dass endlich die Zeit für Parlamente gekommen ist, um in ihrer Rolle als vom und für das Volk gewählte Vertreter, auf neue Technologien zu setzen und diese für mehr Transparenz zu nutzen. Darüber hinaus hätte diese Offenheit und Trasparenz auch viele Vorteile für die Parlamentarier und deren Arbeit hat: So würde eine strukturierte Veröffentlichung der Abgeordnetenerklärungen zum Beispiel helfen, das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten besser verständlich zu machen – und das ist nur eines von vielen Beispielen.

Den Standard endlich auf offen setzen

Wir wollen mit unserer Unterstützung für diese Kampagne die Mitglieder des Bundestags ermutigen, endlich die Erklärung zur Parlamentarischen Offenheit zu unterzeichnen und die daraus resultierenden Maßnahmen in die Tat umzusetzen.

Apps for Europe sucht die besten #opendata Apps

Daniel Dietrich - 15. September 2014 in Featured, offene Daten

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Arbeitest Du an einer App, die offene Daten verwendet? Du möchtest Deine App in ein nachhaltiges Unternehmen weiterentwickeln? Apps for Europe hat einen Online-Wettbewerb gestartet, der die besten App-Entwickler dieses Erdteils finden soll. Wir suchen Apps, die folgendes sind:

  • Neu und nützlich
  • Einfach benutzbar
  • Darauf ausgerichtet, tragfähige Unternehmen und Dienstleistungen zu schaffen
  • Der Welt das Potenzial von offenen Daten zu zeigen

Du kannst Dich jetzt mit deiner App und deinem Geschäftsplan unter www.appsforeurope.eu/content/submit-your-application bewerben. Die Frist läuft am 31. Dezember 2014 ab. Du hast also nicht mehr so viel Zeit!

Apps for Europe

Was gibt es zu gewinnen?

Nimm am Wettbewerb teil und gewinne einen von 10 exklusiven Plätzen in der International Business Lounge auf Future Everything, einem führenden Innovations-, Kunst- und Technologie-Festival Europas am 26. und 27. Februar 2015 in Manchester.

Du bekommst die Chance, Deine App dem gesamten Publikum der Future Everything den ganzen Tag über zu präsentieren – zusammen mit den weiteren ausgezeichneten innovativen Apps aus ganz Europa. Aber damit nicht genug! Du erhältst auch die Möglichkeit, Deine App einer internationalen Gruppe von Investoren, Entscheidern aus Politik und Verwaltung sowie Firmen und Startups zu präsentieren. Diese ausgewählten Experten stehen mit ihren Fähigkeiten, Erfahrung, Kapazitäten und Kapital bereit Dich darin zu unterstützen, Deine App in ein erfolgreiches Unternehmen zu verwandeln.

Auf der Webseite von Apps for Europe findest Du weitere Informationen zur Online-Bewerbungen und der International Business Lounge der Future Everything 2015. Alle Online-Bewerbungen werden von unseren “Apps for Europe”-Partnern bewertet: Ein erfahrenes Netzwerk aus europäischen Firmen mit Kontakten, Expertise und dem gemeinsamen Ziel, offene Daten geschäftlich erfolgreich zu machen.

Warum machen wir das?

Apps for Europe möchte der Welt nicht nur die Wirkungsmacht offener Daten zeigen, sondern auch das wirtschaftliche Potenzial herauskehren. Wir fördern gemeinsam die Möglichkeiten offener Daten, indem wir Ihnen dabei helfen, Ihre Idee in ein erfolgreiches Unternehmen umzuwandeln, das sich in ganz Europa etablieren könnte.

Über Apps for Europe

Apps for Europe ist ein Unterstützernetzwerk mit dem Auftrag, datengetriebene Apps in tragfähige Unternehmen zu verwandeln. Weiter Informationen über unser Konsortium findest Du hier.

 

Das folgende Video gibt einen Eindruck über die glücklichen Gewinner der International Business Lounge der Future Everything 2014

Hier noch ein Videstatement zu Apps for Europe von Neelie Kroes, ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission zuständig für die Digitale Agenda der Europäischen Union.

