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Knowledege Base Update: Was bedeutet eigentlich “offen”?

18. November 2011 in Open Knowledge Foundation

In unserer Knowledge Base im Wiki steht nun der zweite Beitrag bereit zum lesen:

Was genau verstehen wir eigentlich unter Offenheit? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft die gemeinsam erarbeitete Definition aus dem Open Definition Projekt (engl.) weiter: Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei genutzt, wiederverwendet und weitergegeben werden können und dies höchstens mit der Maßgabe einer Namensnennung des Urhebers sowie der Forderung einer Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

Die komplette Open Definition (engl.) macht genauere Angaben darüber, was dies im Einzelnen bedeutet, hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen:

  • Verfügbarkeit und Zugang: die Daten müssen in ihrer Gesamtheit verfügbar sein, ein Abruf sollte als Download oder per Programmierschnittstelle über das Internet möglich sein. Die Daten sollten in einem gängigen, nicht-proprietären und offen einsehbarem Format vorliegen. Der Zugang sollte kostenlos sein oder höchstens die Reproduktionskosten in maßvollem Umfang weitergeben.
  • Wiederverwendung und Weitergabe: die Daten müssen unter Bedingungen zurVerfügung gestellt werden, die eine Wiederverwendung und Weitergabe ermöglichen, inklusive einer Verwendung der Daten zusammen mit Datensätzen aus anderen Quellen.
  • Nicht-exklusive Teilhabe: eine Nutzung, Wiederverwendung und Weitergabemuss für jedermann möglich sein und es darf keine Diskriminierung gegenüber bestimmten Nutzungsintentionen, Personen oder Gruppen stattfinden. Z.B. sind Einschränkungen auf ‘nicht-kommerzielle’ Zwecke, die eine kommerzielle Datennutzung ausschließen würden, nicht gestattet.

Wenn sie sich fragen, warum es so wichtig ist, sich darüber klar zu werden, was unter Offenheit verstanden werden soll, so gibt es eine einfache Antwort: Interoperabilität

Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit verschiedener Systeme und Organisationen zusammen zu arbeiten. In unserem Fall heißt das, dass verschiedene Datensätze zusammen genutzt und miteinander verquickt werden können, ohne dass dies durch unterschiedliche Lizenzvorgaben oder nicht zusammenpassende Formate erschwert oder verhindert wird.

Interoperabilität ist wichtig, weil es verschiedenen Komponenten die Zusammenarbeit erlaubt. Diese Fähigkeit, einzelne Bausteine zusammensetzen zu können, ist wichtig, um große, komplexe Systeme zu bauen. Ohne Interoperabilität wird dies nahezu unmöglich – als veranschaulichendes Beispiel sei hier der berühmte Mythos des Turmbau zu Babels herangezogen, wo die Unfähigkeit zu kommunizieren den kompletten Zusammenbruch der gemeinsamen Arbeit am gemeinsamen Turmbauprojekt nach sich gezogen hat.

Im Hinblick auf Daten stehen wir vor einer ähnlichen Situation. Der Kern einer notwendigen gemeinsamen Basis für eine ‘Zusammenarbeit’ bei Daten (oder auch Programmiercode) ist, dass Teile dieses “offenen” Rohmaterials hierbei frei mit anderen Daten vermischt (aggregiert, verknüpft, kontextualisiert, etc.) werden können. Diese Interoperabilität ist der Schlüssel, um die wesentlichen praktischen Vorteile von “Offenheit” zu erschließen: die dramatisch verbesserte Möglichkeit, verschiedene unterschiedliche Datensätze zu kombinieren und so bessere Produkte und Dienste zu schaffen (diese Vorteile werden im Detail diskutiert im Abschnitt ‘Warum Open Data?’).

Die Bereitstellung einer klaren und eindeutigen Definition von Offenheit stellt sicher, dass sie zwei Datensätze, die sie aus unterschiedlichen Quellen erhalten haben, miteinander kombinieren können, und sie verhindert unseren eigenen ‘Turm zu Babel’: viele Datensätze aber wenig oder keine Möglichkeiten, diese in größeren Systemen zu nutzen, und so neue Zusammenhänge herauszuarbeiten, neue Dienste anzubieten und somit neue ökonomische und/oder gesellschaftliche Werte zu schaffen.

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