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OKFestival 2014: Berliner Sommerluft und offenes Wissen

Christian Heise - 25. Juli 2014 in Featured

OKFestival-2014

Photo by Marieke Guy under CC BY 2.0

Vom 15. bis 17. Juli 2014 fand auf dem Gelände der Berliner Kulturbrauerei das diesjährige OKFestival 2014 statt. Dabei machte nicht nur das gute Wetter das etwas andere Festival zu einer großartigen Veranstaltung. Über drei Tage trafen an jeder Ecke der ehemaligen Brauerei kleine Gruppen zusammen, um fleißig Ideen und Visionen zu offenem Wissen zu diskutieren oder gleich vor Ort in die Tat umzusetzen. Von Graffiti-Wänden zu “linked Budgets”, von der Zerstörung von Druckern bis hin zu einem sozialen Vertrag für offene Daten – viele Veranstaltungen, Workshops und Keynotes zu allen Themen rund um Offenheit konnten hier besucht werden. Einziges Problem: Man konnte leider nicht an fünf Orten gleichzeitig sein!

Was war: Viel Austausch, großartige Keynotes & Workshops, Launchevent Code for Germany, Kickoff Open Glam & Open Science AGs uvm.

Um trotz der Kürze des OKFestivals von nur knapp drei Tagen möglichst viel Austausch zu haben, gab es in diesem Jahr eine ganze Reihe von Zusatzveranstaltungen vor und nach dem eigentlichen Event. Beispielsweise wurden die Arbeitsgruppen Open Science (Mailingliste) und OpenGLAM (Mailingliste) in Deutschland gegründet – wer mitmachen will, kann sich via Mailingliste melden.

Schon am Montagabend, kurz vor dem offiziellen Start des OKFestivals 2014, fand der Launch von Code for Germany in der Kulturbrauerei statt. Gemeinsam mit Partnern und Unterstützern aus aller Welt wurde das Programm der anwesenden Presse, Politik und Community vorgestellt.

Am Dienstagabend begann dann der offizielle Teil des OKFestivals. Erstaunliche Menschen aus der ganzen Welt wurden zu den School of Data Fellows ernannt, die mit der Zivilgesellschaft und Journalisten in ihren Regionen arbeiten werden, um die Vorteile von offenen Daten in die Realität zu bringen. Ebenfalls am Dienstag trafen sich Wissenschaftlerinnen und Aktivisten ausLändern wie Indonesien, Indien, Brasilien, Nigeria, Kenya, um ihre Forschungsprojekte zur Wirkung von offenem Wissen vorzustellen und zu diskutieren.

Am Mittwoch hörten wir inspirierende Keynotes von Patrick Alley, Gründer der NGO Global Witness, der eindrucksvoll von der Notwendigkeit berichtete Finanztransaktionsdaten zu veröffentlichen, um Korruption weltweit aufzudecken. Diese Keynote stand stellvertretend für eines der großen Themen des OKFestivals, das in einer Vielzahl von Sessions („Power, politics, inclusion and voice“ oder „Can open data go wrong?“) ausgiebig diskutiert wurde: Relevanz und Wirkung von Offenem Wissen.

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Photo by Marieke Guy under CC BY 2.0

Der Donnerstag begann mit einer Keynote von Neelie Kroes, bis November noch Vize Präsidentin der Europäischen Kommission, über die Bemühungen der EU für die Öffnung von Wissen und Verwaltungsdaten. Im Anschluss demonstrierte Eric Hysen von Google (einer der Hauptsponsoren des OKFestivals) in seiner Keynote u.a. die Möglichkeiten von Open Data. Er gab ausserdem einen Überblick über den Stand der Offenheit von Datan weltweit und forderte mit “Open is not enough, data should also be structured, licensed and updated” dazu auf, nicht nur Daten zu veröffentlichen, sondern auch die Nachnutzung zu ermöglichen und zu fördern. In weiteren Workshops am Nachmittag wurde zusammen an den Themen Überwachung, Open Design, Story finding & story-telling und vielem mehr gemeinsam gearbeitet.

Wie schon auf früheren “Open” Veranstaltungen wurde auch auf dem OKFestival 2014 wieder deutlich, dass Offenheit und Open Data kein Luxus der reichen Länder ist, sondern schon heute konkret zu Verbesserung von Politik und Gesellschaft in ganz unterschiedlichen Ländern beiträgt. Auch die Keynotes von Beatriz Busaniche, Gründerin der Wikimedia Argentinien und von der genialen Ory Okolloh, Aktivistin, Rechtsanwälting und Bloggerin aus Kenia zeigten deutlich, dass Open Data weltweit relevant ist. In den vielen Workshops während des OKFestivals hatten die Teilnehmer dann die Gelegenheit, von einander zu lernen und nach neuen Wegen zu suchen, damit offenes Wissen tatsächlich zu Veränderungen für die Bürger führt. Der diesjährige Fokus auf besonders partizipative Veranstaltungsformate förderte diesen Austausch.

Das OKFestival war aber auch von Innehalten und Nachdenken über die eigene Vorgehensweise geprägt. In vielen Gesprächen wurde über die starke Rolle und partikularen Interessen der beteiligten Firmen und Sponsoren debattiert. Dennoch hielt das die vielen Teilnehmer nicht davon ab, auf dem OKFestival auch die Herausforderungen um die teils mangelhafte Verfügbarkeit von Offenem Wissen gleich aktiv anzugehen: In Flashhacks, z.B. vom Projekt OpenCorporates, ein Register für offene Unternehmensdaten, wurde durch konkrete Aktionen während des Festivals Daten und Informationen geöffnet.