 

 

Hamburger Transparenzportal: “Ich habe einen sehr positiven ersten Eindruck”

Christian Heise - 15. September 2014 in Deutschland, Featured, offene Daten

hackmack-transparenz-hamburgAm 6. Oktober 2014 tritt nach zweijähriger Übergangszeit die zweite Stufe des Hamburgischen Transparenzgesetzes in Kraft. Danach müssen alle wichtigen Dokumente der Stadt, wie Verträge der Daseinsvorsorge über 100.000 EUR, Gutachten, Subventions- und Zuwendungsvergaben, Geodaten usw. von Amts wegen in einem über das Internet zugänglichen Informationsregister veröffentlich werden. Dieses Hamburger Transparenzgesetz ist in Deutschland ein bisher einmaliges Projekt.

Seit vergangenem Donnerstag können die Hamburger Bürgerinnen und Bürger alle Akten der Hamburger Verwaltung in einer öffentlichen Beta-Version des Hamburger Transparenzportals einsehen. Am 6. Oktober wird das Portal dann offiziell gelauncht.

Gregor Hackmack, 37, war eine der drei Vertrauenspersonen der Initiative zur Einführung des Transparenzgesetzes in Hamburg und damit maßgeblicher Treiber der Hamburger Initiative. Er ist Mitglied im Landesvorstand von Mehr Demokratie Hamburg und Mitgründer von abgeordnetenwatch.de. Wir haben ihn zum Launch der Beta interviewt.

Christian Heise: Was hälst du von dem jetzt veröffentlichten Transparenzportal?

Gregor Hackmack: Es ist übersichtlich und leicht bedienbar. Ich habe einen sehr positiven ersten Eindruck und finde es wirklich klasse, dass die Hamburgische Verwaltung einen Monat vor Zeitplan fertig geworden ist und auch der Kostenrahmen eingehalten wurde. Bei IT-Projekten ist das keine Selbstverständlichkeit

Heise: Wie, keine Kritik?

Hackmack: Kritik wird sich maximal dann ergeben, wenn wichtige Inhalte fehlen. Aber auch diesbezüglich habe ich einen guten ersten Eindruck. So sind z.B. die Verträge zur Elbphilharmonie leicht auffindbar. Ich gehe davon aus, dass ab dem 6. Oktober 2014 alle gesetzlich vorgeschriebenen Informationen im Transparenzportal auffindbar sein werden. Jetzt gratuliere ich erst einmal unserer Hamburgischen Verwaltung zum erfolgreichen Start und sage Danke!

Heise: Was sind Informationen, die dich besonders interessieren?

Hackmack: Ich persönlich habe ein Herz für Bäume und finde es super, dass jeder Baum im Straßenbereich Hamburgs auf einer Übersichtskarte im Transparenzportal auffindbar ist. Aber auch Spielplätze, Verkehrskameras oder Behindertenparkplätze sind einfach auffindbar. Auch Bebauungspläne sind jetzt einfach und kostenlos für jedermann zugänglich.

Heise: Hast du schon was spannendes gefunden? Wenn ja, was?

Hackmack: Brisanter als die Hamburger Bäume sind wohl die Gehälter der Chefs von öffentlichen Unternehmen in Hamburg. So verdient der HHLA-Chef (Chef des Hamburger Hafens) über eine Million Euro pro Jahr, fast sechs mal soviel wie unser Bürgermeister Olaf Scholz.

Heise: Welche Auswirkung erhoffst du dir von dem Transparenzportal?

Hackmack: In Bezug auf die Gehältertransparenz könnte der Effekt mehr Mäßigung sein. Dadurch, dass auch Verträge wie der zur Elbphilharmonie veröffentlicht werden, wird Korruption im Ansatz bekämpft. Seit Neuverhandlung und Veröffentlichung der Elbphilharmonieverträge scheint die Baustelle auch wieder zu laufen.

Heise: Wie geht es weiter? Was muss noch getan werden?

Hackmack: Wir müssen jetzt darauf achten, dass wirklich alle Behörden, öffentliche Unternehmen und Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren gesetzlichen Transparenzpflichten nachkommen und im Transparenzportal veröffentlichen. Die Handelskammer Hamburg z.B. weigert sich bislang noch obwohl sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Aber auch da sind wir dran.

Heise: Möchtest du noch was loswerden?

Hackmack: Ich finde es unglaublich, wieviel eine kleine Gruppe von engagierten Menschen in so kurzer Zeit positiv verändern kann. Im Sommer 2011 waren wir weniger als Dutzend Engagierte und haben einfach mal ein Transparenzgesetz geschrieben – übrigens mit Hilfe eines Wikis. Wir haben dann ein Bündnis geformt und Unterschriften gesammelt. Heute nur drei Jahre später ist das Transparenzgesetz komplett umgesetzt.

Heise: Vielen Dank!

Lesetipp: Im April 2014 ist sein erster Buch “Demokratie einfach machen – ein Update für die Politik” im Verlag der Körberstiftung erschienen.

Veranstaltungstipp: Podiumsdiskussion anlässlich der Live-Schaltung des Informationsregisters am 06. Oktober 2014, 19:00 – 21:00 Uhr, betahaus Hamburg, Eifflerstraße 43, 22769 Hamburg. Mehr Informationen zur Veranstaltung hier.

Award für herausragende Projekte in den digitalen Geistes- und Kulturwissenschaften

Christian Heise - 11. September 2014 in Deutschland, Featured, offenes Wissen

dh-award-logoAb sofort und bis zum Einsendeschluss am 1.Dezember 2014 schreiben wir zusammen mit DARIAH-DE einen Digital Humanities Award aus.

Im Rahmen des Awards sollen innovative Beiträge und Forschungsvorhaben von mit digitalen Ressourcen und/oder digitalen Methoden arbeitenden Studierenden und NachwuchswissenschaftlerInnen der Geistes- und Kulturwissenschaften, der Informatik und den Informationswissenschaften ausgezeichnet werden.

Verliehen werden die Preise im März 2015 im Rahmen des DH Summits (Nähere Infos zum Event folgen in Kürze auf dem DHd-Blog). Insgesamt werden Preise im Gesamtwert von 1.800 Euro vergeben.

Bewerbungsberechtigt sind B.A.- und M.A.-Studierende, die aktuell an ihrer Abschussarbeit schreiben (bzw. an Projekten wie folgt aufgelistet) oder NachwuchswissenschaftlerInnen, die diese in den letzten 12 Monaten abgegeben haben/aktuell an wissenschaftlichen Einzel- oder Gruppen (Abschluss-)projekten, Softwareprojekten, Tools, Studien oder (Infrastruktur-)Konzepten arbeiten.

Bewerben können sich auch Studierende mit eigenen DH-Projekten. Die Bewerbung von (studentischen) Gruppen ist erwünscht. Zugelassen sind alle wissenschaftlichen Arbeiten, die an Universitäten im deutschsprachigen Raum erstellt werden bzw. wurden.

Bei Fragen finden Sie weitere Informationen hier oder wenden Sie sich an: dh-award@de.dariah.eu

Disclamer: Die Open Knowledge Foundation e.V. ist Partner von DARIAH-DE und unterstützet das Forschungsprojekt DARIAH-DE bei der Kommunikation und Dissemination rund um Ausrichtung, Inhalte und Ergebnisse der digitalen Geisteswissenschaften (Digital Humanities).

Jetzt anmelden: Konferenz zu offenen Bildungsmaterialien im September 2014 in Berlin (#OER14de)

Christian Heise - 24. August 2014 in Deutschland, Featured, offenes Wissen, Termine

OERde14_grau_breitObwohl im Koalitionsvertrag erwähnt, wurde das Thema offene und freie Bildungsmaterialien (OER) leider (wie vieles andere im Bereich Bildung und Wissenschaft) im Rahmen der kürzlich veröffentlichten Digitalen Agenda von der Politik komplett ignoriert. Um das zu ändern und die Wirklichkeit der offenen und freien Bildungsmaterialien in Deutschland zu diskutieren, veranstaltet Wikimedia Deutschland mit der “#OERde14 – Die Zukunft Freier Bildungsmaterialien” am 12. und 13. September 2014 bereits das zweite Mal die größte Konferenz zu freien Bildungsmaterialien im deutschsprachigen Raum. Förderin der Konferenz ist die Bundeszentrale für politische Bildung. Schirmherrin ist die Deutsche UNESCO Kommission. Die Open Konwledge Foundation Deutschland e.V. unterstützt die Konferenz.