Was wird: Die Debatte um den Erfolg von Open Knowledge, Kritik an Offenheit und noch mehr Austausch

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Photo by Marieke Guy under CC BY 2.0

Das Open Knowledge Festival 2014 bot mit Bereichen wie offenes Design, offene Entwicklungshilfe, offene Hardware und offene Wissenschaften u.a. (insgesamt 16 Bereiche) eine große Themenbreite, in denen es Bestrebungen gibt, offenes Wissen zu teilen. Mehr Themen und Köpfe, das bedeutet jedoch auch, dass mehr unterschiedliche Interessen und Meinungen auf eine Linie zu bringen sind. Dass dies in den kommenden Jahren gelingt, ist für den weiteren Erfolg der Open Knowledge-Bewegung von großer Bedeutung. Denn ihre potenziellen Gegenspieler, die aus so unterschiedlichen Ecken wie Wissenschaft, Politik und Wirtschaft kommen können, verfügen erfahrungsgemäß über die größeren Ressourcen und vor allem andere Intentionen. Schon auf dem nächste Open Knowledge Festival 2015 könnte sich entscheiden, ob die Bewegung den eigenen kurzfristigen Erfolg auch langfristig meistern und weiterhin gestalten kann. Dazu muss Sie sich auch noch stärker und umfassender mit der Kritik an Openness in den unterschiedlichsten Bereichen befassen und diese selber mitgestalten.

Alle Veranstaltungen, Workshops und Keynotes gibt es auch in der Zusammenfassung auf dem Blog des OKFestivals 2014.

Offener Brief: Aufruf an die neue Führung der Europäischen Union die Rechte und den Schutz des Einzelnen zu garantieren

Daniel Dietrich - 24. Juli 2014 in Featured, Positionen

Offener Brief

In einem Zeitalter, in dem Regierungen und Unternehmen immer mehr private Daten sammeln, bedarf es klarer Regeln und effektiver Mechanismen, um die Rechte und den Schutz des Einzelnen zu garantieren. Deutschland und Europa haben international den Ruf, das Datenschutz und Schutz der Privatsphäre in diesen Regionen einen hohen Stellenwert haben. Die Erfahrungen, die Deutschland und Europa bei der Entwicklung von Gesetzen und Institutionen in diesem Bereich gemacht haben, dürfte anderen Nationen von großem Nutzen sein. Darüber hinaus würde ein Beitritt Deutschlands und Europas dem bisher sehr angelsächsischen Einschlag in der OGP eine neue Sichtweise geben. Deutschland und die EU brauchen die OGP, aber die OGP braucht auch Deutschland und die EU!

Deutschland und die EU sollten ihrem angestrebten Engagement in der Open Government Partnership (OGP) Taten folgen lassen

Den folgenden Aufruf zu mehr Engagement der Europäischen Union in der OGP unterzeichneten europaweit über 50 führende zivilgesellschaftliche Organisationen aus 17 EU-Mitgliedsstaaten u.a. auch der Arbeitskreis für einen deutschen Beitritt zur Open Government Partnership. Die letztendliche Zahl der befürwortenden NGOs dürfte weitaus größer sein, da viele der Unterzeichner zivilgesellschaftliche Koalitionen sind, die mehrere Organisationen vertreten.

Ein Offener Brief: Die Europäische Union und die Open Government Partnership (OGP) (deutsche, leicht-gekürzte Übersetzung)

Wir fordern, dass die neue Führung der EU die EU-Institutionen dazu verpflichtet, eng mit der Open Government Partnership zusammenzuarbeiten und sich für einen länderübergreifenden OGP Beitritt stark zu machen.

Die Zusammenarbeit mit der OGP wird die EU-Institutionen helfen, die gleichen Standards an Rechenschaftspflicht, Transparenz und Inklusion an sich selbst anzusetzen, wie es die EU an Mitgliedsstaaten und Staaten ausserhalb der EU fordert. Sie wird dazu beitragen, die Kluft zwischen der EU und ihren Bürgern zu verringern und die Glaubwürdigkeit der EU erhöhen und die Bemühungen der EU für ein besseres und transparenteres Regierungshandeln innerhalb und ausserhalb der EU untermauern.

Warum OGP?

Die OGP ist eine internationale Initiative, deren 64 Teilnehmerländer sich zu einer offeneren, verantwortungsvolleren und bürgernäheren Regierungsarbeit verpflichten. Der OGP-Prozess schafft die Möglichkeit, durch ambitionierte Aktionspläne gemeinsam mit der Zivilgesellschaft modernes und transparentes Regierungshandeln zu entwickeln. Die OGP hilft und überwacht die Umsetzung der definierten Ziele. Bereits heute sind 20 der 28 EU-Mitgliedsstaaten in der Initiative engagiert.

Warum die EU?

Die EU ist weiter entfernt von den Wählern als die nationalen Regierungen. Die Strukturen und Prozesse innerhalb der Institutionen sind schwer für die Bürger zu verstehen, und es herrscht eine weit verbreitete Wahrnehmung von Mangel an Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber den EU Institutionen. Als Folge der Reaktion der EU auf die Wirtschaftskrise haben EU Institutionen noch mehr Befugnisse über nationale Regierungen gewonnen, womit sich der Zustand der Intransparenz in der Wahrnehmung vieler EU-WählerInnen weiter verstärkt hat. Die EU-Staats- und Regierungschefs sind in der Vergangenheit viele rechtliche und rhetorischen Verpflichtungen hin zu Offenheit, Partizipation und Rechenschaft im Bereich der Europäischen Politikprozesse eingegangen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist aber leider oft unvollständig oder nicht in vollem Umfang an die Öffentlichkeit kommuniziert worden.

Fazit: Der derzeitige Ansatz zu offenem und transparentem Regierungshandeln auf EU-Ebene ist nicht hinreichend auf die Anliegen der BürgerInnen ausgerichtet. Der ehemalige Europäische Bürgerbeauftragte fasst das wie folgt zusammen: “Eine institutionelle Kultur der Transparenz muss noch erreicht werden.”

Kann die EU der OGP beitreten?

Der OGP war zunächst auf Staaten (also die nationalen Regierungen) beschränkt. Ab sofort können aber auch internationalen und multilateralen Gremien Mitglied werden. Trotz Mängel bei der Umsetzung der Transparenzverpflichtungen erfüllt die EU die OGP Beitrittskriterien. Die Beitritskriterien sind als Mindeststandards zu verstehen, auf deren Grundlage die OGP Mitglieder Verbesserungen anstreben sollen. Dabei ist allein der Prozess zur Entwicklung eines Aktionsplans sinnvoll. Der letztendliche Plan würde dann konkrete Aktionspunkte in Richtung transparenterer Entscheidungsfindung, bessere Konsultationsprozesse und rechtzeitigen wie konsequenten Zugang zu Dokumenten beinhalten. Die OGP würden EU-Bürger ein Werkzeug bieten, um eine verbesserte Rechenschaftspflicht auf EU-Ebene einzufordern und eine unabhängige, qualitative und quantitative Bewertung der Fortschritte voranzutreiben.

Der Orginaltext kann hier (PDF) heruntergeladen werden.

Dieser Artikel ist zuerst auf der Seite des Arbeitskreis für einen Beitritt Deutschlands zur OGP erschienen.

Open Science Sum-Up Juni

stefankasberger - 17. Juli 2014 in Featured, Open Science

Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie zu openscienceASAP.

Das letzte Monat im Rückblick

Offenheit ist kein Karrierehindernis. Erfahrungen mit dem Teilen von Wissen, kulturellen Anreizen und der alltäglichen Praxis hat das Sciencemag gesammelt. “My career has developed in large part because I’ve been open about everything”.

Die Initiative e-Infrastructures Austria ist gestartet. Ziel ist der Ausbau und die Weiterentwicklung von Dokumentenservern in Österreich. Auch Forschungsdaten wurden ins Blickfeld genommen, und für diese sollen Infrastrukturen und Services aufgebaut werden.

Das Land Berlin verabschiedet eine Open Access Strategie. Damit schließt es sich anderen Bundesländern bei der Umsetzung von Empfehlungen der EU-Kommission um.

Open Access aus einer Investment-Perspektive? In diesem Bericht der Investmentbank HSBC gibt es auch finanzielle Informationen zu Elsevier.

Im Rahmen der School of Open wurde ein Open Research Course erarbeitet. In dieser Rückschau wird der Weg dahin nachgezeichnet.

Welche Herausforderung für reproduzierbare Forschung bleiben noch übrig? ROpenSci nennt dazu Integration und technische Übertragbarkeit.

Mit einer Installation zur kompletten Arbeitsumgebung. Die Fedora Scientific Distribution hat genau das als Ziel. Auf Linux basierend, sind Open Source-Tools wie GNU Octave, IPython, gnuplot oder Libraries wie SciPy und GNU Scientific bereits mitgeliefert – genauso wie LaTex für Schreibarbeiten.

Unterscheidet sich Forschung durch Think Tanks? Eine Umfrage unter lateinamerikanischen Think Tanks ergab, dass vor allem ein Open Review System üblich ist. Es gibt dazu eine längere Serie, die sich mit Peer Review für Think Tanks befasst.

Citizen Science liefert beständig Beiträge zu Erkenntnissen. Hier gibt es einen Auszug an Publikationen, die auf Citizen Science beruhen.

Ein Blick nach Vorne

Offene Wissenschaft wird zum Forschungsobjekt. In dem PhD-Projekt “Mapping Open Science” soll die Open Science Bewegung in verschiedenen Aspekten und ihrer Evolution untersucht werden.

Wie soll ein Standard für Altmetrics ausschauen? Das NISO Whitepaper zu Altmetrics Standards kann noch bis 18. Juli kommentiert werden.

Warum sind offene und transparente Metriken so wichtig? Dahinter steckt der Gedanke von “All Models are wrong, but some are useful”.

Ab August sind Anmeldungen zur OpenCon14 möglich. Die OpenCon ist eine Konferenz zu Open Data, Open Education und Open Access für Studierende und NachwuchswissenschaftlerInnen. Sie findet von 15. bis 17. November in Washington, D.C. statt.

Das Programm für die Open Access Tage in Köln steht. Diese finden am 8. und 9. September an der FH Köln statt, was genau passiert steht hier.

openscienceASAP & OKF Österreich

Peter Murray-Rust besuchte Wien. Die Aufzeichnung seines Vortags beim FWF gibt es hier. Im Rahmen eines Workshops wurden die aktuellsten Fortschritte bei der maschinellen Erfassung von wissenschaftlichem Output ausprobiert. Der Besuch klang aus mit einem Open Science Hackathon und Meetup zu Open Content.