Die #OERde14 ist eine Kombination aus Fachkonferenz und Barcamp und bietet den Teilnehmenden damit viel Raum für Vernetzung und Austausch. Inhaltlich geht es einerseits um die konkrete Erstellung von Bildungsmaterialien und andererseits um die Implementierung von OER in das deutsche Bildungssystem. Dabei sollen auch Erfahrungen aus anderen Ländern einfließen: Was funktioniert anderswo, was funktioniert nicht und was ließe sich davon auf Deutschland übertragen? Welche Voraussetzunggen muss die Politik schaffen? Und allem voran natürlich die Frage: Welche Implikationen hat OER auf die Bildung?

Die wichtigesten Informationen zu Konferenz im Überblick:

Titel: OERde14 – Die Zukunft Freier Bildungsmaterialien
Zeit: Freitag, 12. September und Samstag, 13. September 2014
Ort: Urania, An der Urania 17, 10787 Berlin
Programm: http://www.wikimedia.de/wiki/OERde14
Anmeldung: http://wmde.org/OERde14-Anmeldung
Teilnahmegebühr: 50,- €, ermäßigt 30,- €
Twitter: #OERde14
Kontakt: oer@wikimedia.de
Presseakkreditierung: www.wikimedia.de/OERde14

Alle in OER involvierte Gruppen werden zusammenkommen und diskutieren: Akteure aus Schule, Hochschule und Bildungsarbeit, Entscheidungstragende aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, Medien und Verlage sowie alle weiteren an OER Interessierten.

Darunter: Dirk van Damme (Leiter des CERI  – Centre for Educational Research and Innovation – der OECD), der sich damit beschäftigt, wie Bildung in der Zukunft funktioniert. Führende OER­Aktivisten aus den USA (Nicole Allen, SPARC), Polen (Dr. Alek Tarkowsk, Centrum Cyfrowe Projekt:Polska) und Großbritannien (Lorna M Campbell, Centre for Education Technology, Interoperability and Standards) srpechen auf der Konferenz. Der Berliner Staatssekretär Mark Rackles diskutiert darüber, dass Berlin als erstes Bundesland OER zum Teil des Schulunterrichts machen wird. Aber auch einer der bekanntesten OER­Kritiker Deutschlands nimmt an der Konferenz teil: Dr. David Klett (Klett­Verlag).

Weitere Informationen zur diesjährigen Konferenz finden Sie unter www.wikimedia.de/OERde14.

Creative-Commons Lizenztextlesung auf der alle Fragen rund um freie Lizenzen gestellt werden können

Christian Heise - 19. August 2014 in Featured, offenes Wissen, Termine

Recht-zu-Apps-cc-by-joeran-muuss-merholz

Foto von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0 DE.

#pb21, ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet am 2. September 2014 in Kooperation mit Creative Commons Deutschland eine Lesung der Lizenztexte von Creative-Commons in Berlin. Die Veranstaltung wird im Livestream übertragen und soll helfen offene Fragen zum Einsatz von den freien Lizenzen zu klären.

In der Ankündigung zur der Veranstaltung heißt es dazu weiter:

Bei der ersten CC-Lizenztextlesung können alle Fragen rund um die freien Lizenzen gestellt werden. Zwei kompetenten Juristen beantworten sie. Wir lesen die Lizenzen vor, Absatz für Absatz – und zwar den entscheidenden Legalcode. Immer wenn jemand aus dem Publikum etwas nicht versteht oder eine Nachfrage hat, sagt er/ sie das. Dann müssen die Juristen die Frage klären. Die Eckdaten
  • eine Veranstaltung von pb21.de in Kooperation mit Creative Commons Deutschland, hosted by Wikimedia Deutschland e.V.
  • Dienstag, 2.9.2014, Beginn: 19.00 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr
  • Geschäftsstelle Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23, Berlin (U Möckernbrücke)
  • Eintritt frei, Voranmeldungen hilfreich

Weitere Hinweise zur Anmeldung und Informationen gibt es bei auf der Webseite der Veranstalter.