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Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.

Mein Schülerpraktikum

Maria Reimer - 4. Juli 2014 in Deutschland, Featured

von Leander Kutz

Ich heiße Leander Kutz, bin 13 Jahre alt und habe zwei Wochen lang ein sehr gutes Praktikum bei der Open Knowledge Foundation Deutschland genossen. Hier berichte ich über meine Arbeit. Ich unterteile sie in die einzelnen Projekte, da es mir dadurch leichter fällt, sie zu erklären.

FragDenStaat

FragDenStaat besitzt eine Liste von Behörden, bei der nahezu jeder Behörde eine E-Mail-Adresse zugeordnet ist. Da das aber nicht auf jede Behörde zutrifft, habe ich bei den Behörden nachrecherchiert, ob diese inzwischen eine E-Mail-Adresse besitzen. Nebenbei habe ich auch einen Blogpost geschrieben, wie man eine Anfrage richtig formuliert, bei der Spambekämpfung und der Aktualisierung des Pressespiegels zum #zensurheberrecht geholfen. Außerdem habe ich interessante Links zu Informationsfreiheit für den nächsten Newsletter der Open Knowledge Foundation Deutschland recherchiert. Und ich habe die Klage der Bundesregierung gegen FragDenStaat mit Lego nachgebaut.

SAMSUNG

Jugend hackt

Bei Jugend hackt sollen die Teilnehmer nach Möglichkeit aus einem Datensatz ein Projekt machen. Was so ein Datensatz ist, findet ihr hier. Da es sein kann, dass einige Teilnehmer keine Datensätze finden, habe ich einige interessante Datensätze herausgesucht und aufgelistet. Diese Liste wird bei Jugend hackt am 12. September vorgestellt. Nebenbei habe ich auch nach Initiativen und interaktiven Onlinekursen für Programmieren und nach Coding-Wettbewerben gesucht, da von Teilnehmern und Eltern immer wieder gefragt wird, ob es auch woanders in Deutschland so etwas wie Jugend hackt gibt.

Schaut doch mal bei den beiden Projekten vorbei :D

Open Science Sum-Up Mai

stefankasberger - 20. Juni 2014 in Featured, Open Science

Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie zu openscienceASAP.

Das letzte Monat im Rückblick

100 Millionen Fakten pro Jahr. Das ist das Ziel von Peter Murray-Rust im Rahmen seines Projekts ContentMine. Warum und wie erklärt er in einem Interview mit dem Standard, das am Rande eines Vortrags- und Workshopprogramms in Wien stattfand.

GitHub bietet nun DOIs für wissenschaftlich genutzte Repositorien an. Damit wird Source Code eindeutig zitierbar. Ein spannender Fortschritt für kollaboratives Arbeiten und Forschen!

Mit dem OpenPolicyNetwork ist ein neues Projekt am Start, welches Initiativen, Projekte und Menschen rund um Openness unterstützt.

In einem Interview mit sparc gibt Timothy Gowers einen Überblick über den neuen Stand der Dinge, nach seiner Aufdeckung der Praktiken von Elsevier. Er betont dabei auch die wichtige Rolle von WissenschaftlerInnen bei Vertragsverhandlungen.

Die Wissenschaftsschranke wurde von Katharina de la Durantaye in Deutschland wieder in die Diskussion gebracht. In ihrer Studie wird ein gehbarer Weg einer Urheberrechts-Reform gezeigt, welche in Bildung und Wissenschaft einfache Nutzung von Materialien ermöglicht.

Daten teilen ist wie Elektroautos kaufen” meint Benedikt Fecher vom HIIG Berlin – denn beides ist gut für die Allgemeinheit. Doch es gibt noch ein paar Hindernisse, wie z.B. fehlende Anreize und formale Anerkennung.

Der Gedanke “Apps for Everything” hält auch im Bereich Open Access Einzug. Bei openscience.com gibt’s ein Interview mit dem Macher hinter PubChase, Matthew Davis. PubChase ist eine Multiplattform-Anwendung, die es WissenschaftlerInnen (gerade im Bereich der Life Sciences) ermöglich soll, sich für sie relevante Paper empfehlen zu lassen. Das Ganze beruht auf statistischen Berechnungen und Data Mining.

Preprints – Postprints – offene Daten: Ross Mounce fasst in wenigen Schritten den nachvollziehbaren (und gangbaren) Weg zu Open Scholarship zusammen.

Das EuroScientist Magazin wartet in der Mai-Ausgabe wieder mit einem interessanten Thema auf – der alternativen Forschungsförderung. Es werden die zwei Ebenen von Förderungsmechanismen beleuchtet, die überdacht werden müssten: Die Makroebene, wo Forschungs- und Entwicklungspolicies beeinflussen, wohin Förderungen vergeben werden, und die Mikroebene, wo Peer Review bestimmt, wie Förderungen verteilt werden.

Wie funktioniert Open Peer Review, und kann es die Mängel bei der Veröffentlichung klinischer Studien beheben? Mit dieser Frage befasst sich Stephanie Harriman auf BioMed Central und kommt zur Antwort, dass Ärzte auf diese Weise besser fundierte Entscheidungen treffen können. Offener Peer Review helfe auch dabei, den Evaluationsprozess an sich besser zu verstehen.

Arfon Smith erklärt die Ideen hinter dem “Open Journal“. Um den Preprint-Server arxiv herum sollen die nötigen Strukturen für ein vollständiges wissenschaftliche Journal gebaut werden.

Ein Blick nach Vorne

Die ersten Sessions des diesjährigen Open Knowledge Festivals sind online. Schwerpunkte dieses Jahr sind Wissen, Werkzeuge und Gesellschaft als Einflussfaktoren von Wandel.

Stanford bietet einen Kurs zu Open Knowledge an. In diesem freien Online-Kurs gibt es Ein- und Überblicke zu geistigem Eigentum, Geschichte, Wissensmanagement und Publikationswesen, bis hin zu globalen Perspektiven von Verteilungsgerechtigkeit und Entwicklung. Der Kurs startet Anfang September und dauert 13 Wochen.

Open Source in der Pharma-Industrie – kann das funktionieren und falls ja, wie? Über Anreize, Open Source Forschung und mögliche neue Mechanismen wird bei einem Workshop von 16. bis 18. Juli in Italien diskutiert.

Open Science soll an allen Linzer Universitäten verankert werden. Mit dieser Vorgabe lädt der Linzer Wissenschaftsreferent Christian Forsterleitner alle Linzer Hochschulen zu einem Web-Gipfel im Herbst 2014.

openscienceASAP & OKF Österreich

Unsere Freunde vom Open Science Radio haben aus aktuellem Anlass einen Schwerpunkt auf Citizen Science gelegt. In der 18. Folge zuerst mit einem Überblick auf Citizen Science. In Folge 20 gibt es ein Interview mit Thorsten Witt, dem Projektleiter hinter der deutschen Citizen Science Plattform buergerschaffenwissen.de. Und in Folge 19 sprach das Open Science Radio mit Alexander Grossmann, einem der Gründer hinter der frisch an den Start gegangenen Open Science Plattform scienceopen.com.

Neue Funktionen gibt es für das Visualisierungstool Head Start. Das Tool soll einen schnellen Überblick über die Literatur ermöglichen, um die initiale Recherche zu erleichtern. Die Timeline wurde überarbeitet, und es sind neue Methoden geplant, Literatur inhaltlich zu analysieren und übersichtlich darzustellen.

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Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.

Informationsfreiheit, Open Data und Fahrradunfälle

Andreas Pawelke - 28. Mai 2014 in Deutschland, Featured

Foto von JL (Lizenziert unter: CC BY 2.0 DE)

Freiburger Fahrradfahrer leben gefährlich!

Jedenfalls schreibt das die Badische Zeitung und bezieht sich in Ihrem Artikel vom 4. März auf Daten des Polizeipräsidiums Freiburg. Grafisch aufbereitet werden die von der Polizei erhobenen Unfalldaten sowohl im Verlauf der vergangenen zehn Jahre als auch die Verteilung anhand von Wochentagen übersichtlich und informativ dargestellt.

Von großem Nutzen dürfte den Lesern die interaktive Karte zu den Unfallschwerpunkten sein, die Radfahrern helfen könnte, gefährliche Straßen und Kreuzungen entweder zu meiden oder mit entsprechender Vorsicht zu passieren.

Bei genauer Betrachtung muss man jedoch feststellen, dass die besagte Karte weit weniger nützlich ist als sie sein könnte, insbesondere da die Beschreibung der Gefahrenstellen in vielen Fällen recht allgemein gehalten ist. Beispiel: “Stark belastete Hauptverkehrsstraßen: Wo Autofahrer und Radfahrer aufeinandertreffen, kommt es naturgemäß zu vielen Unfällen.”

Und so stellt sich die Frage wie eine alternative Version der Karte aussehen müsste, die Freiburgs Radfahrer anhand der vorliegenden Unfalldaten auf etwaige Gefahren hinweist.

Ungleiche Behandlung beim Zugang zu Daten

Ein derartiges Unterfangen beginnt zwangsläufig bei den Daten selbst. Es stellt sich also zunächst die Frage woher die Angaben zu den Unfallschwerpunkten stammen. Dies geht weder aus dem Artikel hervor noch enthält die Karte einen Link auf die Quelle der Daten. Auf Anfrage verweist der Redakteur der Badischen Zeitung auf die Pressestelle des Polizeipräsidiums Freiburg, die ich kontaktiere und mich neben den Unfalldaten aus gegebenem Anlass auch nach Daten zu Fahrraddiebstählen in Freiburg erkundige.

Drei Emails und zwei Telefonate später ist das Ergebnis eher ernüchternd. Die Pressestelle schickt mir den sogenannten Unfallbarometer, der aber nur recht allgemeine Daten ohne detaillierte Ortsangaben enthält. Wie aber hat die Badische Zeitung die interaktive Karte entworfen, wenn doch die öffentlich verfügbaren Daten hierfür nicht ausreichend sein dürften?

Auf Nachfrage gibt der zuständige Sachbearbeiter an, dass bei der Frage von Zugang zu Daten und Informationen der Verwaltung mit Bürgern anders verfahren wird als mit Journalisten. Hinzu kommen datenschutzrechtliche Vorschriften, die einzuhalten seien. Auf welcher rechtlichen Grundlage die Unterscheidung von Journalisten und Bürgern bzw. der rechtliche Schutz der Unfall- und Diebstahldaten beruht, konnte in dem Telefonat leider nicht eindeutig geklärt werden.