Ziel (bisher) verfehlt: Digitale Agenda bleibt weit hinter den Koalitonsvereinbarungen zurück

Christian Heise - 13. August 2014 in Deutschland, Featured

digitale_agendaMit der “Digitalen Agenda” will die Bundesregierung die Digitalisierung und den damit verbundenen “gesellschaftlichen Wandel” fördern, dafür rechtliche Rahmenbedingungen schaffen und den Prozess aktiv begleiten. Der vor kurzem veröffentlichte Entwurf dieser Agenda lässt allerdings nichts gutes ahnen: Entgegen der Ankündigung entsteht die Digitale Agenda bisher allein an “Beamtenschreibtischen in den Ministerien” und ohne jegliche Einbeziehung der Zivilgesellschaft oder anderer Gruppen. Darüber hinaus fällt die Sie bisher an vielen Stellen weit hinter das zurück, was der Koalitionsvertrag ursprünglich mal klar definiert hat.

Kritik kommt auch von den Verbänden. Sie beschreiben das vorliegende Papier als “ernüchternt” (BVDW) und bemängeln das Ausklammern des Themas Verbraucherschutz (VZBV). Die unkonkreten Ankündigungen sowie die fehlende Mittelzuschreibung, unter anderem beim Breitbandausbau (VATM/BITKOM/etc.), zeugen eher von “Aktionismus statt digitalem Masterplan” (eco Verband). Doch selbst aus der Politik kommt Kritik: Staatssekretär Dr. Wilfried Bernhardt, Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für IT und zugleich Mitglied des IT-Planungsrates, hinterfragte die Agenda gänzlich und riet dazu “den Entwurf der Digitalen Agenda vor einer Beschlussfassung grundlegend zu überarbeiten”.

Die Nichteinbeziehung der Zivilgesellschaft, anderer gesellschaftlicher Gruppen sowie der Länder in den Erstellungsprozess der Agenda sowie die fehlende Ankündigung, der Open Government Partnership (OGP) beizutreten, ist bisher ein klares Versäumnis und steht dem Ziel, das “diese digitale Agenda nicht allein an Beamtenschreibtischen in den Ministerien entsteht” diametral gegenüber. Unklar bleibt auch, warum der Entwurf in allen seinen bisherigen Versionen die umfassende Einbeziehung der konkreten Handlungsempfehlungen der auch aus allen Bereichen der Zivilgesellschaft besetzten “Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft” ignoriert.

Die aktuellen Entwicklungen im Rahmen der digitalen Agenda bergen somit trotz dem Bekenntnis den “Multi-Stakeholder-Prozessen eine besondere Bedeutung zu kommen zu lassen, in denen Akteure aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Zivilgesellschaft im Rahmen ihrer jeweiligen Verantwortlichkeiten transparent zusammenwirken” (Entwurf der Digitalen Agenda vom 22.7.2014) die Gefahr, dass sich die Bundesregierung das Vertrauen der Zivilgesellschaft gänzlich verspielt. Deshalb braucht es auch in der digitalen Agenda neben konkreten Maßnahmen im Bereich innovativer Staat eben auch ein klares Bekenntnis zu Open Government (zum Beispiel mit einem Beitritt zur OGP), denn “eine aktive, dauerhafte politische Unterstützung des Themas auf hoher Ebene ist ebenfalls unumgänglich”.

Es bleibt auch abzuwarten (und zu hoffen), inwiefern das Regierungsprogramm „Digitale Verwaltung 2020“ sowie der “Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der G8-Open-Data-Charta” (unsere Empfehlungen dazu) als Anhänge zu der Digitalen Agenda die Themen Open Knowledge und Open Government/Data umfassender adressieren als die Agenda das bisher tut und ob das die deutschen “Bundesbehörden (wirklich) zu Vorreitern bei der Bereitstellung offener Daten in Deutschland” macht.