Kein Einzelfall: Beispiel Nahverkehrsdaten

Die Praxis des uneinheitlichen Zugangs zu Daten der Verwaltung ist kein Einzelfall in Freiburg. So erfreut sich Google seit einigen Monaten des exklusiven Rechts zur Nutzung der Freiburger Nahverkehrsdaten, die von dem Unternehmen u.a. in Google Maps eingebunden werden. Anstatt über einen offenen Zugang zu Freiburger Nahverkehrsdaten, lokalen Unternehmen und Entwicklern die Möglichkeit zu geben, Anwendungen zu entwickeln und damit Mehrwerte zu schaffen, wird ein internationales Unternehmen bevorzugt behandelt.

Anders als das Polizeipräsidium hat die Freiburger Verkehrs AG jedoch Bereitschaft signalisiert, Daten im Rahmen der vor Kurzem beschlossenen Open Data Initiative der Stadt bereitzustellen.

Keine gesetzliche Grundlage für Transparenz

Es bleibt zu konstatieren, dass weder Stadt noch Land einen gesetzlichen Rahmen geschaffen haben, der den Bürgern in Freiburg bzw. Baden-Württemberg ein Recht auf Zugang zu Informationen der Verwaltung gewährt. Zwar verfolgt die Stadt Freiburg seit Kurzem eine Open Data Initiative, die auf einen Antrag der Stadtrat-Fraktionen der Grünen und der SPD zurückgeht, und auch die Landesregierung bemüht sich beim Thema Open Data. Doch gibt es weder eine kommunale Freiheitssatzung wie in München, noch ein Informationsfreiheitsgesetz, das, wie in anderen Bundesländern seit Langem üblich, den Bürgern das Recht auf Auskunft von Behörden einräumt.

Fazit: Abwarten

Die Stadt Freiburg hat mit dem Beschluss zur Umsetzung einer Open Data Initiative gezeigt, dass sie den Wert von offenen Daten für eine transparente, bürgerfreundliche und offene Verwaltung erkennt. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht laut einem kürzlich erschienen Positionspapier in der Öffnung von Daten “Chancen und Nutzen für alle gesellschaftlichen Gruppen” und beschreibt Open Data als “ein wichtiges Element einer transparenten und vernetzten Verwaltung”.

Inwiefern sich die Unterstützer von offenen Daten in der Freiburger Verwaltung durchsetzen können, wird sich zeigen. Möglicherweise wird interessierten Bürgern nichts anderes übrig bleiben, als auf das Landes-Informationsfreiheitsgesetz zu warten, das noch dieses Jahr in Kraft treten soll.

Spätestens dann werde ich mich erneut mit meiner Anfrage an die Freiburger Polizei wenden.

Open Knowledge Foundation Deutschland gewinnt Editors Lab Hackday

Christian Heise - 20. Mai 2014 in Featured, Open Knowledge Foundation

okfn_global_editors_forum_faz_JPEGAuf dem Hackday in der Berliner F.A.Z.-Redaktion in Zusammenarbeit mit dem Global Editors Forum arbeiteten Journalisten, Designer und Programmierer aus ganz Deutschland am vergangenen Wochenende an innovativen Tools und Methoden rund um den Datenschutz. Am Ende entschied eine Jury und das Publikum über den besten Hack. Sowohl Jury als auch Publikum entschieden sich für ein Projekt vom Team der Open Knowledge Foundation Deutschland.

Das Projekt: “We used to read the newspaper, now the news reads us” stellt eindrucksvoll die Sammlung von Nutzerdaten auf Nachrichtenportalen dar. Dabei werden Seiten wie Facebook und Twitter häufig in den Medien für ihre datenbasierte Geschäftsmodelle kritisiert. Ironischerweise teilen diese sozialen Netzwerke das Nutzerverhalten mit weit weniger Werbenetzwerken als die durchschnittliche Nachrichtenseite. Zum Beispiel lauschen bei einem Besuch von Facebook weit weniger fremde Server mit, als bei einem Besuch von WELT ONLINE oder FAZ.net.

Zwanzig “Hackdays” gab es bereits. Das OKF DE Team wird als Gewinner zum Global Editors Network Summit 2014 nach Barcelona fliegen und am “Editors‘ Lab Hackathon Final” teilnehmen, um gegen die Gewinner aus den anderen Hackdays weltweit antreten.

WePromise.eu: Wir unterstützen die Kampagne für digitale Bürgerrechte zur Europawahl

Christian Heise - 15. Mai 2014 in Featured, Open Knowledge Foundation

wepromise_coverNie zuvor stand die Europäische Union vor so vielen Herausforderungen, von Themen wie dem Schutz der Netzneutralität und der Privatssphäre, der Urheberrechtsreform sowie der Überwachung aller europäischen Bürgerinnen und Bürger durch Staaten und Unternehmen. Heute laden wir euch zusammen mit über weiteren 36 weitere zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa ein, am europäischen Aktionstag der WePromise-Kampagne teilzunehmen und das kommende Europaparlament aufzufordern, Menschenrechte im digitalen Zeitalter zu verteidigen!

Die Idee von WePromise ist einfach: Kandidierende versprechen, sich in der kommenden Legislaturperiode für die WePromise-Charta mit zehn Prinzipien für „digitale Bürgerrechte“ einzusetzen. Diese beinhaltet Punkte zur Urheberrechtsreform, Netzneutralität, Transparenz und Datenschutz. Im Gegenzug versprechen Bürgerinnen und Bürger, wählen zu gehen – und diejenigen zu wählen, die die netzpolitische Charta unterstützen. Über 340 Kandidierende aus 24 Mitgliedstaaten haben bereits die Charta unterzeichnet. Der Schutz der Netzneutralität und die Bereitstellung von freien und offenen IT-Infrastrukturen sowie offenen Daten sind auch Ziele der Open Knowldege Foundation Deutschland. Darüber hinaus wollen wir mit der Unterstützung für die Kampagne die Wählenden in Europa ansprechen und verdeutlichen, warum es wichtig ist an der kommenden Europawahl am 25. Mai teilzunehmen. Deshalb unterstützen wir offiziell die Initiative WePromise.eu.

Wir finden, die EU muss konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Netzneutralität wirklich zu schützen und digitale Bürgerrechte zu stärken. Dazu gehören unter anderem das Verbot jeglicher Diskrimination von Diensten, ein wirklich offener Umgang mit Verwaltungsdaten und die gesetzliche Verankerung von Netzneutralität. Wenn auch ihr eure digitalen Grundrechte schützen wollt, könnt ihr auf http://www.wepromise.eu/de die Petition unterzeichnen und damit die digitalen Bürgerrechte in Europa stärken.

Open Science Sum-Up April

stefankasberger - 13. Mai 2014 in Featured

Der monatliche Open Science Sum-Up fasst aktuelle Geschehnisse zu Open Science zusammen und gibt einen Ausblick auf nächste wichtige Ereignisse: Weltweit mit Schwerpunkt auf Österreich und Deutschland sowie zu openscienceASAP.

Das letzte Monat im Rückblick

Große Aufmerksamkeit hat es in den letzten Tagen rund um Elsevier und deren Preisgestaltung gegeben. Timothy Gowers hat mittels Freedom-Of-Information-Act Anfragen Zahlen zu den Ausgaben britischer Bibliotheken für Subscription-Abos von Elsevier erhalten. Diese zeigen eine sehr ungleich verteilte Kostenpolitik und starke Anstiege in den letzten Jahren. Michelle Brook von der OKFN beließ es nicht dabei, und hat zu weiteren Verlagen wie Wiley, Oxford University Press und Springer angefragt.

Eine Studie über Publikationen bei Megajournals ging den Fragen nach, warum dort eingereicht wurde, welche Publikationen es waren, die Finanzierung der APC’s und ob die AutorInnen in Zukunft wieder dort veröffentlichen würden. Was ein Megajournals ist beschreibt hier Peter Binfield.

Die Community hinter dem Open Access Button sucht auf Indiegogo Leute die den Ausbau des Tools finanziell unterstützen möchten. Zückt die Kreditkarten!

Mit “Bürger schaffen wissen” ist speziell für Deutschland nun eine Citizen Science Plattform an den Start gegangen und freut sich sicher über neue Projekte. Die Plattform richtet sich besonders an Schulen, und bietet auch an bei der Projektentwicklung mitzuhelfen.

Ein Buch speziell zur Umsetzung von reproduzierbarer Forschung erscheint, und ist auch zum freien Download verfügbar. Inhaltlich liegt der Fokus bei hilfreichen Werkzeugen wie Cloud Computing oder Data Repositories, und diskutiert auch rechtliche Aspekte.

Wer mit Daten und statistischer Software arbeitet ist irgendwann schon mal mit dem Thema Reproduzierbarkeit in Berührung gekommen. Hier hat R einen sehr wichtigen Beitrag geleistet, genauso wie iPython, welches es jetzt in Version 2.0 gibt.

Auch die National Science Foundation setzt sich mit Zitations- und Attributionsfragen auseinander, und veröffentlicht einen Call for Proposals für Zitationsempfehlungen von Daten und Sourcecode.

Das EU-FP7-Projekt FOSTER (Facilitate Open Science Training for European Research) bittet um Beiträge, um einen Schaukasten mit Open Access, Open Data und Open Science aufzubauen. Der Call for Content wird dauerhaft offen sein.

Material von der Konferenz “Opening Science to Meet Future Challenges” ist nun online, es gibt Videos und Präsentationen.

ContentMine ist ein Projekt vom Shuttleworth Fellow Peter Murray-Rust, das es sich zum Ziel gesetzt hat 100 Millionen Fakten aus wissenschaftlicher Literatur zu extrahieren. Dazu wird er im Juni auch nach Österreich kommen.

Die Paris-Lodron-Universität Salzburg unterzeichnet Berliner Erklärung und veröffentlicht Open Access-Policy. Sie ist somit die 6. Institution in Österreich mit einem Open Access Leitbild.

Der FWF hat seinen Jahresbericht veröffentlicht und beinhaltet auch einen kleinen Review ihrer Open Access Aktivitäten im Jahr 2013. Einiges hat sich bewegt und die Maßnahmen lassen auf ein gutes Jahr 2014 hoffen.

Schlechte Aussichten scheint es dagegen für die Finanzierung von Wissenschaft aus Stiftungen in Österreich zu geben. Die WU Wien hat sich das Umfeld angesehen und Barrieren bei der steuerlichen Absetzung und der Gründung einer Stiftung, sowie eine fehlende Großspenden-Kultur als Gründe angegeben.

Im Rückblick zum Workshop “Wikipedia meets University” gibt es Zusammenfassungen und Links der Sessions. Es wurde der Frage nachgegangen, welche Chancen und Herausforderungen sich im Universitätsalltag durch Wikipedia ergeben.