Der aktuelle Entwurf der Digitalen Agenda verfehlt bisher seine Ziele in vielerlei Hinsicht, besonders aber in den Punkten Beteiligung, Kohärenz und Konkretheit. Es bleibt zu hoffen, dass die Forderungen nach einer grundlegenden Überarbeitung unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft sowie anderer Gruppen und den klaren Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag bei der Beschlussfassung vorraussichtlich am 20.8.2014 im Bundeskabinett nicht unberücksichtigt bleiben.

Auf netzpolitik.org finden Sie die aktuellste Vorabveröffentlichung des Entwurfs der “Digitalen Agenda” der Bundesregierung.

Disclamer: Der Beitrag erschien in abgewandelter Form zuerst auf der Webseite des Arbeitskreis Open Government Partnership Deutschland, deren Mitglied die Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. ist.

Open Science Sum-Up Juli

stefankasberger - 12. August 2014 in Featured, Open Science

Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie zu openscienceASAP.

Das letzte Monat im Rückblick

Die Rolle von Open Access in der Wissensgesellschaft. In einem Videointerview diskutiert John Willinsky die transformativen Möglichkeiten von Open Access.

Ist das schon Big Data? Auf Figshare wurde ein Datensatz von knapp 50GB geteilt. In diesem Fall handelt es sich um Bildmaterial aus dem Zellbiologie-Bereich.

Extra Lizenzen für nicht-menschliche Leser. Die International Association of Scientific, Technical & Medical Publishers stm hat ein Lizenzmodell vorgestellt, welches explizite Erweiterungen für Text- und Data Mining enthält.

Die Qual der Wahl: Welcher Pre-Print Server? Wer vor der Frage steht, auf welchen Pre-Print Server der neue Artikel hochgeladen werden soll, findet vielleicht einen Erfahrungsbericht zu arXiv, bioRxiv, PeerJ, and figshare hilfreich.

Open Access führt zu mehr Zitationen. In einer Studie zum Hybrid-Journal Nature Communications wurden Open Access-Artikel doppelt so oft gelesen, und erhielten im Median 4 Zitationen mehr (11 statt 7). Den Datensatz zur Studie gibt es auf Figshare.

Die Grenzen von Peer Review. Nature hat zwei Artikel zurückgezogen, nachdem sich diese als fehlerhaft und nicht reproduzierbar erwiesen haben. Dies ist aber kein Einzelfall, und möglicherweise Symptom eines schlecht laufenden Review-Systems.

Ab jetzt wird genau nachgerechnet: Statistiken werden gesondert reviewed. Diesen Schritt hat u.a. auch Science gemacht. So soll die Reproduzierbarkeit und Verlässlichkeit von Ergebnissen besser gewährleistet werden.

Peer Review neu denken – und umsetzen. Mit dieser Frage haben sich TeilnehmerInnen eines Sense About Science-Workshops in London auseinandergesetzt, und hat dazu viele Ansätze diskutiert.

Von 15.-17. Juli fand das Open Knowledge Festival 2014 in Berlin statt (#OKFest14). Die Keynotes hielten unter anderem Neelie Kroes (EU-Kommission) und Patrick Alley (Global Witness) – Link zum Stream hier. Im Programm fanden sich auch einige Open Science Sessions, zu denen es eine Zusammenfassung gibt. Das Open Knowledge Festival war gleichzeitig auch Bühne für das erste Treffen der neugegründeten Open Science Gruppe für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Mozilla Science Labs hat in 22 Städten weltweit Sprints veranstaltet. Was dabei Tolles herauskam ist hier nachzulesen – dazu gehören Lehr- und Lernmaterialien rund um Daten, Werkzeuge für den Unterricht, und Werkzeuge rund um Wissenschaft.

Ein Blick nach Vorne

Vom 3. Juli bis 30. September laufen die Konsultationen der EU-Kommission zum Thema Science 2.0. Es ist möglich, als Einzelperson, Organisation oder öffentliche Institution Beiträge einzureichen. Die Kommission will herausfinden, wie hoch das Verständnis für den stattfindenden Wandel ist, welche Chancen und Herausforderungen wahrgenommen werden und was die Implikationen für Policy-Macher sind.

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Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.

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