NDNAD by Jer Thorp, cc-by 2.0 NDNAD by Jer Thorp, cc-by 2.0

Ein Blick nach Vorne

Gerade findet die re-publica in Berlin statt – die größte größten Social-Media-Konferenz Europas. Am Wochenende vor der Konferenz gab es bereits einen Youth Science Hack Day und auch währende dem Festival gibt es immer wieder Sessions zu Wissenschaft und Offenheit.

Am 20. und 21. Mai findet der Open Commons Kongress 2014 in Linz statt. In verschiedenen Tracks gibt es auch Sessions zu OER-Lehrbüchern, Bildung in der Netzwerkgesellschaft, und zu Open Science.

Die International Conference for E-Democracy and Open Government 2014, kurz CeDEM, findet vom 21. – 23. Mai wieder in Krems an der Donau-Universität statt. Und: Das damit verbundene Journal of e-Democracy and Open Government sucht noch Publikationen für die nächste Spezial-Ausgabe zu Open Government Data and Open Policies.

OpenSym2014, ein Event rund um das Thema Open Collaboration, findet von 27. – 29. August in Berlin statt. Es geht um Free/Libre/Open Source, Daten, OER, IT-getriebene Innovation und Wikis.

Die erste Juni Woche in Wien ist vollgepackt mit spannenden Terminen: Peter Murray Rust ist beim FWF und spricht über Content Mining, zum gleichen Thema wird es auch einen Workshop am ISTA geben. Ein Hackathon im Metalab setzt sich mit praktischen Fragen auseinander. Abgerundet wird das Ganze mit einem OKF-AT Open Science MeetUp. Genaueres gibt es in Kürze hier und auf okfn.at!

openscienceASAP

Bei Open Science in Aktion gibt es zwei Beiträge aus Graz: Zuerst sprach Lisa Schilhan über Open Access an der Karl Franzens Universität, danach Karl Voit über Open Science bei seiner Dissertation. Auch das befreundete Open Science Radio hat wieder was gemacht, dieses Mal zu kollaborativem Arbeiten.

Für alle GitHub User: Der Sum Up wird zum leichteren Verteilen jetzt auch auf dem beliebten Repository geteilt. So können leichter Korrekturen gemacht, oder neuer Inhalt (wie z. B. Übersetzungen) gemacht werden.

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Der Artikel wurde ursprünglich auf openscienceASAP.org veröffentlicht.

Coding da Vinci – Kultur-Hackathon geht in die erste Runde

Helene Hahn - 7. Mai 2014 in Deutschland, Featured, offene Kultur, Open Knowledge Foundation

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“Alles so schön Kultur hier…” schreibt Julian Kücklich an die Papierrolle, an der er den Hackathon grafisch mitverfolgt. Kein Wunder, denn mit viel Kaffee und Mate ging unser Kultur-Hackathon Coding da Vinci am 26./27. April in die erste Runde. Teilnehmer/innen stellten sich der Challenge, aus 20 offenen Datensets Projekte für den Kulturbereich zu entwickeln.

150 Teilnehmer/innen und 11 Kulturinstitutionen aus ganz Deutschland hatten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und anschließend gemeinsam Projektideen zu entwickeln.

Drahten, hacken, tüfteln

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Insgesamt wurden 24 Projektideen entwickelt. Beispielsweise programmiert Kati einen Cyberbeetle basierend auf den Daten der Insekten des Museums für Naturkunde Berlin. Flo, Noa und Ruperta schaffen mit dem Projekt “Poetic Relief” einen neuen Zugang zu jüdischen Grabinschriften des Steinheim-Instituts, während Kai, Dierck und Frederike mit der Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums arbeiten und den Werken und Autoren einen frischen “Data-Look” verpassen.

Alle Projektideen können im Hackdash mitverfolgt werden – und wer Lust bekommen hat, selbst mit den Daten der Institutionen zu arbeiten, sollte sich bei uns melden!

Apps 4 Europe Business Lounge

Damit aus einer Projektidee mehr werden kann, haben wir eine @Apps4EU Business Lounge angeboten. Entwickler/innen von datengetriebenen Anwendungen wurden dabei beraten, wie sie ihre Ideen und Prototypen weiterentwickeln und ggf. in Startups verwandeln können. Am 26./27. April standen den Teilnehmer/innen erfahrene Mentoren zur Seite, die Feedback und Zugang zu Netzwerken, Erstellung von Business-Modellen und Beratung in Bezug auf den Medien-Sektor angeboten haben und Kontakte zu eventuellen, zukünftigen Partnern und der Berliner Startup-Szene vermittelt haben.

Wie geht’s weiter?

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In den nächsten 10 Wochen werden die Teams ihre Projekte weiterführen. Danach treffen wir uns am 5. Juli zum BBQ und am 6. Juli zur öffentlichen Projektpräsentation und Preisverleihung in Berlin. Fotos gibt es hier!

Bis zur Preisverleihung kann man sich auch weiterhin Unterstützung durch die Mentoren der Business Lounge holen. Am besten an info [at] okfn.de wenden. Darüber hinaus sind die Teilnehmer/innen eingeladen, sich mit ihren Apps und ihrem Business Plan bei der nächsten europaweiten Business Lounge von Apps for Europe 2015 zu bewerben.

Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon ist ein Gemeinschaftprojekt von der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung Berlin, der Open Knowledge Foundation Deutschland (Projektleitung) und Wikimedia Deutschland.

Pressemeldungen:

Deutschlandradio Kultur

rbb Kulturradio

Open Source.com

Netzpolitik

Bundeszentrale für politische Bildung

 

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